Big Data im Gesundheitswesen





Big Data im Gesundheitsbereich

Neue Therapie- und Geschäftsmodelle dank eHealth


Unser Gesundheitssystem läuft am Anschlag: Immer mehr Menschen sind von einer chronischen Krankheit betroffen, gleichzeitig fehlt es an Fachkräften, die Kosten in der Medikamentenentwicklung steigen kontinuierlich an und die Krankenkassen geraten zusehends unter Druck. Die Gesundheitsindustrie wird zum Umdenken gezwungen. IT-gestützte Behandlungs- und Präventionskonzepte zur Erfassung, Aufbereitung und Zur-Verfügung-Stellung von Daten gewinnen an Bedeutung.


Rahel Hefti (Gesund und Digital Blog),




Tracking statt Selbsteinschätzung

Im „Marketing Review St. Gallen“ des Marketinginstituts der Universität St. Gallen befassen sich Dr. Christoph Franz und Maik Walter mit der Entlastung, die eHealth-Programme für das Gesundheitswesen bedeuten. Die aktive Beteiligung der Patienten steht dabei im Zentrum: „Die heutige Gesundheitsversorgung wird auf eine Betreuung durch den Arzt in der Praxis und die Selbsteinschätzung der Patienten beschränkt. Der Arzt hat keine Möglichkeit, vom Patienten dokumentierte Gesundheitswerte (z.B. Blutzucker) zu überprüfen. (…) eHealth-Programme lösen dieses Problem, indem sie dem Arzt objektive Daten zum unmittelbaren Gesundheitszustand des Patienten zur Verfügung stellen“, halten die Autoren fest. Eine kontinuierliche Aufzeichnung und Verfügbarkeit der Daten ermögliche dem Gesundheitspersonal sodann ein flexibles Zeitmanagement: „Nach ‚Management by Exception‘ hängt die Gesundheitsversorgung nicht länger von Arztbesuchen ab, sondern ist jederzeit flexibel möglich.“ Das spart Kosten und der Patient wird nur noch dann zum Arzt geschickt, wenn es wirklich nötig ist.


Der aktive Patient

eHealth-Programme stehen und fallen mit der Therapietreue der Patienten: Diese müssen gewillt sein, ihre Daten nicht nur zu erfassen, sondern je nach Art der Daten auch zu dokumentieren und den relevanten Gesundheitsfachpersonen zugänglich zu machen. Aktuell laufen an verschiedenen Orten in der Schweiz Pilotstudien zur Therapietreue von Patienten, zum Beispiel mit COPD-Patienten am Kantonsspital St. Gallen. Dr. Frank Rassouli, Oberarzt und Studienverantwortlicher, setzt grosse Hoffnung in die Verwendung von eHealth-Programmen: „Wir hoffen, dass eine solche Betreuungsform zusätzlich zur aktuellen bestmöglichen Behandlung die Lebensqualität verbessern kann. Darüber hinaus kann ich mir gut vorstellen, dass auch die notfallmässigen Spitaleintritte vermindert werden können. Diese stellen kritische Ereignisse im klinischen Verlauf des Patienten dar und sind auch mit einer hohen finanziellen Belastung des Gesundheitssystems verbunden“, erzählte er kürzlich in einem Interview mit den Autoren von gesund-digital.com und bluewin.ch. Ein ähnliches Fazit wie Rassouli ziehen auch die Autoren des Fachartikels im „Marketing Review“: „Die aktive Beteiligung vom Patienten an der Gesundheitsfürsorge kann dazu beitragen, die Anzahl notwendiger Arztbesuche und die Kosten auch durch vermeidbare Folgebehandlungen zu reduzieren. Auf Basis der präzisen Datenlage von eHealth-Programmen könnten in Zukunft Krankheitsverläufe genauer erfasst und voll integrierte Gesundheitsdienste entwickelt werden.“



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Schnellere und effizientere Behandlungswege dank Vernetzung

Ein weiterer zentraler Punkt für die Optimierung des Gesundheitswesen ist die Vernetzung: „Um den Therapieerfolg für Patienten zu gewährleisten, ist die Integration von verschiedenen Akteuren im Gesundheitssystem essenziell notwendig“, schreiben Frank und Walter. eHealth-Programme können eine effiziente technische Informationsübertragung zwischen allen Beteiligten fördern, wobei zwingend zwischen personenbezogenen und anonymisierten Daten unterschieden werden muss. Eine optimale Vernetzungslösung verbindet demnach nicht nur alle Beteiligten im Gesundheitswesen, sondern gewährleistet auch die Einhaltung sämtlicher Datenschutzbestimmungen und Konformität mit dem 2017 in Kraft tretenden EDPG. Eine Datendrehschreibe, die all dies garantiert, ist zum Beispiel Health Connect von Swisscom Health. Über Health Connect ist unter anderem auch das evita Gesundheitsdossier für Bürger und Patienten verfügbar, in welchem Patienten kostenlos, einfach und unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ihre Gesundheits- und Patientendaten speichern und mit relevanten Gesundheitsfachpersonen austauschen können.





Quellen


„Big Data im Gesundheitsbereich: Integrierte Therapie auf Basis von Verhaltensveränderung“ (Dr. Christoph Frank & Maik Walter, Marketing Review St. Gallen 3/2016)


„Gesundheit 2.0 – Die Digitalisierung des Gesundheitswesens“ (bluewin.ch, 16.05.2016)




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