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Schwierige Wirtschaftslage in Italien und künftig tieferes Wachstum führen zu einer Wertberichtigung bei Fastweb – Reingewinn von Swisscom wird um CHF 1,2 Mrd. reduziert

Bern, 14. Dezember 2011

Die wirtschaftlich schwierige Lage und steigende Zinsen führen zu reduzierten Wachstumsaussichten und höheren Kapitalkosten in Italien. Als Folge davon wird der Geschäftsplan der italienischen Tochtergesellschaft Fastweb angepasst und der Wert der Beteiligung korrigiert, was den Reingewinn von Swisscom im Jahresabschluss für 2011 um CHF 1,2 Mrd. reduziert. Der Cashflow und die Ausschüttung an die Aktionäre werden von der Wertberichtigung nicht negativ tangiert. Der kommenden Generalversammlung wird eine Erhöhung der Dividende um CHF 1 auf CHF 22 pro Aktie vorgeschlagen. Auch auf die hohen Investitionen in der Schweiz hat die Wertberichtigung keinen Einfluss.

Swisscom hat Fastweb im Frühjahr 2007 übernommen, um mit der modernen Glasfaserinfrastruktur des Unternehmens vom Wachstum des italienischen Breitbandmarktes zu profitieren und so die erwartete Umsatz- und Ergebniserosion im Schweizer Geschäft kompensieren zu können. Fastweb hat sich seit der Übernahme positiv entwickelt: Der Umsatz des Unternehmens stieg um rund 50% auf EUR 1,9 Mrd. im Jahr 2010, der EBITDA bereinigt um Sondereffekte nahm in derselben Periode um über 50% auf rund EUR 490 Mio. zu.

Fastweb verfügt über eine starke Marktposition im Segment der grossen und mittleren Unternehmen: Mit einem Marktanteil von rund 20% ist Fastweb im Segment der Geschäftskunden die klare Nummer Zwei und wächst dank eigener Infrastruktur und einer sehr hohen Kundenzufriedenheit kontinuierlich. Der Marktanteil in diesem Segment konnte seit dem Erwerb durch Swisscom verdoppelt werden und wächst weiter.

Im Segment der Privatkunden ist Fastweb nach einer Wachstumsphase jedoch in den letzten Quartalen unter Druck geraten. Auslöser dieser Entwicklung sind das auch aufgrund der Finanz- und Schuldenkrise schwierige wirtschaftliche Umfeld in Italien, eine zunehmende Sättigung des Breitbandmarktes und seit dem Markteintritt neuer Anbieter ein sehr intensiver Preiswettbewerb. Dies schlägt sich im Privatkundensegment stärker als erwartet in rückläufigen Durchschnittsumsätzen pro Kunde nieder. Die Wechselbereitschaft der Kunden zwischen den Anbietern ist gestiegen und der Anteil am Nettoneukundenzuwachs ist tiefer als ursprünglich geplant. Ausserdem ist Fastweb von hohen Forderungsausfällen belastet.

 

Geringeres künftiges Wachstum und schlechtere wirtschaftliche Aussichten Italiens mit steigenden Zinsen reduzieren die Werthaltigkeit

Die wirtschaftliche Lage Italiens hat sich im Zuge der Schuldenkrise der letzten Monate weiter verschlechtert. Die Renditen der Staatsanleihen sind stark angestiegen, auch die Renditedifferenzen zum risikoarmen Zinssatz des Euro. Hohe Staatsverschuldung, schwaches Wirtschaftswachstum, steigende Arbeitslosigkeit und politische Unsicherheit sind Risikofaktoren, die das künftige Wachstum und damit den Unternehmenswert beeinträchtigen. Im Werthaltigkeitstest von Fastweb wurde deshalb das erhöhte Länderrisiko Italiens mit einem Zuschlag bei den Kapitalkosten berücksichtigt und die Wachstumsaussichten reduziert.

Swisscom hat für den Kauf von Fastweb insgesamt EUR 4,6 Mrd. investiert. Der Werthaltigkeitstest hat nun ergeben, dass unter Berücksichtigung der höheren Kapitalkosten und des geringeren Wachstums der Unternehmenswert von Fastweb Ende 2011 um rund EUR 1,3 Mrd. unter dem Buchwert der Nettoaktiven inkl. Goodwill liegt. Swisscom wird daher in der Konzernrechnung 2011 eine ergebniswirksame, ausserordentliche Wertberichtigung in gleicher Höhe verbuchen. Mit Einbezug der ordentlichen jährlichen Abschreibungen verbleibt ein Nettobuchwert von EUR 2,9 Mrd. Im Vergleich zur gesamten Investition entspricht dies einer Wertminderung von rund 35% seit der Übernahme. Nach Abzug von Steuereffekten wird der Reingewinn von Swisscom für das Jahr 2011 mit CHF 1,2 Mrd. belastet. Im Jahr 2010 betrug der Reingewinn rund CHF 1,8 Mrd.

Der Kaufpreis für Fastweb im Jahr 2007 war aus damaliger Sicht angemessen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Italien haben sich seither jedoch stark verschlechtert. Andere im italienischen Markt aktive Telekomunternehmen wie Vodafone und Telecom Italia haben 2011 ebenfalls ausserordentliche Wertberichtigungen vorgenommen. Insgesamt haben die Bewertungen von Unternehmen unter dem deutlich negativeren wirtschaftlichen Ausblick stark gelitten: Seit der Ankündigung der Übernahme sank der italienische Aktienindex MIB um 63%, der europäische Stoxx 600 Telecom Index um 20% und der Schweizer SMI um 37%.

 

Weitere Effekte der europäischen Währungskrise

Der massive Zerfall des Euro hat weitere unterschiedliche finanzielle Auswirkungen auf Swisscom. So schwankt das Eigenkapital mit der Höhe der Währungsumrechnungsdifferenzen der Auslandsbeteiligungen. Bei einer Abschwächung des Euro sinkt das Eigenkapital, bei einer Abschwächung des Schweizer Franken erhöht sich das Eigenkapital. Die Reduktion des Eigenkapitals betrug per Ende 2010 rund CHF 1,55 Mrd. und blieb im Jahr 2011 praktisch stabil. Die Veränderungen sind buchhalterisch und nicht realisiert. Sie haben keinen Einfluss auf den Reingewinn von Swisscom.

Im Weiteren reduziert ein schwacher Euro die in Schweizer Franken umgerechneten Geschäftszahlen der Auslandbeteiligung von Swisscom. Dagegen profitiert der Konzern bei Einkäufen von Geräten und Ausrüstungen im Euroraum von einer Abschwächung des Euro. Diese Effekte werden aber von der Preiserosion auf dem Schweizer Telekom-Markt mehr als wettgemacht.

 

Neuer Geschäftsplan von Fastweb mit reduziertem Umsatzwachstum

Um die mittelfristigen Ziele zu erreichen, wird Fastweb mit einer fokussierten Strategie und einem angepassten Geschäftsplan auf eine solide Basis gestellt. Der neue Geschäftsplan sieht - nach reduzierten Umsätzen in den ersten beiden Jahren - über die gesamte, fünfjährige Planungsperiode ein durchschnittliches, jährliches Umsatzwachstum von 2,5% (Vorjahr 5,1%) vor. Umsatztreiber sind die Partnerschaft mit Sky, die höhere Qualität der Dienste und ein Ausbau des Mobilfunkangebots. Eine gesteigerte Effizienz mit Kostensenkungen im Umfang von EUR 120 Mio. über die nächsten zwei Jahre und eine weitere Reduktion der Forderungsverluste sollen zu einer verbesserten EBITDA-Marge von 34% bis ins Jahr 2016 führen. Erste Erfolge konnten mit einer Verbesserung des Forderungsinkassos sowie einem erhöhten Marktanteil beim Neukundenzuwachs erzielt werden. Der Plan sieht zudem vor, dass das Verhältnis der Investitionen zum Umsatz im gleichen Zeitraum auf unter 18% sinken wird.

 

Wertberichtigung hat keinen Einfluss auf Dividendenausschüttung

Die Wertberichtigung bei Fastweb hat keine Auswirkung auf die Dividendenausschüttung. Der kommenden Generalversammlung wird eine Erhöhung der Dividende um CHF 1 auf CHF 22 pro Aktie vorgeschlagen. Im Verhältnis zur aktuellen Börsenkapitalisierung von Swisscom ergibt dies eine Dividendenrendite von rund 6,5%. Keine direkten Auswirkungen ergeben sich auch auf EBITDA, Cashflow und Nettoverschuldung. Als indirekte Folge werden die Steuerzahlungen tiefer ausfallen. Swisscom ist solide finanziert mit einem im Vergleich hohen Kreditrating und tiefen Finanzierungskosten.

Ebenso keinen Einfluss hat die Wertberichtigung auf die Preisgestaltung und die Investitionen in der Schweiz. Auch für die kommenden Jahre erwartet Swisscom eine Preiserosion in Höhe von jährlich mehreren hundert Millionen Franken. Swisscom investiert jährlich über eine Milliarde Franken in den Ausbau der Schweizer Infrastruktur. In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 lagen diese Investitionen bereits CHF 200 Mio. über dem Vorjahr. Diese Investitionen werden aufgrund des Breitbandausbaus im Fest- und Mobilfunknetz weiterhin hoch bleiben.

Kontakt

Swisscom AG
Media Relations
3050 Bern

media@swisscom.com