Wie Firmen digitale Geschäftsideen entwickeln





Wie Unternehmen die digitale Transformation anpacken können

Drei Schritte in die Digitalisierung


Erfolgreiche Unternehmen sind digitalisierte Unternehmen, diese Aussage scheint zunehmend an Gültigkeit zu gewinnen. Doch es stellt sich die Frage: Wie starten?


Nicolas Fulpius, CDO Swisscom Enterprise Customers,




Die Digitalisierung ist zwar in aller Munde – doch neu ist sie nicht. Neu ist hingegen die Geschwindigkeit, mit welcher die Digitalisierung immer mehr Bereiche unseres (Arbeits-)Lebens erfasst. Sie eröffnet unzählige Möglichkeiten, vernetzte Technologien in der eigenen Wertschöpfungskette einzusetzen:

  •  In der Neudefinition von Geschäftsprozessen: Voll digitalisiert und ohne Medienbrüche, effizient und günstig.
  •  In der Schaffung von ganz neuen Geschäftsmodellen: Service statt Produkt – also Sauberkeit statt Kehrmaschine, Mobilität statt Fahrzeuge.
  •  In der Gestaltung von individuellen Kundenerlebnissen: Personalisierte Informationen, alles aus einer Hand. In der Art wie wir arbeiten: Zeit- und standortunabhängig dank Work Smart.  

Kein Erfolgsrezept, doch ein Start

Wer glaubt, die Digitalisierung betreffe ihn nicht, spielt der – oft branchenfremden – Konkurrenz in die Hände. Es gilt sofort loszulegen. Aber wie? Die hohe Geschwindigkeit der Digitalisierung macht zuverlässige und allgemeingültige Prognosen fast unmöglich. Was wir heute wissen, ist morgen bereits veraltet. Unternehmen sollten lernen, mit dieser Unsicherheit umzugehen. Im Zentrum steht die Frage: Wie kann die Digitalisierung gewinnbringend in das eigene Geschäftsmodell integriert werden?


Wenn auch kein Erfolgsrezept, so doch drei konkrete Schritte, um zu starten:


1. Digitalisierung ist Teil der Unternehmensstrategie

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf alle Ebenen eines Unternehmens und betrifft nicht nur die IT. Deshalb soll sie in der Unternehmensstrategie verankert sein. Die Geschäftsleitung entscheidet, welche Teile des Unternehmens für die digitale Transformation geeignet sind und was mit welcher Priorität digitalisiert wird. Dazu ist Mut gefordert: Das Management darf nicht in verabschiedeten Strategien und Entscheiden verharren – selbst wenn es bedeutet, ein angefangenes Projekt zu stoppen und wieder von vorne zu beginnen. Um zu lernen, braucht es eine Fehlerkultur.


2. Geschwindigkeit und Iteration als A und O

Eine Firma kann es sich heute kaum mehr leisten, an einem Produkt bis zur Perfektion zu arbeiten. Statt lange hinter verschlossenen Türen zu tüfteln, ist es besser, ein Projekt in iterativen (Beta)-Versionen zu realisieren, laufend zu verbessern und die Schnittstellen zu neuen Technologien herzustellen. Ein vielversprechender Ansatz ist Fast-Prototyping: Das Kunden- oder Benutzerfeedback fliesst schnell ein, bevor hohe Kosten entstehen. Ausserdem lässt sich das "Time to Market" mit diesem Ansatz erheblich verkürzen.


3. Digitale Kompetenzen und Transformation fördern

Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden in die Transformation einbinden, denn sie betrifft alle: den Praktikanten genauso wie den Verwaltungsrat. Um das volle Potenzial der Digitalisierung zu nutzen, sind Unternehmen gut beraten, ihre Mitarbeitenden frühzeitig zu sensibilisieren und auf die Transformationsreise mitzunehmen. Die hohe Geschwindigkeit und der iterative Ansatz der Digitalisierung bedingen zudem ein Umdenken im Führungssystem. Strenge Hierarchien und Kontrollsysteme funktionieren schlecht. Stattdessen erleben agile Organisationen und Netzwerk-Leadership einen Aufschwung.

Nicolas Fulpius, Leiter Digital Enterprise Solutions und CDO Swisscom Enterprise Customers

Nach mehrjähriger Tätigkeit in den Bereichen Private Equity et Venture Capital war Nicolas Fulpius CEO der Veltigroup, die 2015 von Swisscom gekauft wurde. Seit Juli 2015 ist er Chief Digitalization Officer bei Swisscom Enterprise Customers und seit Juni 2016 zusätzlich Leiter des Bereiches Digital Enterprise Solutions. Nicolas Fulpius verfügt über einen MBA der Universität St. Gallen und promovierte an der Stanford University in Ingenieurwissenschaften.




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