Swisscom Labs: Innovation für alleInterview mit Niklaus Moor, Leiter Swisscom Labs, Swisscom (Schweiz) AG

Einsame Entwicklungsabteilungen ohne Marktbezug – das war einmal. Viele Firmen setzen heute auf eine aktive Beteiligung der Kunden am Innovationsprozess. Warum beide Seiten einen Gewinn davon haben, erklärte uns Niklaus Moor von den Swisscom Labs.





Herr Moor, wer sind die Swisscom Labs und was machen sie?

Die Swisscom Labs sind die Tür zur Innovation von Swisscom. Wir berichten auf www.swisscom.ch/labs laufend über das Neuste aus der Telekom-Welt. Wir laden die Nutzer ein, Produkte im Frühstadium zu testen und eigene Ideen einzubringen. So binden wir die Leute aktiv in den Innovationsprozess ein. Kerngruppe sind die Early Adopters. Sie eignen sich sehr früh neue Technologien an, tauschen sich aktiv aus und erstellen online selber Beiträge. Wir haben aber auch Besucher, die nur für einzelne Artikel auf unsere Website kommen.

Was bringen die Swisscom Labs den Kunden, wo profitiert Swisscom?

Das Ziel der Ideenplattform ist es, gemeinsam bessere Produkte zu schaffen. Da die Kunden unsere Services täglich brauchen, wissen sie auch am besten, was funktioniert und was nicht. Sie sind motiviert, eigene Ideen zu veröffentlichen. Denn sobald die Verbesserung umgesetzt sind, profitieren sie selber davon. Wir können aus Anzahl und Thema der Feedbacks auch gezielt Schwerpunkte setzen. Das gemeinsame Entwickeln vertieft auch Beziehungen: aus normalen Kunden werden so geschätzte Partner.

Sind die Swisscom Labs mit Themen wie TV, Smartphones oder Apps auch für Geschäftskunden interessant?

Die Labs richten sich zwar stärker an Privatkunden, vieles ist aber auch für Unternehmen interessant. Sie verwalten z.B. Geräte–Pools und interessieren sich auch beruflich für die neusten Mobile Devices. Zudem stellen wir innovative Businessmodell-Lösungen für den Geschäftsbereich vor.

Wie stellen Sie sicher, dass die Ideen bedürfnis- und zeitnah umgesetzt werden?

In den letzten 6 Monaten erhielten wir über 400 Ideen. Wir überprüfen alle Ideen, können aber natürlich nicht alles umzusetzen. Einige Ideen können wir ohne grossen technischen Aufwand realisieren, z.B. den Wunsch zu Aufhebung von Knebelverträgen, die Swisscom als erster Schweizer Provider nun umgesetzt hat. Andere Ideen brauchen länger, wie z.B. Cloud Storage. Wichtig ist, dass der Verfasser weiss, was mit seiner Idee passiert. Hier haben wir sicher noch Verbesserungspotential.

Wie und wo kann ich mit den Swisscom Labs interagieren?

Einfach auf www.swisscom.ch/labs gehen und sich umsehen. Um einen Kommentar zu hinterlassen, eine Idee zu posten oder bei einem Wettbewerb teilzunehmen, genügt eine einmalige Registration mit E-Mail-Adresse. Wer immer auf dem Laufenden sein will, folgt zudem unseren News auf Twitter oder Facebook.

Herr Moor, danke für das Gespräch und weiterhin viel gute Ideen!

Erfasst am: 02.11.2011 | Kategorien: Arbeitsplatz, ICT-Trends, Prozessoptimierung | Tags: Arbeitsplatz, ICT-Trends, Prozessoptimierung
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