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Medienmitteilung

Swisscom setzt auf Wachstum und fordert mehr Handlungsfreiheit

13. April 2000

Swisscom-Konzernchef Jens Alder konnte anlässlich der Bilanz-Medienkonferenz für das Geschäfts- jahr 1999 ein gutes Ergebnis präsentieren. Der Nettoumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,7% auf CHF 11,16 Mia., das Betriebsergebnis (vor Restrukturierungsaufwand) ist jedoch mit CHF 2,74 Mia. um 4% tiefer als im Vorjahr ausgefallen. Der intensivere Wettbewerb, Preiszerfall und empfindliche Einbussen in der Festnetzkommunikation konnten vom Boom im Mobilbereich nicht vollständig aufgefangen werden. Dank ausserordentlichen Erträgen aus Gewinnen assoziierter Gesellschaften und dem Wegfall von Verlusten aufgegebener Tätigkeiten konnte der Reingewinn um rund 54% auf CHF 2,39 Mia. gesteigert werden.

Gemäss Finanzchef Dave Schnell stieg der Betriebsaufwand unter Ausschluss der Akquisition debitel um CHF 38 Mio. an, weil die Kosten in den Bereichen Informatik, Werbung und Verkauf stark zunahmen. Dagegen konnten die Personalkosten planmässig um 13% auf CHF 2,2 Mia. gesenkt werden.

Der Verwaltungsrat wird am 30. Mai 2000 der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende von CHF 11 auf CHF 15 je Aktie beantragen. Als Dank für die guten Leistungen und als Ansporn für die Zukunft beteiligt Swisscom die Mitarbeitenden am Unternehmenserfolg 1999 in Form von Aktien. In diesem Zusammenhang wird Swisscom in den nächsten Tagen rund 60´000 eigene Aktien im freien Markt beschaffen.

 

E-Business als Antriebskraft - neuer Bereich gebildet

Swisscom sieht ihre Zukunft im Kerngeschäft Schweiz, in internationalen Geschäftsaktivitäten und im E-Business. Gemäss Konzernchef Jens Alder bringt Swisscom die E-Business-Aktivitäten in einen neuen Bereich ein: "Wir sind uns des Potenzials dieses Wachstumsmarktes bewusst und wollen einer der führenden Anbieter im E-Business in der Schweiz werden". Der neue Bereich dient in erster Linie der Entwicklung und dem Aufbau neuer, erfolgversprechender Geschäfte und hat damit die Rolle eines "Incubators". Zusammen mit Commerce One baut Swisscom einen B2B-Online-Marktplatz auf, wo bereits erste Transaktionen ausgeführt wurde
Der Internet-Provider Blue Window konnte 1999 die Kundenzahl auf 322´900 mehr als verdoppeln - inzwischen liegt sie bereits bei über 450´000. Blue Window wird auf den 1. Mai 2000 als Aktien-gesellschaft verselbständigt und ein möglicher Börsengang wird vorbereitet. Mit Bertelsmann Online Schweiz wurde ein weiterer attraktiver Partner für Blue Window verpflichtet.

 

Abschaffung des TUG für erhöhten Handlungsspielraum

Um die Flexibilität des Unternehmens insbesondere bei strategischen Partnerschaften zu erhöhen, plädiert Markus Rauh gegen spezialgesetzliche Auflagen, die Swisscom in der unternehmerischen Freiheit einschränken, und für die Abschaffung des Telekommunikations-Unternehmensgesetzes (TUG). Das TUG schreibt heute die Mehrheitsbeteiligung des Bundes fest: "Einzig als Aktiengesellschaft nach Obligationenrecht haben wir den Handlungsspielraum, um die Zukunft von Swisscom im sich rasant verändernden Umfeld zu gestalten". Die Forderung bedeute nicht, dass der Bund seine Aktien sofort verkaufen müsse. "Aber sie würde Swisscom erlauben, die Initiative für neue Opitionen zu ergreifen. Damit bei Bedarf zeitgerecht gehandelt werden kann, muss der politische Prozess jetzt in Gang gesetzt werden", meinte Rauh.

 

Swisscom prüft Börsengang des Mobil-Bereichs

Der Swisscom-Konzern ist mit derzeit rund 2,5 Millionen Natel-Kunden klarer Marktführer in der Schweizer Mobilkommunikation. Laut dem Präsidenten des Swisscom-Verwaltungsrates, Markus Rauh, wird die Mobiltelefonie heute sehr viel höher bewertet als die Festnetztelefonie und die zu erwartenden hohen Kosten für den Erwerb einer UMTS-Lizenz und den Aufbau eines UMTS-Netzes erforderten spezielle Finanzierungsmodelle. Aus diesen Gründen prüft Swisscom einen möglichen Börsengang von Swisscom Mobile, wobei der Konzern weiterhin die Mehrheit halten wird. Dazu Markus Rauh: "Diese neuen Aktien würden eine Währung des New-Economy-Handels schaffen, mit der wir weitere Transaktionen realisieren könnten."

 

Wachstum in mobiler Datenkommunikation und breitbandigen Festnetzdiensten

In der Schweiz bieten sich weitere Wachstumspotenziale insbesondere bei Mobile & Data sowie beim Breitband-Zugang und den Breitbanddiensten im Festnetz. Im Schweizer Geschäft der Mobilkommunikation konnte Swisscom trotz intensivem Wettbewerb beim Betriebsergebnis (EBIT) die Marge von 43% halten. Im Sommer dieses Jahres ist die Lancierung eines Breitband-Angebots auf dem Festnetz (ADSL) vorgesehen. ADSL ermöglicht vor allem kleineren und mittleren Unternehmen sowie Internet-Kunden eine noch schnellere und kostengünstigere Datenübermittlung auf normalen Kupferleitungen.

 

debitel mit monatlich über 200´000 Neukunden

Mit dem Kauf von debitel, der grössten netzunabhängigen Telefongesellschaft Europas, verdoppelte Swisscom 1999 den Kundenstamm auf einen Schlag. Im letzten Jahr konnte debitel jeden Monat über 200´000 Neukunden registrieren - mittlerweile sind es rund 5,5 Millionen Kunden. Auch debitel wird sich für die Vergabe einer UMTS-Lizenz im boomenden Wachstumsmarkt Deutschland bewerben.

 

Ausblick 2000: höherer Reingewinn dank ausserordentlichen Transaktionen

Für das laufende Jahr erwartet Swisscom dank erstmals vollkonsolidierter Rechnung von debitel zwar einen markanten Umsatzanstieg. Auf Grund beschränkter Wachstumsmöglich keiten im Inland wird das Betriebsergebnis des Konzerns jedoch tiefer als im Vorjahr ausfallen. Demgegenüber erwartet Swisscom eine Zunahme des Reingewinns dank ausserordentlichen Transaktionen wie dem Verkauf des Anteiles an Cablecom und - bei gleichbleibenden Marktbedingungen - der geplanten Veräusserung eines Teils der Immobilien von Swisscom.


Bern, 13. April 2000

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