SDN - Software Defined Networking

SDN - Software Defined Networking

Würth ITensis: Dank SDN unabhängiger


Seit Januar testet Würth ITensis den neuen SDN-basierten Service von Swisscom: Mit Enterprise Connect lassen sich Netzwerk-Dienste schnell und flexibel verwalten. Das Pilotprojekt ist ein voller Erfolg: Würth ITensis hat einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben.


Text: Hansjörg Honegger, Fotos: © Daniel Brühlmann, 8




Risiko – ein Wort, das IT-Projektleiter nicht gern in den Mund nehmen. Schon gar nicht auf Anbieterseite. Stefan Schobert, Projekt-Manager bei Swisscom, kennt diese Zurückhaltung jedoch nicht: «Es war für Würth ITensis schon ein gewisses Risiko, sich auf unser Pilotprojekt mit dem neuen Enterprise Connect Service einzulassen. Oft lohnt sich das Risiko aber, um in den Genuss der neuesten Technologien zu kommen.» Und wie sich herausstellte, war Würth ITensis mit dem neuen SDN-basierten Dienst mehr als zufrieden.


Erste Würth-Shops umgerüstet auf Enterprise Connect

Seit Anfang Mai bietet Swisscom basierend auf virtualisierten Netzwerken einen neuen Service unter dem Namen Enterprise Connect an. Marcos Perez, System Engineer und Verantwortlicher für Netzwerk und Security bei Würth ITensis, erklärte sich im Januar bereit, als Pilotkunde den Service zu testen – im laufenden Betrieb wohlgemerkt. Er wird die Technologie nicht nur für die 40 B2B-Shops des Befestigungs- und Montagematerial-Spezialisten Würth Schweiz anwenden, sondern auch für externe IT-Kunden von Würth ITensis. Im Pilotprojekt hat Swisscom bereits fünf Shops erfolgreich umgerüstet. Inzwischen haben die beiden Partner einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben.




«Die Lösung trennt auch beim Netzwerk die beiden Ebenen Hardware und Software», erklärt Stefan Schobert. «Das Tolle daran ist, dass der Kunde jetzt die Bestellung und die Konfiguration online machen kann.» Will heissen: Der Kunde bestellt selber die geeignete Bandbreite, die nötige Hardware und den entsprechenden Service, um ein Netzwerk an einem neuen Standort zu betreiben. Begeistert zeigt Schobert im Online-Dashboard, was Swisscom entwickelte: Dank SDN kann der Kunde innert Minuten ein auf ihn zugeschnittenes Angebot zusammenstellen und gleich bestellen. Lange Abklärungen, ob beispielsweise gewisse Bandbreiten verfügbar sind, entfallen. Enterprise Connect zeigt das automatisch während des Bestellvorgangs an. Der Router für eine neue Niederlassung konfiguriert sich nach dem Einschalten selbst, den Rest erledigt der Netzwerkadministrator am PC via Browser. Kurzfristige Änderungen – wenn zum Beispiel der Bedarf an Bandbreite saisonal steigt – sind so kein Problem mehr. 




«Es gibt immer noch Tausende von Betrieben, die mit analoger Technologie unterwegs sind. Für diese Geschäftskunden ist Enterprise Connect eine tolle Chance.»


Stefan Schobert, Projekt-Manager, Swisscom


Einen Standort in wenigen Minuten dazuklicken

Bei Bedarf schickt Swisscom einen Techniker, der die Installation des Routers übernimmt. Ist eine Umstellung durch einen Elektriker nötig, steuert Enterprise Connect automatisch eine genaue Anleitung bei. «Wir legten nicht nur auf die Technik sehr viel Wert», betont Schobert, «sondern auch auf die Usability der Lösung. Der Kunde soll, wenn immer möglich, selbstständig und innert weniger Minuten einen neuen Standort bestellen und in Betrieb nehmen können, ohne sich mit Unklarheiten herumschlagen zu müssen.» Diese Unabhängigkeit und Flexibilität ist auch für Marcos Perez ein wichtiger Punkt: «Wir wollten mit unseren 40 Standorten und den IT-Kunden, die wir extern betreuen, nicht von einem Verkäufer oder von anderen Technikern abhängig sein, die nicht immer Zeit haben.» Heute managt Perez sein Netzwerk mit Enterprise Connect in Eigenregie, die erste Umstellung erfolgte noch mit Begleitung von Swisscom.

Die Zusammenarbeit zwischen Schobert und Perez ist geprägt von der Begeisterung für Neues. Beide betonen die Freude, eine neue Technologie einführen zu dürfen. Zu erleben, wie alles tatsächlich funktioniert und – nicht zuletzt – wie sich mit dem Service Zeit und damit auch Geld sparen lässt. «Heute habe ich in drei Minuten einen neuen Standort bestellt und eingerichtet», erklärt Perez. Das dauerte früher deutlich länger. «Nur schon die Abklärung der verfügbaren Bandbreite dauerte manchmal einige Tage.» Man musste telefonieren und erklären. Heute ist das mit wenigen Mausklicks im Kundenportal erledigt.




«Das Pilotprojekt lief viel besser, als von mir ursprünglich erwartet.»


Marcos Perez, System Engineer und Verantwortlicher für Netzwerk und Security, Würth ITensis


Noch ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Swisscom entwickelt das SDN-Produkt laufend weiter. Man sei, so betont Schobert, erst am Anfang des Weges. In den nächsten Monaten spielt Swisscom regelmässig neue Funktionen ein. So nutzt Perez den kürzlich eingeführten GSM-Dongle an den zwei wichtigsten Standorten: Fällt das normale Netz aus – weil etwa ein Baggerfahrer unvorsichtig war – dann schaltet Enterprise Connect automatisch auf das Mobilfunknetz um. Das ist zwar nicht ganz so leistungsfähig wie die normale Leitung, reicht aber als Überbrückung aus.


Schweizweite Umstellung auf IP beschleunigt

Bedeutet «am Anfang des Weges» auch eine eingeschränkte Funktionalität, eine Insellösung gar? Stefan Schobert winkt ab. Er betont im Gegenteil das Zusammenspiel mit anderen Swisscom-Angeboten: «Was Enterprise Connect nicht bietet, vermögen andere Swisscom-Dienste zu liefern.» Die Konnektivität ist in jedem Fall gewährleistet. «Die schweizweite Umstellung auf IP ist ein Haupttreiber für dieses Angebot. Es gibt immer noch Tausende von Betrieben, die mit analoger Technologie unterwegs sind. Für diese Geschäftskunden ist Enterprise Connect eine tolle Chance. Sie ist einfach zu handhaben und bietet gleichzeitig einen klaren Mehrwert.»


Bleibt die Frage nach dem Risiko. Marcos Perez grinst: «Klar, man weiss nie, was ein Pilotprojekt letztlich bringt. Wir kennen Swisscom aber seit Langem und wussten uns ins guten Händen.» Würth hätte, so betont Perez, diesen Piloten nicht mit jedem Anbieter gewagt. «Das Pilotprojekt lief viel besser, als von mir ursprünglich erwartet.» Gab es doch mal Probleme, war Stefan Schobert mit seinem Team immer zur Stelle. Die gegenseitige Professionalität half in solchen Situationen. Trotz Duzis-Kultur bei Swisscom blieben die beiden eisern beim «Sie». Es habe sich einfach nicht ergeben. «Das könnte man eigentlich mal nachholen», meint Perez nachdenklich und lehnt sich entspannt zurück. Ein Risiko, das man jetzt getrost eingehen kann. 






Würth


Würth AG Schweiz mit Sitz in Arlesheim beliefert Profi-Handwerker aller Branchen mit Befestigungs- und Montagematerial. Das Verkaufsprogramm umfasst über 100'000 Teile und Abmessungen: Schrauben mit Zubehör, Dübel, chemisch-technische Produkte, Möbel- und Baubeschläge, Werkzeuge, Maschinen, Installationsmaterial, Arbeitsschutz, Fahrzeugeinrichtungen und Lagermanagement. Das Unternehmen wurde 1962 gegründet und beschäftigt rund 650 Mitarbeitende. Würth AG Schweiz gehört zur weltweit tätigen Würth-Gruppe. Würt ITensis ist eine Tochterfirma von Würth und bietet IT-Dienstleistungen auch für externe Firmen.





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