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Kundeninterview Baumer Group



Kundeninterview

«Die Chefetage muss mitziehen»


Lars Geiger beschaffte für die Baumer Group Skype for Business von Swisscom. Warum er das vorerst nur für das Management tat, erklärt er im Interview.

 

Aktualisiert: 5. September 2016  Text: Hansjörg Honegger

 

Sie haben Skype for Business aus der Cloud von Swisscom eingeführt, erstmal nur für das Management. Warum nur für eine Abteilung?

Lars Geiger:Wir führten die Lösung zuerst für das Management ein, weil wir dessen Unterstützung brauchen. Wenn die Chefetage zeigt, dass sie eine neue Applikation nutzt, ist die breite Einführung einfacher. Jetzt sind weitere Abteilungen dran, bei denen wir einen klaren Mehrwert für den Einsatz des Tools sehen.

 

Andere Firmen rühren mit der grossen Kelle an, wenn sie auf «Work Smart» umstellen. Warum dieser doch eher defensive Ansatz?

LG: Work Smart – also arbeiten unabhängig von Ort und Zeit – ist nicht unser Ansatz. Wir in der Baumer-IT müssen grundsätzlich Lösungen für Anforderungen aus dem Business bieten. Eine grosse Anforderung im Moment ist, dass wir Abteilungen zusammenbringen müssen, die nicht am selben Standort, vielleicht nicht mal im selben Land sind. Ebenso müssen wir mit Kunden, Lieferanten und Dienstleistern zusammenarbeiten. Die alte Lösung konnte diese Bedürfnisse nicht mehr abdecken.

 

«Wir führten die Lösung zuerst für das Management ein, weil wir dessen Unterstützung brauchen.»


Warum ausgerechnet Skype for Business?

LG: Eine Microsoft-Lösung passte am besten in unsere IT-Landschaft. Wir haben Office, Microsoft Outlook, Exchange und Sharepoint im Einsatz. Skype for Business, das ehemalige Lync, bietet die volle Integration in diese Tools an.

 

Wie sind die ersten Erfahrungen?

LG: Im IT-Bereich hat es die Zusammenarbeit mit den Standorten in Übersee sehr stark vereinfacht. Wir haben mehr direkten Kontakt, der dank des Bildes auch persönlicher ist. Auch im Einkauf wird es zunehmend genutzt, ebenso wie im Marketing und der Entwicklung.

 

Was konnte vor allem Überzeugen: Videotelefonie oder auch die zahlreichen Kollaborations-Möglichkeiten?

LG: Für mich persönlich liegt der ganz grosse Vorteil in der Kollaboration. Man kann über mehrere Standorte verteilt an einem Bildschirm arbeiten, sieht gemeinsam den Inhalt und weiss, worüber man spricht. Videokonferencing wird bei Baumer schon sehr lange gemacht, das ist gang und gäbe hier. Heute noch auf veralteten Systemen, die wir ersetzen werden. Skype for Business bietet mir den Vorteil, dass ich einen Videochat auch von meinem Client aus machen kann.

 

Warum beziehen Sie Skype for Business von Swisscom?

LG: Swisscom machte uns das interessanteste Angebot. Die Vertragsbedingungen behagten uns am besten, da wir flexibel bleiben können.

 

«Für mich persönlich liegt der ganz grosse Vorteil in der Kollaboration.»


Dass es ein Schweizer Anbieter ist, war zweitrangig?

LG: Ja. Wichtig ist uns neben den finanziellen Aspekten aber, dass wir einen kompetenten Ansprechpartner vor Ort haben.

 

 

Können Sie die Lösung auch für Forschung und Entwicklung nutzen, wo mit sehr vielen heiklen und sensiblen Daten hantiert wird?

LG: Diese Abteilung kommuniziert heute noch sehr stark mit E-Mail. Das war aber tatsächlich der zweite grosse Versuchsballon, den wir gestartet haben, um zu schauen, was die neue Lösung alles bringt.

 

Gibt es Unterschiede, wie beispielsweise eine Marketingabteilung und eine F&E-Abteilung mit dem Tool umgeht?

LG: Die Anforderungen sind ganz anders. Marketing ist hauptsächlich an einer einfachen, funktionierenden Lösung interessiert mit der gemeinsam an einem Dokument gearbeitet werden kann. Für F&E muss die Applikation mit speziellen Tools funktionieren. Diese Mitarbeiter machen sich Gedanken darüber, was es heisst, in der Cloud zu arbeiten bzw. mit einem Microsoft-Tool. Vor allem die Mac- und Linux-Entwickler haben diesbezüglich Vorbehalte. Diese Fragen sind eine Herausforderung für uns.

 

Wie gehen sie damit um?

LG: Wir führen eine offene Diskussion mit den Beteiligten und versuchen, die Vorbehalte auszuräumen.

 

Die Diskussion, was über die Cloud ausgetauscht wird und was nicht, scheint mir für ein Hightech-Unternehmen wie Baumer durchaus sinnvoll. Haben Sie genaue Richtlinien, was ausgetauscht werden darf und was nicht?

LG: Absolut. Diese Diskussion führen wir intensiv. Wir lassen im Moment gar keinen Datenaustausch über die Collab-Lösung zu. Im Moment erledigen wir das noch über FTP-Server und unsere eigenen Mailserver.

 

«Wir führen eine offene Diskussion mit den Beteiligten und versuchen, die Vorbehalte auszuräumen.»


Die Anschaffung einer solchen Lösung ist das Eine, die Umsetzung das Andere. Wie viel Aufwand mussten Sie in die Schulung der Mitarbeitenden stecken?

LG: Unsere Mitarbeitenden in der Schweiz wurden von unseren Lernenden in der Nutzung des neuen Tools geschult. Das kam intern wirklich sehr gut an und hielt unseren Aufwand in Grenzen.

 

Dass sich ältere Mitarbeiter von blutjungen Lehrlingen etwas erklären lassen, wurde von allen akzeptiert?

LG: Ja, es war wirklich toll, niemand hatte Mühe damit, die jungen Menschen machten das mit viel Charme und Kompetenz.

 

Bei der Beschaffung solcher Systeme diskutieren die Anwenderinnen und Anwender meist über eines am längsten: Die Kopfhörer.

LG: Genau. Wir haben darum im Vorfeld verschiedene Hersteller getestet und vom Sieger unterschiedliche Modelle im Angebot. Die Mitarbeitenden können sich mit einem Formular den für sie passenden Kopfhörer bestellen. So sind alle zufrieden.

 

Wie gross war der Aufwand, bis das Projekt schliesslich lief?

LG: Grösser als erwartet. Durch unsere vielen Standorte hatten wir recht viele Diskussionen. Heute hat ein Projektleiter übernommen und ich bin noch rund zwei bis drei Stunden pro Woche mit diesem Projekt beschäftigt.

 

Eigentlich sind Sie ja CIO, der für die IT zuständig ist. Aber gerade die Einführung dieser Lösung zeigt: Sie müssen fähig sein, Management und Mitarbeiter zu überzeugen. Nervt Sie das oder macht Ihnen das Spass?

LG: Genau diese Dinge machen mir am meisten Spass. Ich bin Wirtschaftsinformatiker und habe jahrelang im Geschäftsprozess-Management gearbeitet.  Change-Management, gemeinsam mit Leuten Prozesse zu optimieren, tragfähige Lösungen zu finden, das finde ich sehr spannend.


Die Baumer Group

Die Baumer Group ist einer der international führenden Hersteller von Sensoren, Drehgebern, Messinstrumenten und Komponenten für die automatisierte Bildverarbeitung. Baumer verbindet innovative Technik und kundenorientierten Service zu intelligenten Lösungen für die Fabrik- und Prozessautomation und bietet dafür eine einzigartige Produkt- und Technologiebreite. Das Familienunternehmen ist mit rund 2300 Mitarbeitern und Produktionswerken, Vertriebsniederlassungen und Vertretungen in 38 Niederlassungen und 19 Ländern immer nahe beim Kunden. Mit weltweit gleichbleibend hohen Qualitätsstandards und einer grossen Innovationskraft verschafft Baumer seinen Kunden aus zahlreichen Branchen entscheidende Vorteile und messbaren Mehrwert. Weitere Informationen im Internet unter www.baumer.com

Lars Geiger, CIO der Baumer Group

Lars Geiger studierte Wirtschaftsinformatik und war bei der Thyssen Krupp Presta und anderen Unternehmen in verschiedenen Positionen im Bereich IT Management und Geschäftsprozessmanagement tätig. Heute ist er CIO der Baumer Group.

 



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