EPD wird Realität

Erste EPD eröffnet

Das elektronische Patientendossier ist da


Bis 2020 müssen alle Schweizer Spitäler ihren Patienten ein elektronisches Patientendossier (EPD) anbieten können. Im Universitätsspital Basel geht das schon jetzt.


Text: Roger Welti, 15. August 2018




Die Schweiz will die Digitalisierung im Gesundheitswesen stärker vorantreiben – und damit die Effizienz steigern. Ein Mittel hierzu ist das EPD, in dem persönliche Dokumente mit Gesundheitsinformationen gesammelt werden. Über eine sichere Internetverbindung sind diese sowohl für den Besitzer des EPD als auch für die ihn behandelnden Gesundheitsfachpersonen jederzeit abrufbar. Der Patient selbst bestimmt, wer welche Dokumente wann einsehen darf.


Die Schweiz blickt nach Basel


Im Universitätsspital Basel (USB) können Patienten ein EPD eröffnen und verwalten – und zwar nicht erst wie gesetzlich vom Bund gefordert 2020, sondern schon jetzt. Es ist damit die erste Institution überhaupt, die in der Schweiz ein EPD anbietet. Das USB und der Trägerverein eHealth Nordwestschweiz unterstreichen damit ihre Vorreiterrolle in Sachen EPD. Die technische Infrastruktur fürs EPD in der Nordwestschweiz stammt von Swisscom.


Vom regionalen Pilotprojekt zur nationalen Zertifizierung


In einem ersten Schritt bieten ausgewählte erste Kliniken des USB ihren Patienten die EPD-Eröffnung an. Dies geschieht im Rahmen des sogenannten «EPD-Pilot Nordwestschweiz». Dabei setzen Gesundheitseinrichtungen der drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Solothurn das EPD auf kantonalrechtlicher Basis vorwirkend um. In einem zweiten Schritt wird das Nordwestschweizer EPD dann nach den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit zertifiziert und so zu einem Dossier, das gesamtschweizerisch genutzt werden kann.



Facharzt für Rheumatologie, physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Vorstandsmitglied der Ärztegesellschaft Zürich

Patienten erster USB-Kliniken können ein myEPD eröffnen.



Die halbe Schweiz setzt auf Infrastruktur von Swisscom


«Wir sind sehr stolz darauf, dass wir die technische Basis dafür schaffen durften, damit in Basel nun die ersten EPD eröffnet werden können», sagt Thomas Bachofner, CEO von Swisscom Health. Die Nordwestschweiz ist aber nicht die einzige Region, die beim EPD auf Swisscom als Technikpartnerin setzt. Zählt man alle Kantone zusammen, die sich bereits für unsere Technologie entschieden haben, werden insgesamt mindestens 3,8 Millionen Menschen in der Schweiz ein EPD auf der Basis unserer Infrastruktur eröffnen können. Weitere Kantone könnten noch folgen.




EPD steigert Effizienz und Behandlungsqualität

Die Eröffnung eines eigenen EPD ist freiwillig und kostenlos. Es ermöglicht Patientinnen und Patienten ebenso wie Gesundheitsfachpersonen, im Behandlungsfall auf Dokumente und Daten zuzugreifen, die dezentral bei Leistungserbringern abgelegt sind. Patientinnen und Patienten können auch selber Daten in ihrem EPD abgelegen. Der von Ort und Zeit unabhängige Zugriff auf relevante Informationen soll zu einem qualitativ besseren und effizienteren Behandlungsprozess führen. Dabei bestimmen die Patienten selber, wer Zugriffsrechte auf ihr persönliches EPD erhält.

www.patientendossier.ch

 


SRF 10vor10 Beitrag vom 15. August 2018

Die Schweiz tut sich schwer mit elektronischen Patientendossiers.

> Zum Beitrag

 

 

 

 

 

 


Newsletter

Jetzt Newsletter abonnieren und über Trends, Branchen-News und Benchmarks informiert bleiben.





Mehr zum Thema