Studie zu eHealth in Spitälern und Heimen

eHealth nimmt Fahrt auf 

Das Thema ist in den Schweizer Spitälern angekommen


Gesetzliche Vorgaben und ökonomische Überlegungen treiben eHealth in Schweizer Spitälern und Heimen voran. Doch wie fortgeschritten ist die digitale Transformation dort bereits. Swisscom und MSM Research haben nachgefragt.


Text: Roger Welti,




Die gute Nachricht zuerst: Es bewegt sich etwas in den Direktorien und im Alltag der Schweizer Spitäler, Kliniken und Heime. Das Thema eHealth ist dort angekommen. Nicht zuletzt die gesetzlich vorangetriebene Einführung des elektronischen Patientendossiers (EPD) wirkt dabei als Katalysator. Gemäss der neuen Studie «eHealth und ICT im Schweizer Gesundheitswesen 2017» (s. Box) verbinden 66% der befragten Spitäler, Kliniken und Heime mit dem Begriff eHealth aber weit mehr als das EPD – nämlich die Digitalisierung aller Prozesse, von der Datenerfassung über den Datenaustausch bis hin zur Archivierung.


Nur bedingt Leader und dezidierte Ressourcen

Nach ihrer grundsätzlichen Haltung zum Thema eHealth gefragt, sehen sich rund 28% der befragten Institutionen in einer «führende Rolle», in der sie andere Leistungserbringer für eHealth begeistern wollen. Ebenfalls rund ein Drittel warten in Sachen eHealth derzeit noch ab und beobachten die anderen Akteure.

Besonders viele «First Mover» finden sich unter den Spitälern und Heimen also nicht. Das wirkt sich auch auf die personellen Ressourcen für eHealth aus. Nur in 41% der Häuser ist die eHealth-Verantwortung fest in der Organisation verankert. In jedem fünften Haus gibt es zumindest ein Projektteam. Immerhin: Rund 70% der Befragten haben ihre eHealth-Ziele in einem strategischen Plan festgehalten oder arbeiten an einem solchen.



Nur in 41 % der Spitäler, Kliniken und Heime ist die eHealth-Verantwortung fest in der Organisation verankert.



Vernetzung hat Priorität

Mit einer besseren Vernetzung mit anderen Leistungserbringern können Effizienz, Agilität und Reaktionszeit gesteigert werden – das haben die Schweizer Spitäler und Heime erkannt. Ebenso augenfällig ist das Potenzial, das in diesem Bereich noch brachliegt. Nur 56% der Befragten sind heute mit anderen Spitälern und Pflegezentren vernetzt, 53% sind es mit Labors. Mit Ärzten, Spitex und Therapeuten können nur 44%, 25% bzw. 13% der Institutionen elektronisch kommunizieren.


Verschiebung bei den ICT-Ausgaben

Dieser Handlungsbedarf in den Institutionen beeinflusst auch die Planung der ICT-Ausgaben. Dabei stellen sich zwei zentrale Fragen: Welche Teile der benötigten ICT verbleibt künftig im eigenen Haus und werden selber betrieben? Und wo werden vermehrt externe Partner und Leistungen aus der Cloud in Anspruch genommen?

Ein Blick auf die geplanten ICT-Ausgaben in Spitälern und Heimen zeigt: Es zeichnet sich eine Verschiebung vom internen Betrieb hin zu externen Services ab. 2017 fliessen noch 60% der Mittel in traditionelle ICT (Eigenbetrieb) und 40% in Managed Services und in die Cloud. 2019 werden bereits 55% der ICT-Ausgaben für externe Services aufgewendet. Bei der Vergabe dieser Aufträge setzen die befragten Institutionen auf starke Partner. Gefragt sind gemäss der Studie Dienstleister mit fundierter Expertise zu den Prozessen im Gesundheitswesen, Digitalisierungsskills und Referenzen aus der Schweiz.



Welches Ziel wird mit eHealth verfolgt? Im Fokus stehen ökonomische Interessen und eine bessere Positionierung am Markt.



Interview mit Thomas Bachofner (Youtube)



Am Puls von Schweizer Spitälern und Heimen

Gemeinsam mit MSM Research hat Swisscom Health Schweizer Spitäler, Kliniken und Heime zu den Themen eHealth und Digitalisierung befragt. Zusätzlich wurden weitere Befragungen zu den ICT-Ausgaben im Gesundheitswesen ausgewertet. Auf der Basis der Studienergebnisse sind ein Whitepaper und eine Infografik entstanden, die als Download verfügbar sind.

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