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Schnitzeljagd mit dem Smartphone

Ein GPS-Empfänger im Handy ist nicht nur praktisch, weil er den Benutzer informieren kann, wo er sich gerade aufhält sondern auch, weil dadurch das Handy ebenfalls genau weiss, wo es sich befindet. Solches Wissen kann es dann für ernsthafte Anwendungen nutzen (ortsspezifische Informationen abrufen oder navigieren), aber auch für viele nette Spielereien. Zum Beispiel für eine Schnitzeljagd, im Fachjargon „Geocaching“ genannt.

Ebensogut, wie das GPS-Handy beim Aufspüren von Geocaching-Plätzen hilft, geleitet es auch sicher von Tür zu Tür. Egal ob zu Fuss, per Auto oder mit dem öffentlichen Verkehr: Sowohl das iPhone (mit der Anwendung Karten) als auch das HTC Desire (mit Google-Maps) sagen einem jeweils, wo man wie abbiegen muss oder wann man wo in welchen Bus, Zug oder welches Tram einsteigen muss. In der allerneusten Version kann das HTC Desire dank Google-Betriebssystem sogar auf Street-View-Bilder zurückgreifen und richtige Fotos von den jeweiligen Strassenkreuzungen zeigen. Dies erleichtert das Abbiegen ungemein.

Navigation ist bei Weitem nicht der einzige Verwendungszweck für GPS-Daten im Handy: So gibt es Communities, die einem sagen, wer von den Buddies gerade in der Nähe ist (Aka-Aki, Latitude oder Facebook zum Beispiel). Oder man kann wie bei Gowalla und Foursquare die Koordinaten eines Ortes vom Handy aus hochladen und dann schauen, wer früher schon mal am selben Ort gewesen ist. Weil das Handy dank dem eingebauten Kompass auch weiss, in welche Richtung es gerade gehalten wird, ist es sogar möglich, Informationen zu Lokalitäten in Blickrichtung zu überlagern mit dem Bild, das die eingebaute Kamera gerade aufnimmt. So kann die Applikation PeakAR auf dem Bildschirm einblenden, wie der Berg heisst, auf den die Kamera gerade zeigt. Junaio kann dies ebenfalls, und noch mehr: Dieser Augmented Reality-Browser zeigt Hotels, Restaurants (oder speziell auch bloss Irish Pubs), Veranstaltungsorte, Wikipedia-Einträge oder Webcams in Blickrichtung auf dem Handydisplay an sowie die Entfernung dazu. SI Style macht dasselbe mit Shopping-Möglichkeiten.

Jetzt aber ist erst mal Spass an der frischen Luft angesagt! Und das Smartphone mit seinem Kompass und der Satellitenortung soll mir dabei helfen. Ich lade mir also die kostenlosen Applikationen (Apps) Geocaching Intro aufs iPhone und Cache´n´Go auf das HTC Desire (Android-Software) und los gehts (beide Smartphones verhalten sich ziemlich ähnlich, sodass es eher von den Vorlieben für Apple oder Google abhängt, welches man benutzt). Beim Geocaching geht es darum, versteckte Schätze mittels deren Koordinaten zu finden. Statt Kompass und Karte kann man nun aber auch Smartphones dafür nutzen. Die Schätze bestehen entweder aus einem Logbuch, in das man sich einträgt, oder einem Behälter, aus dem man etwas entnimmt und dafür etwas Neues hineinlegt. Nach dem Programmstart (und der Registration bei geocaching.com) zeigen mir beide Smartphones eine Auswahl von Geocaching-Verstecken in der Umgebung an, zusammen mit der Beschreibung und dem Schwierigkeitsgrad. Zum Beginnen wähle ich ein Ziel, das sich in der Nähe meines Büros befindet:
Frieda@Stadelhofen: Ich mache mich auf den vorgeschlagenen Weg und folge den Angaben auf dem Display. Doch das ist gar nicht so einfach, denn im Map-Modus sehe ich bloss eine Linie, die wie ein Gummiband zwischen meinem Standort und dem Ziel gespannt ist. Im Kompass-Modus erfahre ich bloss, in welcher Richtung Luftlinie und wie weit entfernt es liegt. Wie ich dorthin komme, ist also meine Sache (und auch nicht immer ganz ungefährlich, ob dies nun Strassen oder Schluchten sind, die es zu überqueren gilt). 
 
Wenn da nicht dauernd diese blöden Gebäude im Weg wären, hätte ich das Geocache schon längst gefunden! So aber muss ich mir selber einen Weg um die Hindernisse suchen, immer wieder den Blick auf den Bildschirm gerichtet, der mir Informationen zur einzuschlagenden Richtung, zur Distanz und zur GPS-Genauigkeit gibt. Dank Kompass und Strassenkarte aber nähere ich mich dem Versteck immer mehr, bis ich es zwischen zwei Häusern... Doch: halt! Beim Geocachen ist man gehalten, nicht zu viel zu verraten, um den nachfolgenden Explorern den Spass nicht zu verderben. Immerhin kann ich sagen, dass es sich beim Frieda-Geocache um ein Element einer ganzen Gruppe von Verstecken rund um das Thema Forchbahn handelt, welche im Volksmund eben auch Tante Frieda genannt wird. Auch in der freien Natur gibt es eine Vielzahl von Caches zu entdecken, zu denen die Smartphones dank Satellitennavigation zielgenau hinführen.

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