
Testbericht
HTC One X - was für Auge und Ohr
von Peter Wolf
Nach dem Einschalten versuchte ich übrigens gleich nochmals, eine Folie vom Display zu entfernen. Bis ich merkte, dass dies das Bildschirmbild ist. Im Gegensatz zu vielen Displays, bei denen es so aussieht, als ob die Anzeige hinter einer dicken Glasscheibe stecken würde, wirkt es hier eher, als ob der Inhalt direkt auf die Scheibe gemalt worden wäre.
Vielleicht deswegen sehen Fotos darauf so gut aus. Auch selbstgeknipste, die mit der extrem schnellen 8-Megapixel-Kamera geschossen werden. Aus Serienaufnahmen kann man das beste Bild wählen. Und selbst während des Filmens in HD lassen sich Fotos schiessen.
Schade bloss, dass HTC der Kamera keine Auslösetaste spendiert hat. Man muss die entsprechende Stelle auf dem Display treffen (oder eine App installieren, die aus der Lautstärketaste einen Auslöser macht).
Wenn man die teils versteckten Optionen mal gefunden hat, dann lassen sich mit der Kamera erstaunlich gute Bilder erstellen: Die sehr schnelle HDR-Funktion bringt einen fast unwirklich hohen Kontrastumfang selbst in Gegenlichtsituationen. Panoramafotos lassen sich mit der eingeblendeten Wasserwaage sehr einfach erstellen. Porträtfotos werden mit der «Automatischen Lächelaufnahme» einfach sympathischer. Und richtig toll ist auch, dass man sogar Screenshots erstellen kann (Einschalttaste lange drücken und dann die Home-Taste antippen).
Es besteht sogar die Möglichkeit, Bilder sofort, einmal täglich oder im W-LAN automatisch auf Facebook oder Flickr hochzuladen. Einen ähnlichen Service bietet auch der Online-Speicherplatz Dropbox, wo man dank HTC gleich mal satte 23 GB Speicher für die nächsten 24 Monate geschenkt bekommt.
Obwohl der Bildschirm sehr gross ist und damit einhergehend auch jede Taste der virtuellen Tastatur, ist es doch sehr schön, dass diese auch noch vier Tasten bietet, um im Text nach oben, unten, links und rechts zu fahren. So lassen sich Tippfehler wesentlich einfacher korrigieren, als wenn man immer zuerst die Einfügemarke per Finger bewegen müsste.
Das Handy gibt auch äusserlich was her: Ich hatte die weisse Version zum Testen und trotz anfänglicher Bedenken und unachtsamer Behandlung sieht sie immer noch aus wie neu.
Aber nicht nur optisch und bei den Bildern macht das Smartphone Freude, auch akustisch: Dank der Klangoptimierung von «Beats Audio (TM)» klingt Musik aus dem Telefon nur schon gut, wenn es bloss auf dem Tisch liegt. Geschweige denn mit Kopfhörern. Die Musik-App vereint alle Quellen bis hin zum Internet-Radio (und, wenn installiert, auch Fremdanwendungen wie Spotify oder die Musikerkennungs-App Sound Hound).
Nebst all diesen schönen Multimedia-Aspekten darf nicht vergessen werden, dass das Smartphone auch Businesstauglich ist: Selbstverständlich ist auch das Hinzufügen mehrerer Microsoft-Exchange-ActiveSync-Konten möglich.
Das Handy läuft unter Android 4.0 mit HTC Sense 4.0. Schönes Detail: Von heruntergeladenen Apps wird sogleich eine Verknüpfung auf dem Desktop erstellt. Früher musste man sich die Apps dann noch aus dem Verzeichnis heraussuchen und platzieren. So aber findet man seine Einkäufe schnell wieder, kann sie packen und verschieben. Oder übereinanderziehen und somit einen Ordner erstellen.
Das HTC One X ist zwar ein grosses Smartphone, aber doch noch kompakt und leicht. Es bietet eine Menge interessanter Funktionen - leider hält der fest verbaute Akku nicht den ganzen Tag, wenn man die alle dauernd ausprobiert. Dies ist der einzige Schwachpunkt.

