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Medienmitteilung

Schwierige Marktverhältnisse führen zu Stellenreduktion bei Swisscom im Jahr 2004

23. Oktober 2003

Swisscom kann - strukturell bedingt - in der Schweiz nicht wachsen. Das Unternehmen sieht sich zudem fallenden Preisen bei gleichzeitig hohem Investitionsbedarf ausgesetzt. Dem daraus entstehenden hohen Kostendruck begegnet das Unternehmen mit Massnahmen zur Steigerung der Effizienz und damit auch einer Stellenreduktion. Denn nur mit konsequentem Nutzen von Einsparpotenzialen können die Konkurrenzfähigkeit und der langfristige Erfolg von Swisscom gesichert werden.

Rationalisierungen und abnehmende Arbeitsvolumen

Swisscom Fixnet setzt ihre bereits vor mehreren Jahren eingeleiteten Rationalisierungen auch im kommenden Jahr fort. Bei Swisscom IT Services und SIMAG ist der jetzt notwendige Stellenabbau eine Folge der anhaltend schwierigen Situation auf dem IT-Markt und der rückläufigen Nachfrage nach internen Dienstleistungen. Der Technologiewandel und die primär durch Regulierung eingeschränkten Wachstumschancen der Swisscom-Gruppe führen zu rückläufigem Raumbedarf und zu abnehmendem Arbeitsvolumen.

Über natürliche Fluktuation, interne Besetzung von freien Stellen und über die mit den Sozialpartnern anzugehenden Verhandlungen über alternative Arbeitszeitmodelle wird Swisscom alles daran setzen, die Zahl der vom Abbau betroffenen Personen so klein wie möglich zu halten. Für die Betroffenen wurde mit den Sozialpartnern die Verlängerung des sehr grosszügigen Sozialplans um weitere zwei Jahre vereinbart. Die regionalen Auswirkungen der Massnahmen können in ihrer Gesamtheit erst im ersten Quartal 2004 beziffert werden.

Swisscom geht davon aus, dass die seit Jahren laufende Anpassung der Geschäftsprozesse auch künftig ein wichtiger Teil der Aufgaben von Swisscom sein wird. Swisscom wird nach heutiger Einschätzung auch in den nächsten Jahren kaum ein Umsatzwachstum in der Schweiz realisieren können. Als Konsequenz daraus werden weitere Effizienzsteigerungen nötig sein. Nur diese Massnahmen stellen sicher, dass Swisscom gesund bleibt und die zur Sicherung ihrer Zukunft notwendigen Investitionen vornehmen kann. Dies sind die Voraussetzungen, damit das Unternehmen weiterhin in der ganzen Schweiz erstklassige Telekommunikations- und Informatikdienste anbieten und einen Service Public im ganzen Land sicherstellen kann.

Effizienzsteigerungen bei Swisscom Fixnet und Bluewin

Swisscom Fixnet baut im kommenden Jahr 260 von insgesamt rund 7'800 Arbeitsstellen ab. Mit dieser Massnahme reagiert das Unternehmen auf die zunehmende Konkurrenz, den rückläufigen Umsatz und die Auswirkungen der Regulierung. Gemäss den Plänen soll rund ein Drittel des Abbaus über die natürliche Fluktuation resp. einen Wechsel der Arbeitsstelle innerhalb des Unternehmens erfolgen. Beim Nettoabbau von 260 Stellen ist die Schaffung von 45 Stellen in der Kundenbetreuung enthalten.

Der Internet-Provider Bluewin wird auf Grund des Booms im ADSL-Geschäft und geringeren Wachstums der übrigen Aktivitäten seine Ressourcen neu ausrichten. Bluewin wird die Bereiche Internet-Zusatzdienste, Portal sowie zentrale Dienste umstrukturieren und das Angebot straffen. Mit dem Umbau bei Bluewin ist eine Reduktion von rund 40 der insgesamt 340 Vollzeitstellen verbunden.

Schwierige Marktverhältnisse bei Swisscom IT Services erfordern Neuausrichtung

Die Preise im Schweizer Telekommunikationsmarkt sind in den letzten fünf Jahren um rund einen Drittel gesunken. Dieser Druck wirkt sich auch auf die Umsätze der innerhalb von Swisscom erbrachten Informatikdienstleistungen aus und zwingt Swisscom IT Services zu einer massiven Kostenreduktion. Trotz einiger Erfolge konnte die seit Anfang 2002 operativ tätige Tochtergesellschaft von Swisscom mit rund 2300 Vollzeitstellen die sinkenden gruppeninternen Umsätze mit dem Drittmarktgeschäft nicht kompensieren. Gründe dafür sind die anhaltend schwierigen Marktverhältnisse in der IT-Branche.

Das Unternehmen richtet sich per 1. Januar 2004 neu aus und konzentriert sich auf die Branchen Telekommunikation, Finanzdienste und weitere ausgewählte Segmente. Bestehende Kunden ausserhalb dieser Branchen werden weiterhin betreut. Im Zentrum der Neuausrichtung stehen die Kundenorientierung, Effizienz, Branchenkompetenz und die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit. Im Zuge der neuen Strategie passt Swisscom IT Services auch ihre Organisation an: Die Geschäftsleitung wird von heute zehn auf sechs Personen reduziert.

Der Kostendruck zwingt Swisscom IT Services, ihren Stellenbestand bis Ende 2004 um rund 300 Einheiten zu senken. Swisscom IT Services rechnet, dass ein Teil dieser Stellen über die Fluktuation (Austritte, Pensionierungen) reduziert werden kann. Dank Massnahmen wie Tele- und Teilzeitarbeit, Mobilitätspauschalen und alternative Arbeitszeitmodelle in ausgewählten Bereichen fällt der Abbau geringer aus als ursprünglich notwendig.

Sinkender Raumbedarf bei Swisscom Immobilien

SIMAG, die Serviceorganisation von Swisscom für Corporate Real Estate und Facility Management, bietet ihre Leistungen primär den Gesellschaften der Swisscom-Gruppe an. Als Folge des Technologiewandels und der laufenden Strukturanpassungen bei Swisscom nimmt der Bedarf der Gruppengesellschaften an Flächen und Dienstleistungen seit Jahren deutlich ab. Dies führt zu geringeren Umsätzen, einem reduzierten Angebot und damit zu personellen Überkapazitäten. Für eine künftig erfolgreiche Geschäftsentwicklung muss die SIMAG bis Ende 2004 rund 55 von heute insgesamt rund 400 Stellen abbauen.

Positive Erfahrungen mit gut ausgebautem Sozialplan

Alle von der Stellenreduktion betroffenen Mitarbeitenden bei Swisscom Fixnet, Swisscom IT Services, SIMAG und Bluewin profitieren vom zu Beginn der Liberalisierung mit den Sozialpartnern ausgehandelten, sehr gut ausgebauten Swisscom-Sozialplan. Swisscom hat seit 1998 über zwei Milliarden Franken in den Sozialplan investiert.

Der innovative Sozialplan basiert auf drei Säulen: Die von einem Stellenabbau betroffenen Personen werden von der Swisscom-Tochter PersPec Personal Perspectives AG in der beruflichen Neuausrichtung begleitet und erhalten während 12 bis 18 Monaten den vollen Lohn von Swisscom. Von den bisher rund 1900 Personen, die dieses Programm absolviert haben, fanden rund 90% wieder eine Stelle. Ältere Mitarbeitende, die gewisse Voraussetzungen erfüllen, haben Anspruch auf die Leistungen der Worklink AG. Das Unternehmen bietet temporäre Beschäftigung bis Alter 60; danach erfolgt die vorzeitige Pensionierung. Zum Sozialplan gehört als dritter wesentlicher Pfeiler das Gründerprogramm Co-Motion, das Interessierten Wege in die Selbständigkeit aufzeigt. Seit 1999 wurden so bereits 200 Gründer und Gründerinnen unterstützt.

Bereits im Vorfeld eines Stellenabbaus können die Dienste des Swisscom Venture Fund genutzt werden: Er unterstützt Mitarbeitende, die Aktivitäten übernehmen, die von Swisscom nicht mehr angeboten werden (Outsourcing). Der Swisscom Venture Fund hat seit der Gründung 1998 insgesamt 16 Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitenden unterstützt. 


Bern, 23. Oktober 2003

Kontakt

Swisscom AG
Media Relations
3050 Bern

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