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Videodiagnostik mit moderner Mikroelektronik





E-Health-Gadgets

Die Magenwand als Filmkulisse


Videos aus dem Körperinneren oder eine Notfall-SMS direkt aus dem Brustkorb: Moderne Mikroelektronik revolutioniert die Medizin. Staunen Sie, welche sieben Produkte bereits im Einsatz sind.


Jörg Rothweiler (Text), zVg (Fotos),




Kleines Ding, grosse Wirkung. Die Fortschritte in der Mikroelektronik, der Nano- und der Dünnschichttechnologie erlauben den Bau drahtloser elektronischer Geräte, die Daten direkt am oder im menschlichen Körper erfassen und via Funk übermitteln. So eröffnen digitale Zwerge der Medizin wahrlich gigantische Möglichkeiten.


Kamera zum Schlucken


Kamera zum Schlucken

Given Imaging fertigt Functional Pills an. Diese sind 32 mal 11 Millimeter klein und mit Kamera, Scheinwerfer und Funkeinheit ausgerüstet. Vom Patienten geschluckt, erlauben sie eine Videodiagnostik von der Mundhöhle bis zum Darmausgang. Etwa bei Darmkrebs, Morbus Crohn, Anämien oder Polypen. Ähnliche Pillen mit Temperatursensor kontrollieren bei Tätigkeiten unter extremen Bedingungen die Körperkerntemperatur – und schlagen Alarm, bevor es kritisch wird.


PH-Messung in der Speiseröhre


PH-Messung in der Speiseröhre

Ebenfalls von Given Imaging stammt die Bravo-PH-Elektrode. Sie wird mit dem Endoskop an die Innenwand der Speiseröhre geheftet, wo sie kontinuierlich den Säuregehalt misst. Die Daten funkt sie an einen Recorder. Nach 48 bis 96 Stunden fällt die Kapsel ab und wird auf natürlichem Weg ausgeschieden.


Kontaktlinse mit Drucksensoren


Kontaktlinse mit Drucksensoren

Der Triggerfish der Schweizer Firma Sensimed verbessert die Diagnose des Glaukoms, der zweithäufigsten Ursache für Erblindungen weltweit. Hauchdünne Sensoren auf einer weichen Kontaktlinse messen während 24 Stunden Dimensionsänderungen des Auges. Eine um das Auge aufgeklebte Antenne empfängt drahtlos die Daten und überträgt sie an einen Recorder


Tablette mit Sender


Tablette mit Sender

Der Sensor Proteus von Barton Health ist klein wie ein Sandkorn. Auf eine Tablette aufgebracht gelangt er in den Magen. Proteus sendet Uhrzeit, Pulsrate und weitere Daten an ein Sensorpflaster, das die Messwerte via mobiles Endgerät ins Internet streamt. So kann der Arzt sicherstellen, dass der Patient seine Medikamente regelmässig nimmt, was insbesondere bei Herzpatienten lebenswichtig ist. Einen Akku benötigt der Mini-Sensor nicht: Er nutzt die Magensäure zur Energiegewinnung.


Ohne Fingerstechen: Blutzuckerkontrolle 2.0


Blutzuckerkontrolle 2.0

Das Blutzuckermesssystem FreeStyle Libre von Abbott macht Schluss mit Fingerstechen. Ein Sensor, kleiner als ein Zweifränkler, misst mit einer winzigen Kanüle am Oberarm kaum spürbar jede Minute den Glukosewert in der Zwischenzellflüssigkeit. Jeder Scan zeigt den aktuellen Glukosewert, einen Trendverlauf sowie ein Glukoseprofil der letzten 8 Stunden an. Das Lesegerät speichert Daten von bis zu 90 Tagen und bietet so einen Überblick über den langfristigen Verlauf der Glukosewerte.


SMS aus dem Herzen


SMS aus dem Herzen

Herzschrittmacher, Defibrillatoren, EKG. Die implantierbaren Geräte von Medtronic nutzen Funktechnik für grösste Sicherheit. Stolpert das Herz eines Patienten oder werden andere Messwerte (z. B. erhöhte Flüssigkeit in der Lunge) kritisch, sendet das Gerät eine SMS an den Arzt. So kann dieser einschreiten, noch bevor ein Notfall eintritt. Dank eigener SIM-Karte im Gerät funktioniert das von jedem Punkt der Erde aus – Mobilfunkverbindung vorausgesetzt.


Pflaster «zaubert» Schmerzen weg


Pflaster «zaubert» Schmerzen weg

Seit den 1970er-Jahren ist bekannt, dass Schmerzen mit Reizstrom gelindert werden können (TENS, Transkutane elektrische Nervenstimulation). Die Firma CUR macht diese Technik jetzt portabel. Ein Gerät von der Grösse eines iPod nano wird auf die schmerzende Stelle geklebt. Biosensoren sorgen dafür, dass Amplitude, Pulsweite und Frequenz des Reizstromes automatisch justiert werden.





Für Cyberchonder

Wer im Internet nach Krankheiten und Wehwehchen googelt, findet so allerlei gute und fragwürdige Tipps. Lesen Sie dazu die Kolumne von Kathrin Buholzer.

Für Cyberchonder


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