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Swisscom und die Umwelt

 

Übersicht

 

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Einflussfaktoren

Swisscom berücksichtigt in ihrem Umweltmanagement das gesamte Spektrum der Einflussfaktoren. Es umfasst die folgenden Anforderungen und Interessen:

 

Umweltrecht und Umweltrisiken

Dies sind Pflicht-Anforderungen. Beim Umweltrecht überprüft Swisscom regelmässig die Gesetzeslage und konformität. Umweltrisiken werden kontrolliert und soweit wie möglich eliminiert.

 

Betriebliche Umweltaspekte und ökologische Problemfelder
Diese stehen gemäss ISO 14001 im Mittelpunkt der Umweltanstrengungen. Die Umweltaspekte werden bei Swisscom jährlich nach vorgegebenen Kriterien aktualisiert. Die drei wichtigsten Aspekte für Swisscom sind der Elektrizitätsverbrauch, die CO2-Emissionen und die Emission von elektromagnetischen Wellen.

 

Ökonomische Interessen
Hier geht es einerseits um die Ausschöpfung von Sparpotenzialen beim Ressourcenverbrauch (Elektrizität, Brenn- und Treibstoffe, Papier usw.), anderseits um die Vermarktung von ökologisch vorteilhaften Produkten und Services. Ein weiterer Aspekt sind Folgekosten, die durch die Vernachlässigung von Umweltrisiken und betrieblichen Umweltaspekten entstehen könnten.

 

Technologie-Trends mit ökologischen Auswirkungen
Neue Technologien können sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. Swisscom versucht, positive Trends (umweltschonende Services, höhere Energieeffizienz, bessere Netzauslastung) zu fördern und negative (Elektroschrott, elektromagnetische Emissionen) abzuschwächen.

 

Interessen von Anspruchsgruppen
Auch im ökologischen Bereich gibt es wie im gesellschaftlichen unterschiedliche Stakeholderinteressen. Swisscom sorgt deshalb für Transparenz und eine klare Linie im Umweltbereich, u.a. durch eine mehrjährige Umweltstrategie.

 

Relevanz der Umweltaspekte für Swisscom

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Umweltpolitik und -strategie
Swisscom verfolgt seit 1998, dem Jahr der ersten Umweltzertifizierung nach ISO 14001, eine einheitliche Umweltpolitik.  Dazu kommt eine gemeinsame Umweltstrategie für eine Zeitdauer von jeweils vier Jahren. Umweltpolitik und -Strategie bilden zusammen die für alle Gruppengesellschaften verbindliche Vorgabe. Die aktuelle Umweltstrategie, gültig bis Ende 2009, enthält folgende Schwerpunktthemen:

  • Förderung ökologisch vorteilhafter Produkte und Dienstleistungen
  • Stromeinsparungen und Bezug von naturemade star-Ökostrom
  • Einsparungen von Brenn- und Treibstoffen und Reduktion der Emissionen in die Luft
  • Mobilfunkwellen: Berechnungstool für den Immissionspegel nichtionisierender Strahlung
  • Stärkere Integration der externen Umweltengagements

Wichtigste Ziele bis Ende 2009:

  • Realisierung von ökologisch vorteilhaften Produkten (Green Products) und Services (Green Services).
    Ziel Green Products: Swisscom bietet in jeder Produktgruppe ein ökologisch herausragendes Produkt an.
    Ziel Green Services: Swisscom vermarktet gezielt umweltschonende Services.
  • Einsparungen von Energie und Reduktion der CO2-Emissionen.
    Ziel Energie: Swisscom erhöht die Energieeffizienz um 17% (Basisjahr 2002).
    Ziel CO2-Emissionen: Swisscom reduziert die CO2-Emissionen um 17% (Basisjahr 2002).
  • Förderung von erneuerbaren Energien.
    Ziel Ökostrom: Bezug von 15 Mio. kWh naturemade star Ökostrom aus verschiedenen Quellen.
    Ziel Solarstrom-Engagement: Fünf eigene Solardächer, geplant und erstellt durch Swisscom-Lehrlinge.
    Ziel Treibstoff: Alle Benzinfahrzeuge von Swisscom fahren mit Biobenzin (enthält 5% Bioethanol).

Umweltorganisation und System
Swisscom besitzt eine schlanke und flexible Umweltorganisation. Als Steuerorgan wirkt ein organisations-übergreifendes Environment Committee, das sich aus den Umweltmanagern der sieben zertifizierten Gruppengesellschaften bzw. Organisationseinheiten  und zwei Vertretern von Corporate Responsibility des Headquarters zusammensetzt. Das Environment Committee erstellt die Umweltstrategie, koordiniert die Umweltprogramme und ist generell für alle organisationsübergreifenden Umweltbelange zuständig.

 

Ein einheitlicher Umweltprozess stellt sicher, dass alle Anforderungen von ISO 14001 berücksichtigt und umgesetzt werden und regelt deren zeitlichen Ablauf. Er beinhaltet die Erfassung aller Umweltforderungen, die strategiekonforme Erarbeitung und Genehmigung der Umweltprogramme, Ausbildung und Kommunikation, Umsetzung, Audits, Bewertung durch die Leitung sowie die Verknüpfung mit dem Qualitätsmanagementsystem.

 

Ressourcenverbrauch
Für Swisscom sind drei Kategorien von Ressourcen von Bedeutung: Energieressourcen (Strom, Brenn- und Treibstoffe), Ressourcen für die Infrastruktur (Baustoffe, Elektronik, Kabel) und Verbrauchsmaterial (Papier, Wasser usw.). Dazu kommt noch eine vierte Kategorie, die Telekom-Geräte für die Kunden, die von Swisscom nach erfolgtem Einkauf ohne zusätzliche Fertigungsstufe gleich weiterverkauft werden. Daher erscheinen sie nicht in der betrieblichen Ökobilanz von Swisscom, verursachen aber eine indirekte Umweltbelastung (Ener-gieverbrauch, Entsorgung) und sind für Swisscom deshalb ebenfalls ein wichtiges Umweltthema.

 

Bei den direkt verbrauchten Energieressourcen dominiert die Elektrizität mit einem Anteil von 79%. An zweiter Stelle kommen die Brennstoffe mit 12% und an dritter die Treibstoffe mit 9%. Der Gesamtenergie-verbrauch ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen (um 2%). Er beträgt 1795 Terajoule (499 GWh).


Der Mehrverbrauch entfällt auf die Elektrizität und die Teibstoffe (s. unten).

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Elektrizität
Der Elektrizitätsverbrauch von Swisscom ist im Berichtsjahr leicht angestiegen. Er beträgt 1410 Terajoule, entsprechend 392 GWh. Im Berichtsjahr wurde mit der Umsetzung des Projektes MISTRAL   begonnen, bei dem es um die Kühlung der Telekom-Anlagen mit Aussenluft geht (statt Klimaanlagen). Nicht nur Swisscom Fixnet setzt diese neue Art von Kühlung für ihre Zentralen ein, sondern auch Swisscom Broadcast. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass Swisscom zukünftig in den Zentralen auf die umweltkritischen Kältemittel verzichten kann. Die Aussenluft-Kühlung hat ein grosses Stromsparpotenzial (10% des Gesamtverbrauchs), dieses kommt aber erst später richtig zum Tragen. Stattdessen hat der Stromverbrauch infolge Ausbau des Telekomnetzes auf VDSL  und zusätzlichem Serverbedarf für Bluewin TV sogar leicht zugenommen. Bei der Netzinfrastruktur. besteht bis auf weiteres noch eine Übergangsphase, in der zwei Netze - das alte Telefonnetz und das neue IP-Breitbandnetz nebeneinander exisitieren. Diese Phase wird noch bis mindestens 2010 dauern, danach kann durch den Wegfall des alten Telefonnetzes mit Stromeinsparungen gerechnet werden.

 

Ökostrom
Swisscom hat im Berichtsjahr wiederum 13,2 Millionen kWh Ökostrom bezogen, und zwar ca. 11,5 Millionen kWh Wasserstrom, 900 000 kWh Windstrom, 535 000 kWh Sonnenstrom und 250 000 kWh aus Biomasse. Der bezogene Ökostrom ist nach dem strengen naturemade star-Label  zertifiziert. Die Zahl der Lieferanten wurde gegenüber dem Vorjahr erhöht. Nach wie vor ist Swisscom ist die grösste Bezügerin von Wind und Sonnenstrom in der Schweiz. Mit dem Ökostrombezug will Swisscom einerseits neue erneuerbare Energien fördern und anderseits einen Beitrag zur Ökologisierung der Wasserkraft leisten, was sich positiv auf die Bio-diversität und den Landschaftsschutz auswirkt.

 

2006 bauten Lehrlinge von Swisscom wiederum eine Solaranlage mit einer Leistung von 10,5 kWp auf dem Dach des Hauptsitzes in Worblaufen. Sie wurde im Beisein von Bundespräsident Leuenberger in Betrieb genommen. Für 2007 ist der Bau von zwei Anlagen vorgesehen. Diese Solarprojekte haben einen mehrfachen Nutzen: Die Lehrlinge sammeln Projekterfahrung und Kenntnisse über erneuerbare Energien, die Mitarbeitenden werden für Energiefragen sensibilisiert und Swisscom erhält eigene Solaranlagen.

 

Brennstoffe (Heizöl, Erdgas, Fernwärme)
Der Brennstoffverbrauch von Swisscom hat im Berichtsjahr weiter abgenommen (um 7% gegenüber dem Vorjahr) und betrug 2006 noch 220 Terajoule . Das ist auf das Projekt ESPACE (Optimierung der Gebäudeflächen) zurückzuführen: Durch die Zusammenlegung von Standorten können Flächen und Brennstoffe eingespart werden; so ist z.B. Swisscom Mobile im Raum Bern von früher sieben Standorten in ein Gebäude mit Minergiestandard (Businesspark Köniz) gezügelt.

Viele Gebäude von Swisscom brauchen keine Wärme im Gegenteil: sie erzeugen Abwärme. Diese kann anderswo genutzt werden. Im grossen Stil geschieht dies im Energieverbund Zürich Binz. Durch die Abwärme der Swisscom-Technikzentrale in Zürich Binz werden 950 Wohnungen in den Siedlungen Talwiesen und Tiergarten geheizt. Dadurch lassen sich jährlich 300 000 Liter Heizöl oder 630 Tonnen CO2 einsparen.

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Treibstoffe (Benzin, Diesel) und Alternativen
Der Treibstoffverbrauch hat gegenüber dem Vorjahr um 8% zugenommen. 2006 wurden 2,89 Millionen Liter Benzin und 2,04 Millionen Liter Diesel verbraucht. Dies, obwohl die Anzahl der Fahrzeuge leicht abgenommen hat (um 2% entsprechend 60 Stück). Der Flottenbestand beträgt noch 3215 Fahrzeuge. Der Treibstoffmehrverbrauch ist unter anderem auf eine Intensivierung der Fahrten infolge verstärktem Ausbau der Netzinfrastruktur zurückzuführen.

 

Im Berichtsjahr wurden elf Gasautos für einen Betriebsversuch angeschafft. Ebenfalls in der Erprobung stehen Hybridfahrzeuge. Im Raum Bern wird mit Biobenzin (bleifreies Benzin mit Zusatz von 5% Bioethanol) gefahren. Es wird angestrebt, dieses Biobenzin für die gesamte Flotte (schweizweit) verfügbar zu machen. Für die nächsten Jahre sind weitere Massnahmen im Bereich alternative Treibstoffe und Antriebe geplant, um den Treibstoffverbrauch wieder zu senken.

 

Swisscom hat sich an der Aktion "Bike to Work" beteiligt, bei dem die Mitarbeitenden dazu motiviert werden, ihren Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dieses Projekt verlief sehr erfolgreich und wird weitergeführt. Es hat neben dem ökologischen auch noch einen gesundheitlichen Nutzen.

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Ressourcen für die Infrastruktur
Swisscom ist daran, ihr Netz auf VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) auszubauen. 2006 wurden bereits 600 VDSL-Verteilerkästen (street cabinets) in Betrieb genommen. Ende 2007 sollen es 2500 sein und bis zum Jahr 2010 sind 5800 Verteilerkästen und Räume geplant, mit einer Abdeckung von 75% der Haushalte. Die VDSL-Verteilerkästen enthalten die sogenannten DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer), welche die Glasfaserleitungen vom übergeordneten Metro-Netz mit den zu den Haushalten führenden Kupferkabeln verbinden. VDSL erhöht die Datenübertragungsrate von ca. 5 Mbit/s bei ADSL auf 10 - 30 Mbit/s, eine Voraussetzung für HDTV (hochauflösendes Fernsehen). Die VDSL-Verteilerkästen und Räume werden durch 14 regionale Metro-Netze gebündelt. Darüber befindet sich das Fernnetz (Core).

 

Landschaft/Boden
Raumbeanspruchung von Swisscom: Die Gesamtheit der Büroflächen und technisch genutzten Flächen (Nettogeschossfläche) nahm 2006 weiter ab (um 7%). Sie beträgt noch 0,93 Millionen m2. Davon sind nur 78% beheizt.

 

Bezüglich Landschaftsschutz und Förderung der Biodiversität ist Swisscom auf mehreren Ebenen aktiv: Mit dem Bezug von naturemade star-zertifiziertem Wasserstrom wird im Bereich der Wasserkraftwerke der Landschaftsschutz und die Biodiversität gefördert; ein ähnliches Ziel verfolgt Swisscom mit der Unterstützung des WWF-Projektes SMARAGD, wo es ebenfalls um den Erhalt von Biotopen und der biologischen Vielfalt geht. Vier Swisscom-Areale mit dem Zertifikat "Naturpark der Schweizer Wirtschaft" tragen zur Ökologisierung der Arbeitszonen bei. Betreffend Standortwahl und landschaftliche Eingliederung von Mobilfunk-Basisstationen gelten das Kundenbedürfnis vorausgesetzt folgende Prioritäten: 1. Industriezonen, 2. Gewerbezonen, 3. Wohn und Gewerbezonen, 4. Reine Wohnzonen. Basisstationen ausserhalb der Bauzonen schliesslich können nur realisiert werden, wenn zum einen die Standortgebundenheit nachgewiesen werden kann und zum anderen die Interessen des Mobilfunkanbieters an der Anlage gegenüber jenen der Öffentlichkeit überwiegen.

 

Verbrauchsmaterial (Papier, Wasser)
Swisscom hat im Berichtsjahr 76 Millionen Blatt Büropapier verbraucht (Abnahme von 6% gegenüber dem Vorjahr). Das sind allerdings nur 2,7% des gesamten Papierverbrauchs, der sich auf insgesamt 14 256 Tonnen beläuft. Dieser hat um 7.6% abgenommen. Der Löwenanteil des gesamten Papierverbrauchs entfällt auf das Werbematerial und die Telefonbücher. Der Papierbedarf für die Telefonbücher konnte unter anderem dank geringerer Papierstärke reduziert werden. Für die Rechnungen, die mit 1450 Tonnen immerhin 10% der gesamten Papiermenge ausmachen, wird nur noch FSC-Papier verwendet. Auch für die Telefonbücher wird teilweise FSC-Papier eingesetzt. Alles Büropapier bestand im Berichtsjahr zu 50% aus Recyclingpapier (Sandwichaufbau mit innenliegender Rezyklatschicht). 2007 wird für das Büropapier auf 100% Recyclinganteil umgestellt (weisse Qualität).


Der Trinkwasserverbrauch hat gegenüber dem Vorjahr um rund 5% auf 446 406 m3 zugenommen. Dies ist lediglich auf die Zunahme der Zahl der Mitarbeitenden zurückzuführen, denn Swisscom braucht Trinkwasser nur für sanitäre Zwecke. Der Wasserverbrauch ist insofern kein umweltrelevanter Aspekt von Swisscom, weil Wasser in keinem Unternehmensprozess verwendet wird. Gespart wird trotzdem: Mit Wassersparern (AquaClic) und durch Nutzung von Meteorwasser  für WC und Pflanzen.

 

Emissionen und Abfälle


Abgasemissionen in die Luft
Abgasproduzenten bei Swisscom sind Heizungen und Fahrzeuge (aus der Stromproduktion in der Schweiz entstehen zurzeit noch keine CO2-Emissionen). Die direkten CO2-Emissionen betrugen im Berichtsjahr insgesamt 24 962 Tonnen (knapp 2% mehr als im Vorjahr). Die leichte Zunahme ist auf den Mehrverbrauch an Treibstoffen (Benzin, Diesel) zurückzuführen. Diese verursachen rund die Hälfte der CO2-Emissionen (49%). Das  mit der EnAW (Energieagentur der Wirtschaft) vereinbarte Reduktionsziel für die CO2-Emissionen (- 17% bis 2010 auf der Basis von 2002) ist bereits erreicht.

 

Die vorwiegend aus den Brennstoffen stammenden SO2-Emissionen sind mit 4,5 Tonnen wie immer sehr niedrig, weil Swisscom Öko-Heizöl verwendet. Die Fahrzeuge emittierten zusätzlich zum CO2 36,1 Tonnen Stickoxide (NOx), die beim Verbrennungsprozess entstehen. Die NOx-Emissionen sind proportional zur gefahrenen Kilometerzahl, die im Berichtsjahr leicht zugenommen hat.

 

Andere klimarelevante Gase oder ozonabbauende Substanzen werden von Swisscom nicht emittiert.

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Elektromagnetische Emissionen (nichtionisierende Strahlung)
Elektromagnetische Emissionen sind wie der Lärm nichtstofflicher Natur. Währenddem der Lärm für Swisscom kein umweltrelevanter Aspekt ist (einzige Lärmquelle sind die Fahrzeuge), ist die nichtionisierende elektromagnetische Strahlung (NIS) ein Dauerthema. Nach heutigem Wissensstand stellen nichtionisierende Funksignale kein ökologisches oder gesundheitliches, wohl aber ein gesellschaftliches Problem dar. Für die Telekom-Betreiber sind Funksignale sowohl erwünschte Informationsträger als auch unerwünschte Emissionen. Das ist eine zwiespältige Situation, denn die Betreiber sind einerseits dazu verpflichtet, das Mobilfunknetz zuverlässig zu betreiben und anderseits sollte möglichst wenig Strahlung emittiert werden.


Alle Mobilfunkantennen von Swisscom sind über das Festnetz miteinander verbunden und tauschen auf diese Weise Daten aus. Nur die direkte Verbindung zu den mobilen Geräten erfolgt per Funk. Die Antennen versorgen jeweils eine "Zelle", womit ihr Standort weitgehend vorgegeben ist. Mit einer exakten, bedürfnisgerechten Planung dieser Funkzellen können die Sendeleistungen von Antennen und Mobiltelefonen und damit auch die elektromagnetischen Emissionen minimiert werden. Für Swisscom Mobile ist dies eine Hauptaufgabe . Messungen von Swisscom Innovations in Wohnquartieren ergaben, dass die von den Antennen verursachten elektromagnetischen Immissionen weit unterhalb der gesetzlichen  liegen.

 

Durch die Zunahme von gebäudeinternen und -externen nicht-ionisierenden Strahlungsquellen kann es zu einer Erhöhung des elektromagnetischen Immissionspegels kommen. Swisscom Innovations hat deshalb Messungen an Büroarbeitsplätzen für den gesamten Frequenzbereich der interessierenden Mobilfunkstrahlung durchgeführt, und zwar für drahtlose Dienste am Arbeitsplatz (GSM 900/1800, UMTS, WLAN [802.11b/g], Bluetooth, DECT, Telepage, UKW, TV) sowie Störimmissionen (PC, Bildschirm, PDA resp. deren Netzgeräte, IT-Gebäudeinfrastruktur [LAN, Switches], Stromversorgung [50 Hz]). In keinem Fall war die Feldstärke grösser als 2,5% des Immissionsgrenzwerts, der in der Verordnung über den Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (NISV) festgelegt ist. Im Berichtsjahr hat Swisscom Innovations ein Modell entwickelt, mit dessen Hilfe der NIS-Immissionspegel standortbezogen berechnet werden kann.

 

Abfälle
Die Abfallmenge von Swisscom hat weiter abgenommen und betrug im Berichtsjahr noch 1 304 Tonnen ). Der wichtigste Entsorgungsweg ist nach wie vor die Abfallbörse, die wie der Name sagt als Börse mit Abfall-Anbietern und Abnehmern funktioniert. Die Abnehmer können sich auf gewisse Abfallkategorien spezialisieren, wodurch deren Verwertung, das heisst die teilweise oder vollständige Rezyklierung, professioneller durchgeführt wird. Für Swisscom ist dieser Punkt wichtig, da etwa zwei Drittel der Abfälle voll oder teilweise rezyklierbar sind; dazu gehören Metalle (vor allem aus Kabeln), Papier, Glas, PET usw. Mengenmässig unbedeutend für Swisscom sind die Sonderabfälle, im Berichtsjahr waren es 4,1 Tonnen Batterien/Akkumulatoren und 2,8 Tonnen Leuchtstoffröhren.

 

Von den Shops zurückgenommene Kundengeräte werden alle über den SWICO entsorgt. Auf ihnen besteht gemäss gesetzlicher Vorgabe  eine vorgezogene Entsorgungsgebühr, welche die umweltgerechte Entsorgung sicherstellt. Ein spezielles Vorgehen gibt es bei den zu entsorgenden Handys, hier erfolgt vorgängig eine Triage zwecks Weiterverwendung noch brauchbarer Geräte (Projekt "Solidarcomm").

 

Dienstleistungen und Produkte


Umweltschonende Services (Green Services)
Die enorme Übertragungskapazität der modernen Telekom-Netze, insbesondere was die Glasfaserkabel und aktiven Netzelemente betrifft, macht diese im Vergleich zu ihrem Materialverbrauch ausserordentlich effizient. Diese Netze können dank ihrer Leistungsfähigkeit zur Umweltentlastung beitragen. Die Entlastung besteht in der Substitution von physischen Transporten und in der Dematerialisierung von Datenträgern. Einige Telekom-Services sind speziell umweltentlastend. Diese fasst Swisscom unter dem Begriff "Green Services" zusammen. Darunter verstehen wir Telekom-Services, die zur Reduktion der CO2-Emissionen bei unseren Kundinnen und Kunden beitragen. Dies kann durch den Ersatz von Mobilität geschehen, so z.B. durch Teleworking oder Conferencing Services im Geschäftskundenbereich, oder durch Home Entertainment im Privatbereich. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Dematerialisierung, z.B. durch angepasstes Web-Hosting anstelle eigener Server oder durch Rechnung online statt Papierrechung.

 

Das Potenzial dieser Services wird leider noch zu wenig ausgeschöpft. Swisscom möchte deshalb deren Umweltnutzen besser bekannt machen. Die Voraussetzungen dazu sind gegeben: Dank der Grundversorgung, die Swisscom erbringt, ist jeder Haushalt an das Telekom-Netz und die damit verbundenen Möglichkeiten angeschlossen. Gemäss einer Studie der ETNO (The European Telecommunications Network Operators' Association) könnte durch die Telekom-Services rund 10-mal mehr CO2 eingespart werden, als die Telekom-Unternehmen selber emittieren.

 

Swisscom speist ihre Green Services mit naturemade star-Ökostrom, um sie ökologisch zusätzlich aufzuwerten.

 

Ökologisch vorteilhafte Produkte (Green Products)
Swisscom Fixnet hat strahlungsarme Schnurlostelefone entwickelt (erhältlich sind fünf Modelle), deren Sendesignal unterbrochen wird, sobald das Handgerät auf der Basisstation steht. Dies spart einerseits Strom, anderseits kommt Swisscom damit auch einem Bedürfnis von Kundinnen und Kunden entgegen, welche die elektromagnetischen Immissionen auf ein Minimum reduzieren möchten. Eine Weiterentwicklung, bei der das Sendesignal auch während Gesprächen und mit mehreren Handgeräten reduziert ist, ist in Vorbereitung. Ebenfalls in der Pipeline ist ein ökologisch verbessertes Handy mit tiefem Strahlungswert, Gehäuse aus Recyclingmaterial und schadstoffarmer Zusammensetzung. Um energieeffiziente Geräte zu fördern, arbeitet Swisscom in internationalen Gremien mit und verpflichtet ihre Gerätelieferanten zur Einhaltung der "Code of Conducts" der EU-Standby-Initiative. Swisscom hat bereits eine entpsrechende Schweizer Branchenvereinbarung zur Limitierung des maximalen Energieverbrauchs von Settop-Boxen im Standby-Modus unterzeichnet.

 

Umweltgesetze und -risiken
Seit mehr als zehn Jahren werden bei Swisscom alle neuen Umwelterlasse systematisch erfasst, und für alle für das Unternehmen relevanten Gesetze und Bestimmungen wird die Konformität regelmässig überprüft. Dieses Vorgehen dient dem Schutz der Umwelt und ersparte Swisscom bis jetzt negative Überraschungen und Gerichtsverfahren.

 

Im Berichtsjahr konnte die Zahl der Batterieanlagen, die der Störfallverordnung unterliegen , reduziert werden. Das Umweltmanagement sah sich zudem veranlasst, bei Swisscom den Einsatz von NiCd-Akkus als Alternative zu Blei-Akkus für die Notspeisung von Anlagen zu verbieten. Für diesen Einsatz braucht es keine NiCd-Akkus und deshalb sollten Probleme und Risiken, die mit dem Cadmium zusammenhängen, von Anfang an vermieden werden.

 

Die Klimaveränderung bringt es mit sich, dass eine neue Kategorie von Umweltrisiken zu berücksichtigen und zu beurteilen sind: Klimatische Auswirkungen, die sich auf die Geschäftstätigkeit von Swisscom negativ auswirken und ev. höhere Aufwendungen zum Schutz vor Naturgefahren erfordern könnten. Das strategische Umweltziel von Swisscom, ihre CO2-Emissionen deutlich zu senken, ist dazu die prophylaktische Massnahme von Swisscom.

 

Umweltschulung und -kommunikation
Mit "Eco Competence" besteht bei Swisscom ein Intranet-basiertes, interaktives Ausbildungsprogramm für alle Mitarbeitenden. Dieses E-Learning-Tool arbeitet mit bildhaften Natureindrücken und deckt die umweltrelevanten Aspekte im Alltag wie z.B. Drucken, Sitzungen abhalten, Arbeitsweg und Entsorgen ab.

 

Neues zu den Aktivitäten von Swisscom im Umweltbereich erfahren die Mitarbeitenden aus den periodisch erscheinenden Newsletters des Umweltmanagements Swisscom, aus dem Intranet und aus Beiträgen im Magazin für die Mitarbeitenden.

 

Seit September 2006 betreibt das Umweltmanagement Swisscom einen Umweltblog, in dem fünf Mitarbeitende von Swisscom sich zu verschiedensten Themen aus dem Umweltbereich äussern. Angesprochen sind sowohl Externe als auch Mitarbeitende.


Externe Umweltengagements und -projekte
Swisscom hat im Berichtsjahr die Zusammenarbeit mit dem WWF mit ihrem Beitritt zur WWF Climate Group  intensiviert. In dieser Gruppe schliessen sich Unternehmen zusammen, die einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Im Mittelpunkt steht dabei die Reduktion der CO2-Emissionen.

 

Nach wie vor unterstützt wird auch noch das WWF-Projekt SMARAGD, der Schweizerische Nationalpark und das Umweltschulprojekt GLOBE. All diese Projekte sind eine gute Ergänzung zu unserem betrieblichen Umweltmanagement. Ökologisch gesehen fördern sie die Biodiversität in der Schweiz. Darüber hinaus bieten sie Möglichkeiten für sinnvolle Corporate Volunteering-Projekte mit den Mitarbeitenden (Einsätze in Naturschutzgebieten). Über die Erfahrungen von Swisscom mit Corporate Volunteering wurde an einem Business-Apéro (Freiwilligeneinsätze mit Mitarbeitenden) berichtet.
 
Ökoeffizienz von Swisscom
Die Ökoeffizienz eines Unternehmens ist das Bindeglied zwischen seiner ökonomischen Leistung (Wertschöpfung) und den damit verbundenen Umweltbelastungen (Schadschöpfung). Sie ist ein gutes Kriterium für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens und kann für das Benchmarking innerhalb eines Industriesektors dienen. Die Dimension der Ökoeffizienz ist "Wertschöpfung pro Schadschöpfung". Je grösser die Kennzahl, desto nachhaltiger ist das Unternehmen. Die Wertschöpfung kann finanziell oder produktbezogen angegeben werden. Letzteres ist für Swisscom sinnvollerweise die übertragene Datenmenge. Die gesamtheitliche Erfassung der Schadschöpfung ist schwierig, deshalb bezieht man sich in der Regel auf eine der Hauptumweltbelastungen, bei Swisscom sind dies der totale Energieverbrauch oder die emittierte CO2-Menge.

 

2006 betrug die finanzielle Wertschöpfung von Swisscom (EBITDA-Wert zuzüglich Personalkosten) 5 947 Millionen Franken. Produktbezogen ergab sich eine übertragene Datenmenge von 567 Millionen Gigabit . Demgegenüber steht eine Schadschöpfung von 1 782 Terajoule Energieverbrauch oder 24 962 Tonnen emittiertem CO2.

 

Daraus erhält man die folgenden Ökoeffizienz-Werte:

 

Finanziell zu Energieverbrauch:

3,35 Franken pro Megajoule Energieeinsatz
Finanziell zu CO2-Emissionen:
238 Franken pro kg emittiertes CO2
Übertragene Datenmenge
zu Energieverbrauch:
318 Bit pro Joule Energieeinsatz
Übertragene Datenmenge zu CO2-Emissionen: 22,7 Mio. Bit pro Gramm emittiertes CO2

 

Es ist das Ziel von Swisscom, ihre Ökoeffizienz zu erhöhen, denn damit sind nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile verbunden. Eine Erhöhung der Ökoeffizienz bedeutet bessere Netzauslastung, effizientere Abläufe im Betrieb, Optimierungen beim Energieverbrauch usw.

Ökoeffizienz produktbezogen Zusammenstellung aller Umweltkennzahlen