Meta Navigation

Ein Pro, das zum Contra wird


Ein Pro, das zum Contra wird

Die erste SRG-Umfrage zeigt: Würde heute abgestimmt, würde die Initiative angenommen – mit einschneidenden Konsequenzen für Swisscom


Die erste SRG Trendumfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Stimmbürger heute Ja sagen würden zur Service Public Initiative. Das ist keine Überraschung – verspricht doch die Initiative viel Gutes. Doch kann sie das halten? Und was bedeutet das für Swisscom und ihre Aktionäre?

Regula Brand Riquelme, die sich bei Swisscom kommunikativ um die Fragen rund um die pro Service public Initiative kümmert, hat zusätzliche Informationen zum Bericht im letzten piazzetta.

 

Was passiert mit Swisscom, wenn die Initiative am 5. Juni angenommen wird?

Das Volk stimmt über einen Verfassungstext ab. Dieser müsste als nächstes auf Gesetzesstufe konkretisiert werden, was gut drei Jahre dauern kann. Während dieser Zeit ist aufgrund des unklar formulierten Initiativtextes nicht klar, welche Auswirkungen die Initiative genau auf Swisscom haben wird.

 
Welche Konsequenzen wären möglich?

Eine Einschränkung beim Gewinn – geschweige denn ein Gewinnverbot - bedeuten weniger IInvestitionen und damit einen grossen Wettbewerbsnachteil in einem dynamischen und globalen Markt. Die Weiterexistenz von Swisscom als an der Börse kotiertes Unternehmens wäre grundsätzlich in Frage gestellt. Ein "Ja" führt zu einem Werteverlust der Swisscom-Aktien. Davon betroffen sind der Bund und rund 73‘000 Minderheitsaktionäre, darunter viele Pensionskassen.

Swisscom müsste ihre Löhne an diejenigen der Bundesverwaltung anpassen. Dies würde nicht nur den CEO Lohn betreffen, sondern hätte auch Auswirkungen auf alle Löhne. Denn heute sind die Löhne von uns allen an den TELCO- und IT-Arbeitsmarkt ausgerichtet und mit den Sozialpartnern verhandelt. Künftig alleine massgeben wäre das Lohnniveau der Bundesverwaltung.
 

Die Initiative will mehr Service Public, verspricht besseren Service. Ist das nicht im Interesse der Swisscom?

Leider unterscheidet sich der effektive Verfassungstext von den Versprechungen der Initianten. Sie haben versucht ihre Wünsche und Vorstellungen in konforme Formulierungen zu fassen – und haben stattdessen einen realitätsfernen und kaum umsetzbaren Artikel geschaffen. Das ist denn auch der Hauptgrund, wieso sämtliche Parlamentarier von sämtlichen Parteien die Initiative ablehnen: weil sie in Tat und Wahrheit den Service Public nämlich nachhaltig beschädigen würde. So wird gefordert, dass Swisscom nicht nach Gewinn streben soll – die würde die Existenz von Swisscom als Börsenkotiertes Unternehmen beenden, denn eine Aktiengesellschaft lebt davon, dass der Aktionär gegen Beteiligung am Unternehmensgewinn dem Unternehmen Kapital zur Verfügung stell- im Falle von Swisscom entspricht dies heute einem Börsenwert von über CHF 25 Mrd. Ohne Gewinn gibt es in diesem globalisierten Markt aber auch keine Investitionen und keine Innovation. Oder sie verbietet Quersubventionierungen, obwohl genau diese den Service Public – landesweit gleiche Leistungen zum gleichen Preis – erst möglich machen. Und schliesslich sprechen die Initianten primär vom Lohn des CEO – um im effektiven Verfassungsartikel aber pauschal von allen Löhnen zu sprechen, die diejenigen der Bundesverwaltung nicht übersteigen dürfen.


Links:

Pro und Contra

 

Kontakt

Fragen an unsere Redaktion? Setzen Sie sich mit uns in Verbindung.


Infrastruktur


piazzetta

Wir halten Euch viermal jährlich per E-Mail auf dem Laufenden.

Zur Übersicht