Industriestandard für PaaS





Cloud Foundry Foundation

Eine Allianz für Software-Entwickler


Cloud Foundry vereinheitlicht PaaS-Angebote und ist daher besonders entwicklerfreundlich. Die Grossen der IT-Branche sind Mitglieder der Stiftung und gestalten den quelloffenen Plattformstandard mit. Darunter auch Swisscom – und zwar mit grossem Erfolg.





Sie gehören zu den ganz Grossen in der IT-Landschaft: Konzerne wie Cisco, IBM, Dell EMC, Suse oder SAP liefern sich im Markt einen unerbittlichen Kampf um Kunden, Marktanteile – und letztlich um die Leader-Position im IT-Business. Umso erstaunlicher, wenn diese Unternehmen plötzlich zusammenspannen, um gemeinsam an neuen Plattformstandards für die moderne Softwareentwicklung zu arbeiten.

Genau das ist bei der Cloud Foundry Foundation der Fall. Das Projekt, das ursprünglich VMware und Pivotal gestartet haben, wurde im Dezember 2014 in eine anbieterneutrale Stiftung überführt – und neben den «Platinum Members» wie Cisco, IBM oder SAP sind etwa auch Google, Microsoft, Suse oder HPE Teil des Projekts. Beachtlich sind auch die Anzahl Anwender der Plattform, welche der Allianz beigetreten sind – zum Beispiel Allianz Versicherungen, Ford, Philipps oder die VW Gruppe. Das Ziel der Allianz: einen Industriestandard für Platform as a Service - Umgebungen zu entwickeln. «Wir wollen einen offenen Plattformstandard», erklärt Marco Hochstrasser, Head Cloud Platform Development von Swisscom und Verwaltungsratsmitglied von Cloud Foundry. «Dazu nutzen wir die Ressource, Expertise und Inputs dieser Gruppe von namhaften IT-Unternehmen und Kunden, um einen gemeinsamen open-source-Standard zu entwickeln.» Swisscom war ein Gründungsmitglied der Stiftung und wurde 2015 in den Vorstand von Cloud Foundry gewählt. «Das zeigt, dass wir am Puls der Zeit sind und von der globalen Community anerkannt werden», sagt Hochstrasser. «Wir sind hier sehr gut positioniert und können aufgrund unserer Erfahrung viel beitragen.»



«Mit Cloud Foundry können Firmen eine 10-Jahres-Plattformstrategie fahren.»


Marco Hochstrasser, Head Cloud Platform Development von Swisscom. 



Vor allem Entwickler sollen vom quelloffenen Standard profitieren – das war immer der Hauptfokus der Stiftung. Hochstrasser erklärt, wie entwicklerfreundlich die Plattform ist: «Cloud-Foundry-Anwender sollten zum Beispiel keine IP-Adresse und keinen Port kennen müssen. Diese Informationen sind zwar wichtig für die Plattform selber, doch der Entwickler will nur, dass sein Code läuft.» Daher rührt auch das Kredo der Stiftung: «Here is my source code, run it on the cloud for me, I do not care how ». Die Beschaffung von Ressourcen oder Services werden für den Entwickler nebensächlich, er kann sich voll und ganz auf den USP seiner Lösung konzentrieren. Die containerbasierte Architektur von Cloud Foundry ermöglich dabei auch das nahtlose ausführen von verschiedenen Programmiersprachen wie zum Beispiel Java, nodejs, Ruby, .NET oder Go. 


Swisscom behauptet sich

Der grosse Vorteil für Kunden: Wer sich für einen Anbieter mit Cloud-Foundry-Standard entscheidet, hat kaum Herstellerabhängigkeit zu befürchten. Denn der Standard verspricht Kompatibilität: «Andere Technologien im Markt sind zwar trendiger, aber auch volatil, sie verändern sich sehr schnell», erklärt Hochstrasser. «Mit Cloud Foundry können Firmen eine 10-Jahres-Plattformstrategie fahren. Wenn sie mit ihrem Provider nicht mehr zufrieden sein sollten, stehen ihnen mehrere Cloud-Foundry-zertifizierte Distributionen oder Provider zur Verfügung.»

Jedes Jahr findet sowohl im Silicon Valley als auch in Europa der Cloud Foundry Summit statt. Am Gipfel treffen sich die Mitglieder und diskutieren die neusten Technologischen Errungenschaften sowie die weitere Strategie des Standards. Ein Who’s Who der IT-Branche, wie Hochstrasser vom Valley berichtete: «Die meisten Anbieter wie Dell EMC, Cisco usw. waren mit ihrem CTO oder VP vor Ort - nur schon diese in einen Raum zu bekommen, war eine logistische Meisterleistung.» Und Swisscom mischte ganz vorne mit: im März hat Cloud Foundry ein weltweites Trainings- und Zertifizierungsprogramm für Softwareentwickler ins Leben gerufen. Am Gipfel gab die Stiftung bekannt, dass für die Durchführung dieser Zertifizierung weltweit die Swisscom Application Cloud eingesetzt wird. Sie konnte sich gegen alle anderen Anbieter durchsetzen.


Cloud Foundry Summit Europe in Basel

Den Europa-Gipfel führte Cloud Foundry dieses Jahr in Basel durch: Vom 11. bis 12. Oktober tauschten sich im Congress Center Entwickler, Unternehmen und Organisationen über den aktuellen Stand und die Zukunft des Cloud-Foundry-Standards aus. Das Programm des Basler Cloud Foundry Summit umfasste unter anderem Keynotes, einen Hackathon und verschiedene Fachvorträge, zum Beispiel im Bereich cloudnativer Microservices. Zudem berichteten Experten über die neuesten Updates des Standards. Swisscom trat am Gipfel nicht nur als Platinum Sponsor auf, sondern führte auch einen Keynote-Speech mit Dr. Andreas Häberli, CTO der dorma+kaba Gruppe, die für die Entwicklung neuer Sicherheits- und Zutrittslösungen die Swisscom Application Cloud einsetzt.




Enterprise Application Cloud


Die Enterprise Application Cloud von Swisscom basiert auf dem Cloud-Foundry-Standard. Die PaaS-Umgebung dient Unternehmen, schneller und agiler zu entwickeln und ihre Applikationen schnell und einfach in der Schweiz laufen zu lassen. Der quelloffene Cloud-Foundry-Standard erlaubt es Unternehmen, problemlos von einem Anbieter zum anderen zu wechseln. Dabei wird die Plattform innert kürzester Zeit entsprechend skaliert und bereitgestellt. Das ermöglicht schnelle Reaktionszeiten und gewährleistet Unternehmen die nötige Agilität – während alle Daten sicher in der Schweiz gehalten werden.

 

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