Triemli



Erfolgsgeschichte Triemlispital


«Eine komplexe Aufgabe war die Sicherheit»

Patrik Kaiser,
Stellvertretender Spitaldirektor und Leiter Bereich Informatik Triemli-Spital




Komfort und Sicherheit für Patienten

Im März 2016 eröffnete das Zürcher Stadtspital Triemli nach siebenjähriger Bauzeit das modernste Bettenhaus der Schweiz: Auch für allgemeinversicherte Patienten nur noch Zweibettzimmer, freundliche Raumgestaltung mit natürlichen Materialien – und an jedem Bett ein Multimedia-Terminal mit 18-Zoll-Touchscreen. «Die bestehenden Telefon- und Fernsehterminals aus dem alten Bettenhaus hätten sowieso ersetzt werden müssen», stellt Patrik Kaiser fest, stellvertretender Spitaldirektor und Leiter Bereich Informatik des Triemlispitals. «Wir haben den Umzug ins neue Bettenhaus genutzt, um eine ganz neue Lösung zu lancieren.»



Mehr als Telefon und TV

Mit dem blossen Ersatz der alten Hardware wollte sich das Triemlispital nicht begnügen. Das Team um Patrik Kaiser überlegte sich zusammen mit Ärzten und Pflegefachleuten genau, was ein Spital einem Patienten zusätzlich zur medizinischen und pflegerischen Betreuung heute bieten sollte.

Das Entertainment-Angebot – Fernsehen, Internetzugang sowie Telefonieren am Patientenbett – bleibt selbstverständlich weiterhin gefragt. Und zwar mit einem montierten Bildschirm und einem richtigen Telefonhörer. Das sei besonders für ältere Patienten wichtig, meint Kaiser und betont, eine Lösung mit Tablet und Headset sei deswegen nicht infrage gekommen.

Das Triemlispital geht mit dem neuen PUT (Patienten-Universal-Terminal) noch einen Schritt weiter: Neben dem Fernsehprogramm mit 98 Sendern können die Patienten auch über 130 Spielfilme als Video-on-Demand buchen – das Angebot wird laufend ausgebaut.

Ein weiteres Ziel war die Optimierung der Abläufe. Im klassischen Spital gibt es für alle Anliegen nur den Patientenruf. Der Pflegedienst weiss jeweils nicht, ob der Patient medizinische Hilfe benötigt oder nur einen Kaffee bestellen will. Um überflüssige Gänge zu vermeiden, bietet das neue PUT ein Kiosksystem, mit dem Patienten direkt beim Hotellerie-Etagendienst Getränke bestellen können und so mehr Selbstständigkeit erhalten.

Eine Pionierleistung ist die Integration des Klinikinformationssystems: Bei einer Visite kann der Arzt sich per Smartcard am Terminal identifizieren und dem Patienten mit Röntgenbildern, Laborwerten und andern Befunden den Stand der Behandlung anschaulich erklären. Auch der Patient selbst ist dabei mit seiner Karte angemeldet. So wird gewährleistet, dass immer das eigene Dossier und nicht etwa Angaben eines anderen Patienten zu sehen sind.

Die detaillierte Einsicht ins Dossier erhält der Patient nur, wenn auch sein Arzt anwesend ist. Zum generellen Ablauf der Behandlung – heute ein CT, morgen die Operation, vorher noch das Narkosegespräch – kann der Patient zusätzliche Informationen jederzeit selbst über eine Intranet-Anwendung einsehen. Dies erspart Rückfragen beim Pflegedienst und gibt den Patienten das Gefühl, stets informiert zu sein.



Komplexes Projekt mit vielen Beteiligten

Mit diesen klaren Vorstellungen suchte das Triemlispital 2014 nach der optimalen Lösung. «Die wichtigste Frage war dabei nicht, welches Gerät zum Einsatz kommt. Ausschlaggebend war die Bereitschaft des Lieferanten, sich einzubringen und uns bei der Integration in unsere Systeme zu unterstützen», hält Patrik Kaiser fest. Den Zuschlag erhielt Swisscom mit einer Lösung von Unify auf Basis des «HiMed Cockpit 18» von Siemens. Der Entscheid fiel im Oktober 2014. Ein Jahr später ging in der Maternité des Triemlispitals eine erste Pilotinstallation mit TV und Telefonie in Betrieb, bis Februar 2016 wurde der Grossteil der übrigen Funktionen ergänzt. Beim Umzug ins neue Bettenhaus stand das neue PUT mit erweitertem Funktionsumfang bereit.

Das Projekt bot gewisse Herausforderungen. So brachte die Integration mit der Telefonzentrale und dem Abrechnungssystem einiges an Entwicklungs- und Konfigurationsaufwand mit sich. Die Verbindung zwischen dem Terminal und dem Klinikinformationssystem Medfolio erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Hardware- und dem Softwarehersteller. Die gute Kooperation lobt auch Swisscom-Projektmanager Marcel Senn: «Durch die intensive Zusammenarbeit zwischen dem Stadtspital Triemli, Unify, Swisscom und aibIT, die den erweiterten Funktionsumfang und die Integration in die Klinik-Umsysteme vorangetrieben hat, konnten wir die innovativste Spital-Lösung für Patienten, Pflegepersonal und Aerzteschaft bereitstellen.»

«Eine komplexe Aufgabe war die Sicherheit», fügt Patrik Kaiser hinzu. Das PUT ist einerseits ein PC mit direkter Verbindung ins Internet. Es greift aber auch auf medizinische Daten zu, muss also je nach Situation in verschiedenen Netzzonen positioniert und abgesichert werden. Und es wird vom Patienten und nicht vom Personal bedient – ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Die sicherheitstechnischen Anforderungen bedingten unter anderem, dass die Hersteller ihre Lösungen entsprechend anpassen mussten.

Da das Triemlispital viele ältere Patienten behandelt, lag besonderes Augenmerk auf der Bedienung. Mit Unterstützung durch ein spezialisiertes Unternehmen wurden das Terminal und alle Anwendungen vor dem «Going Live» mit älteren Testpersonen auf Herz und Nieren geprüft und die erkannten Problempunkte eliminiert.



Positive Rückmeldungen

Die Patienten sind vom neuen PUT begeistert. So geben 62 Prozent beim Ausfüllen der Umfragebogen an, das Terminal habe den Komfort absolut oder eher erhöht. Drei Viertel finden, das PUT sei einfach zu bedienen. Für 41% würde die Verfügbarkeit eines PUT bei der nächsten Spitalwahl eine Rolle spielen. Und der Pflegedienst stellt fest, dass die Patienten mit dem grösseren Bildschirm und dem umfangreicheren TV-Angebot zufriedener sind als früher. Die Ärzte finden, der Zugriff auf das Patientendossier am Bett sei ein gutes Instrument.

«Es ist schweizweit das erste Patiententerminal, das derart umfassende Funktionen bietet», sagt Patrik Kaiser. «Wir haben von Anfang an stark mit den Ärzten und der Pflege zusammengearbeitet – sonst hätten wir das Projekt so nicht durchziehen können. Es liegt nicht nur an der Informatik, dass es heute funktioniert.» Und Marcel Senn zieht eine erfreuliche Bilanz: «Beim gesamten Team, das bei der Umsetzung mitgeholfen hat, schwingt ein gewisser Stolz mit, an diesem interessanten Projekt mitgearbeitet zu haben.»

Sich auf den Lorbeeren auszuruhen kommt für das Triemlispital indes nicht infrage. Die Lösung soll laufend weiterentwickelt werden. Die Antwortzeiten beim Aufruf der Patientendossiers könnten noch kürzer ausfallen. Auf der Roadmap steht zudem die Integration des Terminsystems, damit Patienten ihre Termine wie Röntgen oder Physio direkt auf dem Bildschirm nachschlagen können. 




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