Digitalisierung im Gesundheitswesen

Beat Feuz im Interview

«Auch die Physiotherapie wird digital»

Beat Feuz ist nicht nur einer der besten Skifahrer der Welt. Er kennt auch so manchen Physiotherapieraum von innen. Ein Gespräch über Geschwindigkeit, Physiotherapie und digitale Tools.

Text: Roger Welti,

Beat Feuz, es ist Sommer. Vermissen Sie den Schnee?

Nein, nicht wirklich. Ich komme ganz gut auch ein paar Monate ohne Schnee aus. Zudem gibt’s ja noch das Schneetraining auf dem Gletscher.

Sie bezeichnen sich als «Speedfreak». Was macht die Faszination der Geschwindigkeit aus?

Im Grundsatz das Tempo an sich. Mich packt zudem die Herausforderung, mit Höchstgeschwindigkeit extreme Passagen wie etwa Sprünge kontrolliert zu meistern.

Das ist Ihnen in der letzten Saison sehr erfolgreich gelungen – und auch ohne Verletzungen: Glück oder auch Resultat guter Vorbereitung auf Piste und im Kraftraum?

Die Erfolge sind vor allem das Resultat eines guten Trainings. Dazu gehören die vielen Einheiten im Schnee ebenso wie jene neben der Piste. In beiden Bereichen habe ich nicht nur im letzten Sommer, sondern auch bereits die Jahre davor sehr gut gearbeitet.

Welche Bedeutung haben Krafttraining und Physiotherapie für Sie als Athlet?

Für mich gehören diese beiden Komponenten mittlerweile zum Alltag. Mit dem Krafttraining sorge ich dafür, dass der Körper stärker wird. Aber ohne die fast tägliche Portion Physiotherapie wäre ich nicht in der Lage, mit dieser Kraft auch die entsprechenden Leistungen zu erbringen.

Wie stark hören Sie auf die Tipps der Physiotherapeuten?

Meine Freundin ist Physiotherapeutin. Dank ihr kenne ich mich in dem Bereich sicher etwas besser aus als andere Athleten. Sie und der Team-Physiotherapeut spielen in meinem Umfeld eine grosse Rolle. Und natürlich versuche ich, ihre Tipps jeweils auch so gut wie möglich umzusetzen.

Sie wurden unter anderem schon über 10 Mal am linken Knie operiert und sehr viel körperliche Aufbauarbeit leisten müssen. Wie hat sich die Physiotherapie in Ihrer Wahrnehmung verändert?

Heutzutage sind auch in der Physiotherapie vermehrt digitale Tools im Einsatz. Generell ist die Physiotherapie sportlicher und dynamischer geworden. Während man früher für zwei Monate einen Gips bekam und sich nicht bewegen durfte, geht es heute nach der Operation direkt zur Therapie.

Welche Rolle spielen digitale Möglichkeiten im Training und in der Reha? Sehen Sie sich digitale Informationen über sich und ihren Körper an?

Den Einsatz von digitalen Tools überlasse ich meinen Physiotherapeuten. Die Auswertungen zu meinem Körper schaue ich mir aber jeweils gerne zusammen mit ihnen an. So können wir die Gesamtsituation ganzheitlich beurteilen und gemeinsam die nächsten Ziele setzen.

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Persönlich

Beat Feuz (32) ist auf die Disziplinen Abfahrt und Super-G spezialisiert und gehört seit 2011 der Nationalmannschaft von Swiss-Ski an. Er war unter anderem 2017/18 und 2018/19 Gesamtsieger des Abfahrtsweltcups und gewann 2018 in PyeongChang Olympia-Silber im Super G und Olympia-Bronze in der Abfahrt.

 

www.beat-feuz.ch





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