Swisscom setzt sich für ökologische und soziale Standards bei Lieferanten einvon Fabian Etter
Telekom-Unternehmen haben eine Verantwortung gegenüber den Arbeitern, welche ihre Geräte herstellen, und gegenüber ihren Kunden. Sie wollen sich für Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen, aber auch in der Einhaltung von ökologischen Standards einsetzen. Dies haben sieben europäische Telekom-Unternehmen am «JAC CSR Forum» bekräftigt.
Smartphones, Tablet PC und viele weitere Gadgets vereinfachen uns das Leben mittlerweile so stark, dass wir uns gar nicht mehr vorstellen können, einmal ohne sie ausgekommen zu sein. Produziert werden die meisten dieser Geräte im Auftrag der bekannten Marken von Lieferanten in Asien, oftmals in China. In vielen Fällen erfolgt die Produktion durch Firmen, deren Namen wir hierzulande kaum kennen, die aber mehrere hunderttausend Mitarbeitenden beschäftigen. Regelmässig gibt es Berichte über die Arbeitsbedingungen in diesen Unternehmen: Überstunden, Umweltverschmutzung, Gefährdung von Mitarbeitenden oder Diskriminierung von einzelnen Gruppen werden kritisiert.
Am 12. Januar 2012 fand das «JAC CSR Forum» in Shenzen, China statt. JAC steht für Joint Audit Cooperation und ist eine Initiative von sieben europäischen Telekom-Unternehmen (Vodafone, KPN, France Telecom, Belgacom, Deutsche Telekom, Telekom Italia, Swisscom), die sich zum Ziel gesetzt hat, die Transparenz in der Supply Chain zu erhöhen und durch eine Standardisierung der Anforderungen und den Austausch von Audit-Berichten die ökologischen und sozialen Standards in der Supply Chain weiter zu verbessern. Ein koordiniertes, gemeinsames Vorgehen ist einerseits effizienter, andererseits erhöht es auch den Druck auf die Lieferanten und zeigt auf, dass die Branche etwas bewegen will. Die Initiative hat auch Vorteile für die Zulieferer, da die Audit-Prozesse auch für sie effizienter werden.
Im Fokus des JAC CSR Forums stand der Dialog zwischen NGO, Herstellern und den JAC-Mitgliedern. Die Haupterkenntnisse der Swisscom Delegation lassen sich folgendermassen zusammenfassen:
Teil unserer Verantwortung: Auch wenn die beteiligten Telekom-Unternehmen oftmals nicht selber produzieren, haben sie eine Verantwortung gegenüber den betroffenen Arbeitern und gegenüber ihren Kunden, sich für Verbesserungen in der Lieferkette einzusetzen; die sieben JAC-Mitglieder wollen diesbezüglich vorangehen und sich auch an den Fortschritten bei ihren Lieferanten messen lassen.
Fortschritte sichtbar, jedoch noch viel zu tun: Die ökologischen und sozialen Bedingungen bei vielen Lieferanten haben sich in den letzten Jahren verbessert; es gibt jedoch immer noch verschiedene Problemfelder, beispielsweise im Bereich der Arbeitszeitenregelung.
Mit Audits ist es nicht getan: Es ist nicht damit getan, Audits durchzuführen und Verbesserungen einzufordern; vielmehr braucht es eine Unterstützung der betroffenen Lieferanten, beispielsweise durch Training, durch regelmässigen Dialog und Know-how-Transfer.
Vielseitige Ursachen: Die Problemfelder sind oft sehr komplex, was das Beispiel Arbeitszeiten in China zeigt: viele der jungen Chinesen wollen Überzeit arbeiten, um mehr zu verdienen und Geld zu ihren Familien senden zu können; kleine und mittlere Betriebe wiederum sind extremem Kostendruck ausgesetzt, was die Einhaltung der ökologischen und sozialen Standards erschwert.
Ganze Supply Chain im Auge behalten: Eine Reduktion auf die direkten Lieferanten ist oftmals nicht zielführend; vielmehr müssen auch die Sublieferanten berücksichtigt und überprüft werden.
Swisscom wird sich im Rahmen von JAC weiterhin aktiv für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten und Sublieferanten einsetzen und transparent über die Entwicklungen berichten.
Quelle: Hallo Zukunft-Blog
Mehr Infos:
JAC Initiative
Aktivitäten von Swisscom
Apple schafft Transparenz über Lieferanten (Artikel im Tages-Anzeiger)