Kontoeröffnung per Videoidentifikation





Identifikation per Kamera und Mikrofon

Stimmabdruck statt Passwort


Stimm- und Video-Analysen könnten Passwörter, Sicherheitsfragen und sogar physische Identifikationsverfahren ablösen. Entsprechende Technologien mit Stimmabdruck und Video-Identifikation werden bereits heute eingesetzt.


Felix Raymann (Text),




«Nennen Sie bitte Ihr Geburtsdatum, Ihre Kundennummer und das persönliche Passwort.» So oder ähnlich wird man als Kunde in einem Telefongespräch aufgefordert, damit die Person im Call Center sicher sein kann, dass sie auch wirklich mit dem gewünschten Kunden spricht. Bei der Swisscom-Hotline erübrigen sich solche Sicherheitsfragen künftig. Stattdessen setzt man auf einen sogenannten Stimmabdruck, mit dem eine anrufende Person eindeutig identifiziert werden kann.


Voiceprint: individuelle Merkmale der Stimme

Wie ein Fingerabdruck hat auch die Stimme individuelle Merkmale, die sich bei jedem Menschen eindeutig unterscheiden. «Mit einem Stimmabdruck kann eine Person mit über 99-prozentiger Sicherheit identifiziert werden», sagt Franziska Hemmi, Projektleiterin Voiceprint bei Swisscom.


Die Stimme des Anrufers wird in Echtzeit erkannt, sodass keine weiteren Abklärungen nötig sind. Für die Erkennung genügen dem System 40 Sekunden Sprechzeit.



brightcoveVideo_skipAdTitle
brightcoveVideo_skipAdCountdown
brightcoveVideo_skipAdRest
brightcoveVideo_skipAdForReal

Identifikation per Stimmerkennung am Beispiel Voiceprint von Swisscom.



Der Stimmabdruck ist textunabhängig und vergleicht über 100 physische und verhaltensbasierte Charakteristiken. Verhaltensorientierte Charakteristiken schliessen Betonung, Sprechgeschwindigkeit und den Akzent mit ein, während physische Merkmale den Vokaltrakt (Lunge, Kehlkopf, Mundhöhle, Nasen, Lippen, etc.) beinhalten. Diese Eigenschaften sind individuell und verändern sich mit dem Älterwerden oder bei einer Erkältung nicht wesentlich.


Mit Biometrie gegen Hacker

Eine eindeutige Erkennung ohne das Abfragen von vertraulichen Informationen am Telefon kann sogar ein Mittel gegen sogenannte Social-Engineering-Angriffe sein. Bei solchen Angriffen geben sich Hacker als Kunden aus und versuchen so, an sensible Daten heranzukommen.




«Voiceprint ermöglicht eine sichere und einfache Kommunikation mit den Kunden»: Franziska Hemmi, Projektleiterin Voiceprint bei Swisscom.


In rund einem Drittel der Hotline-Telefongespräche von Swisscom werden sensitive Informationen ausgetauscht. Da ist es wichtig, dass die Mitarbeiter im Kundenservice sicher sein können, dass sie tatsächlich mit dem richtigen Kunden sprechen. Falls ein Kunde diese Art der Identifikation nicht wünscht, kann er die Option Voiceprint im Kundencenter deaktivieren oder den Agenten am Telefon darauf hinweisen. Diese Kunden werden in Zukunft weiterhin mit den bisherigen Sicherheitsfragen identifiziert.


Kontoeröffnung per Video statt am Bankschalter

Neben der Stimmerkennung kann auch die Gesichtserkennung die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen erleichtern. In der Praxis wird dies ebenfalls bereits genutzt. Mit der Digital Identification & Signing (DIS) von Swisscom können Kunden der Valiant Bank und der Glarner Kantonalbank neuerdings Konten und andere Bankprodukte vollständig digital eröffnen. Der Gang zur Bank, um einen Vertrag zu unterschreiben entfällt mit der Video-Identifizierung. Eine Kontoeröffnung dauert mit dieser Methode weniger als zehn Minuten.


Nachdem die Finanzmarktaufsicht FINMA im März 2016 grünes Licht für Video- und Online-Identifizierungen gegeben hat, steht die Technologie auch für weitere Kunden offen. Auch die Raiffeisenbank will im Laufe dieses Jahres eine ähnliche Kontoeröffnung per Video-Chat anbieten.



brightcoveVideo_skipAdTitle
brightcoveVideo_skipAdCountdown
brightcoveVideo_skipAdRest
brightcoveVideo_skipAdForReal

Das Video erklärt, wie in wenigen Schritten zuhause am PC ein Konto eröffnet werden kann.



Der Vorgang ist sehr einfach: Wählt sich der Antragsteller ins Call Center ein, erfasst die Videokamera des PCs, Tablets oder Smartphones dessen Gesicht und registriert alle Merkmale des amtlichen Ausweises, den der Antragsteller vor die Kamera hält. Dabei werden die Sicherheitsmerkmale wie Hologramm, 3D-Bild oder Wasserzeichen analysiert. «Diese Identifikation ist sicher und entspricht den höchsten Sicherheitsstandards», sagt Florian Maag, Communication Consultant bei Swisscom.


Datenschutz dank Verschlüsselung gewährleistet

Sowohl mit dem Video-gestützten und akustischen Identifikationen und den entsprechenden Authentifizierungen kann die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen vereinfacht werden. Dabei muss jedoch der Datenschutz gewährleistet bleiben. «Die gesamte Kommunikation findet verschlüsselt statt. Nach der Identifizierung übermittelt Swisscom die Daten an die Bank und löscht sie aus den eigenen Systemen. Danach ist die Identifikation analog einer herkömmlichen Eröffnung in den Systemen von Valiant hinterlegt», erklärt Florian Maag.





Voiceprint


Wie der «akustische Fingerabdruck» analysiert wird, erklärt die Website Science.howstuffworks.com.


Video-Identifikation


Dank Video-Identifikation können Neukunden von Finanzdienstleister ihr Konto digital eröffnen. In 5 Schritten zu Digital Identification & Signing (DIS).


Start-ups


Swisscom unterstützt Start-ups mit individuell zugeschnittenen Kommunikationslösungen, persönlicher Beratung oder spannenden Co-Creations.


FINMA


Weitere Informationen zu Video- und Online-Identifizierung gibt es auch bei der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA.




Mehr zum Thema