All IP, das neue Zeitalter der Telefonie

All IP, das neue Zeitalter der Telefonie

Geschäftserfolg mit All IP


Das herkömmliche Festnetz hat ausgedient – jetzt heisst es «All IP». Die neue, IP-basierte Netzwerk- und Serviceplattform bringt Telefonie und IT zusammen und schafft neue Möglichkeiten und Chancen.


Text: Urs Binder,




Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern: Ab 2018 beginnt regionenweise die vollständige Umstellung auf All IP, so dass dort mit dem Rückbau der alten Infrastruktur begonnen werden kann. Das All IP Zeitalter hat vor vier Jahren begonnen. Seitdem vereint sich die klassische Telefonie mit den Möglichkeiten der IT – All IP bringt eine komplett neue Plattform für das Netz und die darauf laufenden Dienste.


Universalnetz mit digitaler DNA

«All IP» nennt sich die neue Infrastruktur, weil die gesamte Palette an Services wie Telefonie, Internetzugang und Zusatzdienste auf Basis des Internet-Protokolls (IP) bereitgestellt wird. Das bedeutet aber nicht, dass man künftig über das öffentliche Internet telefoniert. Das wäre zu unsicher und würde den Anforderungen der Schweizer Datenschutzgesetze nicht genügen. Swisscom hat deshalb seit mehreren Jahren eine private IP-basierte Netzplattform mit durch und durch digitaler DNA aufgebaut.

Eines der wichtigsten Merkmale von All IP ist die Trennung von Diensten und Netzübertragungstechnologie: Die gleichen Services können IP-basiert über das Festnetz oder das Mobilfunknetz erbracht werden, ohne dass der Nutzer einen Unterschied bemerkt oder gar eine Komforteinbusse in Kauf nehmen muss. Und wenn künftig ganz neue Netzwerktechnologien aufkommen, laufen die Dienste mit der neuen Technik reibungslos weiter. All IP ist eine zukunftssichere Plattform für die nächsten Jahrzehnte.


Zukunftssichere Netz- und Serviceplattform

Mit All IP erfüllt sich das Versprechen «Alle Dienste immer und überall» - man könnte sagen, All IP sei das neue Betriebssystem für die Schweizer Wirtschaft, die zunehmend auf Mobilität, neue Arbeitsformen und rasche Umsetzung neuer Projekte und Geschäftsmodelle angewiesen ist. Die Umstellung bietet die Chance, neue Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und das Geschäft weiter zu entwickeln.

Privatkunden profitieren dank All IP zum Beispiel von einem Callfilter gegen unerwünschte Werbeanrufe und von der Anzeige des Teilnehmernamens bei eingehenden Anrufen. Für Geschäftskunden bringt All IP darüber hinaus zahlreiche weitere Vorteile.

Nehmen wir ein Unternehmen mit verschiedenen Filialen: Bisher benötigte jede Filiale eine lokale Telekommunikationsinfrastruktur mit eigener Telefonanlage, einen Internet-Anschluss und eventuell eine separate Leitung zur Anbindung der IT-Systeme. Mit All IP braucht es nur noch einen Anschluss. Telefonie, Internetzugang, IT-Anbindung und zusätzliche Dienste lassen sich im Baukastensystem nach individuellem Bedarf zusammenstellen, mit einheitlichem Zugriff über die All IP-Plattform. Und die Telefonanlage kann man sich sparen, wenn man will: Für die Teilnehmervermittlung ist neu eine virtuelle TVA zuständig, auf Wunsch als Cloud-Service beziehbar.


Was passiert konkret?

Aktuell haben 1.7 Millionen, das entspricht über drei Viertel der Swisscom-Kunden bereits auf IP umgestellt. Bis Ende 2017 werden praktisch alle Privatkunden und der Grossteil der Geschäftskunden über All IP kommunizieren. Ab 2018 beginnt Swisscom regionenweise mit der vollständigen Umstellung auf IP. Unter dieser Voraussetzung beginnt der gestaffelte Rückbau der veralteten Infrastruktur in den Telefonzentralen . Für neue Anschlüsse gibt es ab Mitte 2017 nur noch die Option All IP, die bisherigen Produkte werden nicht mehr aktiv angeboten.

Vom Wechsel auf All IP sind alle bisherigen Telefonieangebote betroffen. Dazu gehören die Einzelanschlüsse EconomyLINE (analog) und MultiLINE (ISDN) – hier wird der bestehende Anschluss durch einen IP-Festnetzanschluss ersetzt. Oder er fällt weg, weil er nicht mehr benötigt wird. Auch wenn der Telefonanschluss mit einem DSL-Internetanschluss verknüpft ist, bietet Swisscom All IP-taugliche Nachfolgelösungen an.

Bei Geschäftskunden ist neben den Einzelanschlüssen bisher meist auch eine zusätzliche Business Line als Primär- oder Basisanschluss im Einsatz. Die Telefonanlage ist über diesen Anschluss mit dem Swisscom-Netz verbunden. Die neue Lösung für die Geschäftstelefonie heisst Enterprise SIP und bietet neben allen wesentlichen Eigenschaften der traditionellen Telefonie einen effizienteren Netzbetrieb mit tieferen Gesamtkosten, höchste Sicherheit durch das private, Swisscom-eigene IP-Netz sowie neue Möglichkeiten wie Konfigurationsänderungen online in Echtzeit über ein Selfcare-Portal.


Fünf Schritte für den Umstieg auf All IP


  1. Wissen, was man hat: Erstellen Sie ein exaktes Inventar aller bestehenden Anschlüsse und Geräte. Wie viele Anschlüsse gibt es an welchem Standort, wie viele Rufnummern werden tatsächlich genutzt? Berücksichtigen Sie dabei auch Sonderanwendungsanschlüsse, etwa für Frankiermaschinen, Lifttelefone oder Alarmanlagen.

  2. Wissen, was man will: Überlegen Sie, welche Bedürfnisse Sie punkto Kommunikation, Erreichbarkeit und Zusammenarbeit haben. Benötigen Sie zusätzliche Geräte oder Rufnummern? Möchten Sie Nummern und Umleitungen selbst verwalten? Setzen Sie erweiterte Dienste wie UCC/Skype for Business ein oder möchten Sie dies künftig tun?

  3. Wissen, was man schon kann: Prüfen Sie das bestehende Inventar auf IP-Tauglichkeit. Neuere Anlagen und Geräte «verstehen» bereits IP. Arbeiten Sie dabei mit Ihrem IT-Partner/Systemintegrator/Telefoninstallateur zusammen. Ermitteln Sie Alternativen für nicht IP-taugliche Produkte.

  4. Planen und Entwickeln: Erstellen Sie zusammen mit Ihrem Partner und allenfalls den Lieferanten von Sonderanwendungen ein Migrationskonzept und stellen Sie ein Budget für die gesamte All IP-Migration auf. Planen Sie vorausschauend: Nicht nur der Ersatz der «alten» Infrastruktur ist wichtig, auch künftige Anforderungen und Lösungsansätze sollten eine Rolle spielen. Und beziehen Sie auch Ihren Bedarf punkto LAN- und WAN-Infrastruktur ein.

  5. Einführen und umsetzen: Gehen Sie den letzten Schritt gemeinsam mit Ihrem Systemintegrator und Elektriker und stellen Sie auf IP um. Testen Sie, ob alles wie gewünscht funktioniert. Jetzt sind Sie bereit für das neue Zeitalter der Kommunikation.

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