GS-H: Mehr Effizienz im Gesundheits­wesen

Mit GS-H bietet Swisscom eine wegweisende Lösung für das Gesundheitswesen, die speziell zur Ablösung von SAP IS-H entwickelt wurde. Durch die nahtlose Integration innovativer Technologien unterstützt GS-H Spitäler dabei, ihre patientenbezogenen Prozesse zu optimieren und gleichzeitig die Patientenversorgung zu verbessern.

Oktober 2024 (überarbeitet im Mai 2026), Text: Christoph Widmer           5 Min.

Optimierte Prozesse, effiziente Arbeitsmethoden, hohe Qualitätsstandards und die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben – dies sind zentrale Herausforderungen, denen sich das Gesundheitswesen täglich stellen muss. Hinzu kommen steigende Anforderungen an die Verwaltung sensibler Patientendaten, die Zusammenarbeit mit Versicherungen sowie der Druck, Kosten zu senken und Ressourcen effizienter zu nutzen. Gerade in Zeiten knapper personeller und finanzieller Mittel wird es immer dringlicher, diese komplexen Abläufe mithilfe der Digitalisierung weitestgehend zu vereinfachen. Die Notwendigkeit, administrative Abläufe effizient zu gestalten, drängt Spitäler regelrecht zur Einführung moderner Technologien, die nicht nur für Stabilität im Alltag sorgen, sondern auch die Grundlage für künftige Innovationen schaffen.

Aktuell stehen die Spitäler jedoch vor weitaus grundlegenderen Problemen. So stellt das bevorstehende Wartungsende der bisher weit verbreiteten Branchenlösung IS-H (Industry Solution Healthcare) von SAP eine zusätzliche Hürde für Leistungserbringer dar. IS-H, das jahrzehntelang die Prozesse rund um Patientenmanagement und -abrechnung in Krankenhäusern weltweit unterstützt hat, wird nicht auf die neue SAP-S/4HANA-Technologie migriert und nur bis Ende 2030 unterstützt. Diese Entscheidung trifft viele Leistungserbringer hart, denn sie zwingt die Spitäler, sich frühzeitig nach alternativen Lösungen für die Patientenadministration und -abrechnung umzusehen.

GS-H: Innovative Patientenverwaltung

Swisscom hat die strategische Bedeutung dieser Lücke erkannt und schnell agiert – mit der Entwicklung der Lösung GS-H. «Als wichtiger strategischer Partner grosser Schweizer Spitäler waren wir motiviert, mit GS-H eine eigene Lösung zur Patientenadministration und -abrechnung für unsere Kunden zu entwickeln», erklärt Raúl Suarez, Co-Lead Hospital Business Consulting & Development auf der Seite von Swisscom. GS-H ist als vollwertige Nachfolgelösung für IS-H konzipiert und soll alle bisherigen Funktionen nahtlos übernehmen, gleichzeitig aber Innovationen und neue Automatisierungen ermöglichen, die speziell auf die Bedürfnisse des Schweizer Gesundheitswesens zugeschnitten sind.

Zu diesem Zweck arbeitet Swisscom mit Common MS, Aktiva AG und GITG zusammen, um eine umfassende Lösung für das Gesundheitswesen zu schaffen. Common MS mit Sitz in Madrid gehört zu Globant, einem weltweit tätigen IT-Dienstleister. Common MS bringt Expertise in der Abrechnungstechnologie ein, die bereits international erprobt ist, während der Hamburger IT-Dienstleister GITG als SAP-Partner auf Patientenmanagement und betriebliche Prozesse im Gesundheitswesen spezialisiert ist. Diese Partnerschaft – zusammen mit dem tiefgehenden lokalen Branchen-Know-how von Swisscom und Aktiva – gewährleistet eine passgenaue Lösung für die Schweiz und ihre Leistungserbringer.

Was GS-H besonders macht, ist die nahtlose Übernahme der Kernfunktionen von IS-H, ergänzt durch neue Funktionalitäten, die auf Effizienz und Prozessoptimierungen abzielen. Alle grundlegenden Funktionen der Submodule Patientenmanagement, Abrechnung sowie die Integration mit anderen Modulen von SAP werden weiterhin unterstützt. Dabei erleichtert GS-H durch eine optimierte Benutzeroberfläche und moderne Datenbanktechnologie wie SAP HANA die Arbeit der Anwender erheblich. «Das moderne und flexible GS-H Interface ist deutlich nutzerfreundlicher als IS-H und ermöglicht effizienteres Arbeiten», sagt Raúl Suarez. Typische Arbeitsabläufe wie die Aufnahme eines Patienten würden so nicht mehr 15 Minuten dauern, sondern können in wesentlich kürzerer Zeit abgeschlossen werden.

«Das moderne und flexible GS-H Interface ist deutlich nutzerfreundlicher als IS-H und ermöglicht effizienteres Arbeiten.»

Raúl Suarez, Co-Lead Hospital Business Consulting & Development, Swisscom

Mehr Effizienz dank Automatisierung

Während in vielen Spitälern noch manuelle Schritte notwendig sind, um beispielsweise Rechnungen zu erstellen oder Informationen an Versicherungen zu übermitteln, bietet GS-H umfangreiche Automatisierungsoptionen. Besonders in der Patientenabrechnung werden neben traditionellen Standards wie HL7 neue wie FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) und SHIP (Swiss Health Information Processing) unterstützt, die den Austausch von Patientendaten mit den Systemen von Versicherungen und anderen externen Partnern beschleunigen. GS-H ermöglicht hier den Spitälern vollautomatisierte Prozesse. Damit sind Spitäler bestens gerüstet, um in Zukunft effizient mit verschiedensten Partnern Daten auszutauschen und ihre Arbeitsabläufe zu optimieren. Darüber hinaus sollen auch die weit verbreiteten Services von Swisscom wie curaBILL, curaLINE, curaMED und der Medical Connector in GS-H integriert werden können.

Investition in die Zukunft

Swisscom bietet rund um GS-H ein umfassendes Dienstleistungspaket an, das von der Implementierung bis hin zur langfristigen Unterstützung reicht. Darüber hinaus profitieren die Spitäler von den umfangreichen Erfahrungen von Swisscom im Bereich SAP-Beratung und -Implementierung. «Als führendes Beratungshaus im Gesundheitswesen haben wir in Spitälern bereits viele erfolgreiche SAP-Transformationen durchgeführt», erklärt Raúl Suarez. «Dank dieser Expertise können Spitäler sicher sein, dass auch der Umstieg auf GS-H reibungslos verläuft und sie langfristig von der neuen Technologie profitieren.»

GS-H kann sowohl On-Premises als auch in der Private Managed Cloud betrieben werden. Die zweite Option bietet nicht nur technische Vorteile, sondern auch Kosteneffizienz, da die Wartung und der Betrieb der Systeme in der Cloud von Swisscom vorgenommen werden können. Der Kunde spürt den positiven Effekt einer erheblichen Reduktion der Total Cost of Ownership (TCO).

Die Entwicklungsarbeiten von GS-H konnten abgeschlossen werden und die erste produktive Version steht bereit, um den Bedarf der Spitäler zu decken. Erste Pilotprojekte, darunter an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), laufen bereits. Zudem wird GS-H in den nächsten Monaten in den 27 Landes- und Universitätskliniken der Niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur (NÖ-LGA) ausgerollt. Swisscom ist für GS-H erster Ansprechpartner der Schweizer Kunden, sowohl bei der Implementierung, Weiterentwicklung des Produktes als auch später bei Wartung und Support der Lösung.

Den Wechsel mit Swisscom planen

Die Migration selbst ist durch die enge Anlehnung an SAP S/4 HANA vergleichsweise unkompliziert. Das Datenmodell von IS-H wurde für GS-H weitestgehend übernommen, was den Aufwand für die Spitäler minimiert und den Migrationsprozess beschleunigt. 

Nichtsdestotrotz sollten Leistungserbringer frühzeitig eine umfassende Ist-Analyse ihrer bestehenden Systeme und Prozesse durchführen. Dabei ist es entscheidend, strategische Überlegungen anzustellen, wie die IT-Landschaft in den kommenden Jahren gestaltet werden soll. Die Erstellung von Pflichtenheften für technische und fachliche Anforderungen ist unerlässlich, um die spezifischen Bedürfnisse der Spitäler abzubilden.

«Wir liefern Beratung und Know-how, um die Anforderungen des Kunden an GS-H genau zu verstehen.»

Anne Wyss, Co-Lead Hospital Business Consulting & Development

Swisscom unterstützt die Spitäler dabei in einer Discover & Prepare Phase. «Wir liefern Beratung und Know-how, um die Anforderungen des Kunden an GS-H genau zu verstehen. Gemeinsam mit den Kunden planen wir die strategische Transformation hin zur neuen Lösung. Zudem bieten wir technische Unterstützung, so dass die Migration reibungslos läuft und die Spitäler dank kundenspezifischem Customizing die Vorteile von GS-H voll ausschöpfen können», erklärt Anne Wyss, Co-Lead Hospital Business Consulting & Development.

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