Betriebssysteme im Test
Peter Wolf, Trend Scout und Kolumnist bei Ringier AG, testete die Betriebssysteme Android, iOS, BlackBerry oder Windows Phone 7.5 unter anderem auf ihre Bedienbarkeit und ihren Business-Einsatz. Welches Betriebssystem bevorzugen Sie für Ihren geschäftlichen Alltag?

Dies hängt vor allem vom Umfeld und von den Vorlieben ab. Prinzipiell taugt jedes Smartphone mit einem der oben genannten Betriebssysteme für den geschäftlichen Einsatz. Was sicher nicht empfehlenswert ist: sich mit verschiedenen Welten gleichzeitig auseinanderzusetzen oder gegen den Strom zu schwimmen, wenn alle im Betrieb mit einem anderen System arbeiten.
Bedienung
Punkto Bedienbarkeit gibt es intuitivere und weniger einfach zu bedienende Benutzeroberflächen. Allerdings wissen wir alle aus eigener Erfahrung mit unseren alten, komplizierten Mobiltelefonen, dass man sich an alles gewöhnen kann, wenn man es nur oft und dringend genug braucht. Solange man nicht eine Mischung aus unterschiedlichsten Betriebssystemen im Einsatz hat, ist die Benutzerführung also nicht das Hauptkriterium.
Einrichtung
Ein BlackBerry kann verloren gehen oder gestohlen werden, den Daten darauf blüht dieses Schicksal nicht. Der Administrator kann das Gerät bei Bedarf jederzeit auch aus der Entfernung löschen, und der Benutzer besorgt sich einfach ein neues BlackBerry, schliesst sich mit seinem Administrator kurz, und innert weniger Minuten sieht das alte aus wie das neue. Alle Daten und Einstellungen sind via Mobilfunknetz auf dem neuen Handy gelandet. Das gilt natürlich auch für die erstmalige Einrichtung. Auch meine Androiden musste ich noch nie an einen PC anschliessen; bei einem Gerätewechsel gibt man einfach seine Kontoinformationen ein und richtet sich damit das neue Phone so ein wie das alte. Bei Windows-Telefonen registriert man sich via seinen Windows Live Account, und auch der Zugriff auf Office 365 lässt sich direkt mobil einrichten. Seit der neuen Version iOS5 muss auch das iPhone nicht mehr zwingend für Aktivierung oder Backup mit einem PC verbunden werden.
Mobiles Büro und Business-Einsatz
Wer mit Microsoft-Produkten arbeitet, wird auch mit dem Windows Phone gut bedient. Gleiches gilt für die Kombination Google-Enterprise-Lösung und Android-Smartphone. Wer sowieso schon mit Apple-Computern arbeitet, wird sich wohl auch ein iPhone zulegen. Allerdings sind auch alle anderen Kombinationen möglich. Denn mobil mailen, den Kalender verwalten, Adressen suchen und erfassen, das kann eigentlich jedes Smartphone.
Weil man sich an jede Art von Bedienbarkeit gewöhnen kann und sich jedes der oben genannten Betriebssysteme prinzipiell für den geschäftlichen wie auch den privaten Einsatz eignet, kommen wir nun zu den kleinen, feinen Unterschieden. Nicht jeder leistet sich den Luxus (oder die Bürde), gleichzeitig alle diese Betriebssysteme im produktiven Einsatz zu haben, aber so kann ich wenigstens jedes entsprechend seinen Stärken einsetzen:
- Immer, wenn es etwas zu schreiben gibt, setze ich auf das BlackBerry. Das hat nach wie vor die beste Tastatur der Mobiltelefonwelt. Es ist vor allem ein Businessgerät mit einem überschaubaren Angebot an Apps, die dann aber sehr tief greifend integriert sind wie zum Beispiel Twitter oder Facebook. Der Browser jedoch ist nur bedingt brauchbar.
- Wenn es also ab ins Internet geht, dann ist das iPhone erste Wahl. Der Browser ist leicht und intuitiv zu bedienen. Bilder schiessen und teilen ist einfach. Für fast alles – vor allem auch zum Zeit totschlagen – gibts eine App. Jede wird von Apple eingehend geprüft, bevor sie freigegeben wird. Das macht das Ganze vertrauenswürdig, aber auch starr und kontrolliert.
- Weitaus offener und flexibler ist da Android. Die verschiedenen Programme dürfen miteinander interagieren. Es spielt auch Flash ab (das kann das iPhone nämlich nicht). Ich mag es, weil sich die verschiedenen Bildschirmansichten an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen. Und die Informationsleiste am oberen Bildrand hatte Android schon lange vor dem iPhone.
- Ein nüchterner, immer gut informierender Begleiter ist das Windows Phone. Das beginnt schon bei seinem klaren Startbildschirm, dessen Kacheln auf vielfältigste Art Informationen vermitteln können. Das App-Angebot ist noch am Wachsen, trotzdem findet man im Marketplace bereits die gängigsten Applikationen und Services – sowie eine Menge Xbox-Live-Games.
Quelle: KMU Update