Kanton Freiburg: Datenaustausch mit Storebox

Effizienter Datenaustausch in der Cloud

«Beim Kanton war 'Cloud' lange ein verbotenes Wort.»


Was haben die Achtklässlerin Sophie und der Informatikingenieur Philippe Devaud gemeinsam? Beide erleben täglich die Vorteile der Digitalisierung. Der Kanton Freiburg macht erfolgreich vorwärts.


Text: Anton Neuenschwander, Bilder: Michael Meier,




Sophie und Louisa sitzen konzentriert am Pult in einem Klassenzimmer der École de Bourg in Freiburg. Sie arbeiten an Computern, um die Schwierigkeiten zu kompensieren, die mit ihrer Lese- und Rechtschreibeschwäche verbunden sind. Auf den Notebooks öffnen sie die Storebox-Ordner mit den Arbeitsblättern. Ein Klick – und der französische Text ist heruntergeladen. Sie ergänzen die fehlenden Wörter, laden den Text wieder in den Cloudspeicher hoch. Et voilà: Isabelle Parrat, ihre heilpädagogische Lehrerin, oder die Klassenlehrerinnen werden ihn später korrigieren.


Macht Schule: Datenaustausch mit Storebox.

Macht Schule: Datenaustausch mit Storebox.


Seit August 2017 ist das Teilen und Austauschen von Daten in den Freiburger Schulen kinderleicht. Möglich macht dies die Cloud-basierte Plattform Storebox von Swisscom. Im Kanton Freiburg heisst sie allerdings fribox, wie Philippe Devaud betont. Als Leiter ad interim der Fachstelle Fritic ist er für die Integration der ICT an den Freiburger Schulen verantwortlich. «Indem wir der Storebox ein eigenständiges Design und einen eigenen Namen verliehen haben, schaffen wir Identität», erklärt er. «Unsere Nutzer fühlen sich in der Cloud zuhause.» Rund 5000 Mitarbeitende der Freiburger Erziehungsdirektion haben bisher ein eigenes fribox-Konto erhalten. Dieses hat es in sich: 50 GB Cloud-Speicher stehen den Lehrpersonen, den Führungskräften und den Mitarbeitenden der Administration zur Verfügung. Später sollen auch alle Schülerinnen und Schüler ein Konto erhalten. Bis dahin tauschen Lehrerinnen wie Isabelle Parrat Aufgaben und Arbeitsblätter über personalisierte Ordner im eigenen Konto aus mit jenen Schülern aus, welche vom PC beim Kompensieren ihrer Lernschwäche unterstützt werden.

   

Storebox

Überall und mit jedem beliebigen Gerät geschäftliche Daten speichern und darauf zugreifen. Dokumente mit internen und externen Partnern sicher teilen.

Zum Angebot



«Storebox/fribox ermöglicht eine neue und sehr dynamische Art zu arbeiten.»


Philippe Devaud, Leiter ad interim der Fachstelle Fritic


«Heute erfolgt der Datenaustausch vornehmlich zwischen Lehrpersonen, Schulleitungen und der Direktion», berichtet Philippe Devaud. Als äusserst hilfreich empfindet er die Flexibilität von Storebox – pardon, fribox. «Sie ermöglicht eine neue und sehr dynamische Art zu arbeiten. Statt zentral und hierarchisch ist fribox offen strukturiert. Ein Beispiel: Zehn Lehrpersonen aus allen Ecken des Kantons entwickeln ein neues Lehrmittel. Sie erstellen innert Sekunden einen gemeinsamen fribox-Projektordner, in dem sie ihre Beiträge teilen. Jede Veränderung an den Dateien ist völlig transparent, alles immer auf dem aktuellen Stand, und alle Beteiligten können mit jedem Endgerät von überall darauf zugreifen.»


Cloud-Premiere ist gelungen

Zum ersten Mal überhaupt hat der Kanton Freiburg eine Cloud-Lösung realisiert und die Verantwortung für deren Betrieb an einen externen Partner übertragen. Zu diesem Entscheid haben auch strategische Überlegungen geführt. Dazu Christian Rieder, Leiter der Sektion Technik beim Amt für Informatik und Telekommunikation (ITA): «Der Kanton Freiburg will in Sachen Digitalisierung eine führende Rolle einnehmen, um Unternehmen wie auch Privaten optimale Rahmenbedingungen zu verschaffen. Das bedeutet viel Arbeit für unser Amt, die Bedürfnisse vervielfachen sich, das Konzentrieren auf unser Kerngeschäft ist essenziell. Eine selbst gebaute Lösung für den einfachen Datenaustausch hätte zu viele Ressourcen gebunden. Swisscom erfüllt mit Storebox alle unsere Vorgaben – insbesondere auch die sichere Datenhaltung in der Schweiz.» Nicht alle Akteure seien davon begeistert gewesen, erzählt Rieder: «Beim Kanton war 'Cloud' lange ein verbotenes Wort. Dass wir über diesen Schatten gesprungen sind erweist sich heute als richtig. fribox funktioniert hochstabil und wird rege genutzt.» Dazu komme, dass endlich sämtliche User nur noch auf einer einzigen – und sicheren – Plattform zusammenarbeiten. Zuvor seien USB-Sticks, Dropbox, OneDrive, Google Drive und Co. verwendet worden: ein ideales Biotop für Sicherheitslücken und Inkompatibilität.


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Sie bringen die Digitalisierung auf Touren: Patrick Ostertag (ITA), Philippe Devaud (Fritic) und Christian Rieder (ITA).


Wie begeistert man die Nutzer?

Rund fünf Monate nach dem Rollout von fribox profitieren 80 Prozent der Lehrkräfte und Mitarbeitenden von ihrem neuen Cloudspeicher – die Hälfte davon einmal oder mehrmals täglich. Für Philippe Devaud ist dieser Erfolg kein Zufall: «Bisher haben 800 Lehrerinnen und Lehrer unsere Kurse besucht. Zudem sind wir oft vor Ort, um fribox zu erklären und die User zu unterstützen. Eine gute Kommunikation ist unerlässlich für den Erfolg, denn es geht nicht zuletzt um Verhaltensänderungen. Damit macht man sich nicht überall Freunde… Fast immer sind unsere Klienten dann aber überrascht, wie absolut einfach fribox zu bedienen ist. Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen: Alle User sollen das Maximum aus fribox herausholen!»


«Swisscom erfüllt alle unsere Vorgaben – insbesondere auch die sichere Datenhaltung in der Schweiz.»


Christian Rieder, Leiter der Sektion Technik beim Amt für Informatik und Telekommunikation (ITA).


Back to school

Sophie, was hältst du von fribox? «Am Anfang war es etwas schwierig. Jetzt habe ich mich daran gewöhnt, das Bedienen ist keine grosse Sache mehr. Das Lernen ist für mich einfacher geworden. Ich kann mir zuhause von PC Texte vorlesen lassen, oder wenn ich etwas Falsches schreibe, korrigiert es von selbst. Das erleichtert mir das Leben. Weil mir dank des Computers das Lernen leichter fällt, haben meine Eltern mir ein Notebook für zuhause gekauft.»


«Das Lernen ist für mich einfacher geworden.»


Sophie, Schülerin 8. Klasse.


Freiburg 4.0 – der digitalisierte Kanton


In ihrem Legislaturbericht hält die Regierung des Kantons Freiburg ihr Ziel fest, in der Digitalisierung eine führende Rolle zu spielen. Bis in zehn Jahren sollen sämtliche Dienstleistungen des Kantons digital nutzbar sein. Die Cloud-Plattform fribox ist ein wichtiger Baustein bei der Errichtung des digitalisierten Kantons. Als nächster Schritt ist der Rollout an 500 Mitarbeitende und Studierende der Pädagogischen Hochschule geplant. Danach werden Überlegungen zum Ermitteln der passenden Speicherlösung für die 50 000 Schülerinnen, Schüler und Studierenden sowie die rund 10 000 Mitarbeitenden des Kantons angestellt.





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