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Medienmitteilung

Wirtschaftliches Umfeld und anhaltender Preisdruck zwingen Swisscom zu Stellenreduktion

13. Januar 2003

Die Swisscom-Gruppe hält an den bisherigen Erwartungen für den finanziellen Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres 2002 fest. Um den längerfristigen Erfolg aller Bereiche des Unternehmens sicherzustellen, sind jedoch weitere Anpassungen der Strukturen notwendig.

Vorab im Bereich der Geschäftskunden müssen in der Swisscom-Gruppe aufgrund der schwachen Konjunktur und anhaltend hohem Konkurrenzdruck Kapazitäten reduziert werden. Die schwache Konjunktur wirkt sich negativ auf die Investitionstätigkeit der Unternehmen aus; eine rasche Besserung wird nicht erwartet. Die nur noch zurückhaltend getätigten Investitionen in Telekommunikationsausrüstungen und ?lösungen machen eine Anpassung der Strukturen und Kosten im Bereich der Geschäftskunden unumgänglich.

Regulierung bewirkt Marktanteilsverluste und verhindert Wachstum im Heimmarkt

Zusätzlich führen die regulatorischen Eingriffe zur Förderung der Konkurrenz auf dem Telekommunikationsmarkt zu einem anhaltenden Preis- und Kostendruck sowie zu einem gewollten Marktanteilsverlust von Swisscom im Bereich der Festnetztelefonie. Gleichzeitig wird damit ein Wachstum im Heimmarkt weitgehend verunmöglicht. Der Wachstumsbereich Mobilkommunikation vermag den Abbau an Arbeitsplätzen in den regulierten Bereichen nur bedingt zu kompensieren.

Im Segment Enterprise Solutions ist die Nachfrage nach Kommunikationslösungen aus konjunkturellen Gründen stark zurückgegangen. Zusätzlich erhöht sich der Kostendruck durch den anhaltenden Preiszerfall in der Festnetztelefonie. Für eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ist eine massive Senkung der Kosten, die Aufgabe von unrentablen Aktivitäten und damit eine Reduktion um rund 380 Arbeitsstellen bis Mitte 2004 unumgänglich.

Wie bereits am 22. August 2002 angekündigt ist bei Swisscom Systems eine umfassende Restrukturierung und Neuausrichtung des Geschäfts nötig. Der im Vertrieb und Unterhalt von Hauszentralen (TVA) tätige Bereich ist vorab von einem rückläufigen Marktvolumen und sinkenden Hardware-Preisen betroffen. Der Restrukturierungsplan wurde in den vergangenen Monaten unter der Führung eines neu eingesetzten Managements erarbeitet und sieht einen Abbau von rund 470 Arbeitsstellen vor.

Swisscom IT Services plant einen Abbau von rund 80 Stellen, eingeschlossen sind auch die Synergien aus der Integration der Conextrade AG gemäss der Ankündigung vom 23. Oktober 2002. Gründe für die Reduktion sind der starke Wettbewerb unter den Anbietern neuer IT-Leistungen und der weitergegebene Kostendruck der angestammten Kunden. Der Abbau wird wenn immer möglich über natürliche Fluktuation und eine Standortoptimierung realisiert.

Aufgrund der strikten regulatorischen Bestimmungen und dem starken Wettbewerb im Festnetzbereich ist das Segment Fixnet mit einem anhaltenden Margendruck bei stagnierender Netzauslastung konfrontiert. Zur Stärkung der Marktposition sind weitere Kostensenkungen und damit ein Abbau von rund 200 Stellen unerlässlich. Davon entfallen rund 80 Stellen auf Cablex: Die beim Bau und Unterhalt des Festnetzes tätige Cablex verzeichnet bei einem hohen Wettbewerbsdruck ein rückläufiges Marktvolumen. Geprüft wird zudem eine Auslagerung der Fixnet-Logistik mit rund 60 Arbeitsstellen. Beim Nettoabbau von 200 Stellen von Fixnet ist die Schaffung von rund 50 Arbeitsstellen im wachsenden Geschäft mit dem Breitband-Internetzugang ADSL enthalten.

Als Folge des Umbaus von Swisscom in eine Gruppe wird der Hauptsitz (zentrale Bereiche) weiter verkleinert und die Zahl der Arbeitsstellen um rund 60 reduziert.

Weiter ausgebaut werden dagegen die Aktivitäten von Swisscom im Bereich Mobile , wo im laufenden Jahr zusätzlich rund 140 Arbeitsstellen geschaffen werden. Über eine interne Stellenbörse ist sichergestellt, dass vom Abbau betroffene Mitarbeitende anderer Gruppengesellschaften bei Eignung bevorzugt werden.

Von den Massnahmen zum Stellenabbau bei Swisscom sind aus heutiger Sicht in erster Linie die Wirtschaftsräume Zürich und Bern und in geringerem Ausmass die Regionen Genf, St. Gallen und Basel betroffen. Die Swisscom-Gruppe wird auch nach den genannten Restrukturierungen im Vergleich mit der Konkurrenz über ein gut ausgebautes und flächendeckendes Angebot für Privat- und Geschäftskunden verfügen.

Swisscom-Gruppe hat rund 2 Milliarden CHF in Sozialpläne investiert

Alle von der Stellenreduktion betroffenen Mitarbeitenden profitieren vom zu Beginn der Liberalisierung mit den Sozialpartnern ausgehandelten, hervorragenden Swisscom-Sozialplan. Die Unternehmensgruppe hat seit Anfang 1998 rund 2 Milliarden CHF in Sozialpläne investiert.

Zentrales Element im Restrukturierungsprozess ist das sogenannte Perspektiv Center. Es unterstützt die Betroffenen mit verschiedenen Programmen. So mit dem Arbeitsmarktzentrum (AMZ), wo die von einem Stellenabbau betroffenen, dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten Mitarbeitenden bei vollem Lohn betreut, neue Perspektiven aufgezeigt und bei der Stellensuche unterstützt werden. Rund 90% der Swisscom-Arbeitsverhältnisse sind dem GAV unterstellt. Die durchschnittliche Verweildauer im AMZ ist rund 9 Monate. Von den bisher rund 1?500 AMZ-Teilnehmenden haben 93 Prozent wieder eine Stelle innerhalb oder ausserhalb des Unternehmens angetreten oder eine andere sozial verträgliche Lösung gefunden. Ältere Mitarbeitende werden von Worklink, einem Joint Venture von Swisscom, Manpower und den Gewerkschaften, unterstützt. Worklink vermittelt Temporärstellen und begleitet die Mitarbeitenden bei ihrer Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Modellcharakter hat das Gründerprogramm Co-Motion, das den Interessierten Wege in die Selbständigkeit aufzeigt und mit ihnen plant. Im Rahmen von Co-Motion wurden bisher rund 150 Firmen gegründet.

Die Swisscom-Gruppe verzeichnete per Ende 2002 in der Schweiz insgesamt rund 17?300 Vollzeitstellen.

Bern, 13. Januar 2003

Kontakt

Swisscom AG
Media Relations
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