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Medienmitteilung

Rückzug aus UMTS-Bietverfahren: Swisscom und debitel wollen UMTS mit Partnern anbieten

11. August 2000

debitel und Swisscom haben sich heute aus der Auktion um eine UMTS-Lizenz in Deutschland zurückgezogen. Sie wollen nun mit massiven Investitionen in das Kundenwachstum bis zum Start von UMTS überproportional am Marktwachstum teilhaben und zusammen mit Partnern aus dem Kreis der Lizenzinhaber als alternativer und innovativer Anbieter von UMTS-Dienstleistungen auftreten.

debitel und Swisscom, die als Bieterkonsortium debitel Multimedia GmbH an der Auktion um eine UMTS-Lizenz in Deutschland teilnahmen, haben sich nach gründlicher wirtschaftlicher Kalkulation heute aus dem Verfahren zurückgezogen. "debitel hat um die UMTS-Lizenz mitgeboten, um beim Netzzugang unabhängig zu sein" erklärte dazu der debitel-Vorstandsvorsitzende Peter Wagner. "Diese Unabhängigkeit hat einen ganz bestimmten wirtschaftlichen Wert. Steigen die Kosten für den Lizenzerwerb darüber hinaus, wird einzig der schnelle Marktzugang zum alles entscheidenden Kriterium. Denn ohne genügend Kunden ist die Lizenz nutzlos und rechtfertigt eine so hohe Investition nicht mehr. Unsere Stärke ist die Marktnähe: Wir haben einen grossen Kundenstamm, ein breites Vertriebsnetz und eine effiziente Kundenbetreuung. Wir werden den Lizenzinhabern helfen, ihr Kundenproblem zu lösen. Diese Strategie ist für uns wirtschaftlich interessanter." Gleich nach Vergabe der Lizenzen werden Swisscom und debitel diesbezüglich Verhandlungen mit möglichen Partnern aus dem Kreis der Lizenzinhaber führen.

debitel baut seine Position als Europas grösster netzunabhängiger Service Provider aus. Mit massiven Investitionen werden der Kundenstamm, Vertriebsnetz und Kundenbetreuung weiter verstärkt. Alleine bis Ende 2000 strebt debitel in Deutschland eine Kundenbasis von heute rund 5 Millionen auf über 6,5 Millionen Teilnehmern an, in Europa von derzeit rund 6,5 auf über 8,6 Millionen. Das Unternehmen verfügt bereits heute mit über 7000 Vertriebsstellen über den besten Marktzugang.

Die neuen UMTS-Dienstleistungen werden eine verschärfte Aufgabenteilung auf dem Mobilfunkmarkt bewirken. Auf der einen Seite stehen der Aufbau und Betrieb der kostspieligen Infrastruktur. Auf der anderen Seite gewinnen die Bereitstellung und die Vermarktung der neuen mobilen Dienstleistungen und Angebote eine zentrale Bedeutung. debitel konzentriert sich auf dieses neue, schnell wachsende Geschäftsfeld.

Für die Nummer 3 im deutschen Mobilkommunikationsmarkt, an welcher Swisscom mit 74% der Aktien die Mehrheit hält, sind damit die Grundlagen für das weitere Wachstum und die Ausschöpfung der Wertschöpfungstiefe bis hin zur Entwicklung zum "Mobile Virtual Network Operator MVNO gegeben. "Im grössten Wachstumsmarkt Europas ist es für debitel und Swisscom entscheidend, am künftigen Potential zu partizipieren und eine Wachstumsalternative zu einer eigenen UMTS-Lizenz bieten zu können", unterstrich Jens Alder, Präsident der Konzernleitung von Swisscom und Aufsichtsratsvorsitzender von debitel.

Swisscom und debitel werden gemeinsam massiv in die Entwicklung von UMTS-Infrastruktur und -Produkten investieren. Zur Finanzierung der Investititonskosten stehen verschiedene Optionen offen. Beim Abschluss einer MVNO-Vereinbarung mit genügender Wertschöpfungstiefe wird eine Zusammenlegung der Mobile-Aktivitäten von Swisscom und debitel mit anschliessendem Börsengang angestrebt. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung auf Stufe der Swisscom AG. Ein entsprechender Entscheid wird der Generalversammlung der Swisscom AG durch den Verwaltungsrat nach Absprache mit dem Hauptaktionär unterbreitet.


Bern, 11. August 2000

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