Kolumne Coworking: Inspiriert von echten Begegnungen





Kolumne: Ruggero Crameri, Future Work Experience Developer, Swisscom

Inspiriert von echten Begegnungen


Wow: Zusammen sind wir schlau!


Ruggero Crameri,




Im Berner «Brain Gym» fühle ich mich nicht wie im Büro, sondern eher wie in einer Werkstatt. Die Arbeit hier kommt mir nicht als Arbeit vor, sondern eher als kreatives Schaffen und Lernen. So auch heute. Ich schaue mich um: Nicht nur ich, sondern auch meine Kollegen und die Partner, die hier sind, fühlen sich sichtlich wohl. Der Raum ist offen und hell, es hat Stifte, Flipcharts, Putzlappen für die grossen Whiteboards, Magnete, Pinboards mit Reissnägeln, Post-its, Klebeband, Scheren, Cutter, ja sogar Legosteine. Es fehlt uns an nichts hier. Und irgendwie fühle ich mich wie zuhause.


Man trifft sich hier nicht in kalten, starren Sitzungszimmern, sondern lernt zusammen in flexiblen Räumen, wo man auch mal einfach einen Tisch wegklappen kann, wenn man etwas Bewegung braucht. Denn Menschen, die sich bewegen, arbeiten erwiesenermassen kreativer. Chaos herrscht deswegen nicht, denn die Räume (aber auch die Kultur) werden gepflegt. Das ist wichtig, damit man sich ganz auf die Arbeit konzentrieren kann.

 

Räume wie das «Brain Gym» wurden genau dazu konzipiert, dass Menschen besser zusammenarbeiten und sich gegenseitig inspirieren. Für mich sind sie der Beweis, dass es mit der virtuellen Zusammenarbeit alleine nicht getan ist, damit ein Unternehmen erfolgreich ist. Nur online miteinander zu kommunizieren ist nicht sinnvoll. Der Mix aus physisch und virtuell macht's. Will heissen: Wir müssen zwar flexibel, das heisst unabhängig von Ort und Zeit, arbeiten können. Aber kreative Zusammenarbeit findet tatsächlich meist erst «zusammen» statt – zwischen Menschen vereint an einem Ort.

 

Daher hat Swisscom mit dem «Brain Gym» und «Project Gym» nahe am Berner Bahnhof sogenannte «Deep Work»-Zonen geschaffen. In diesen können Mitarbeitende gemeinsam mit Kunden und Partnern interagieren, etwas entwickeln, testen und evaluieren, aber auch über etwas philosophieren und – wichtig – lachen. Zusammen entstehen wunderbare Inspirationen und undenkbare Ideen. Aus Eins und Eins wird plötzlich Drei, und die einzelnen Menschen kehren mit der gebündelten Kreativität zurück in ihre «normale» Arbeitsumgebung, wo sie die Ideen unabhängig von Ort und Zeit weiterentwickeln. Daraus resultiert nicht selten ein konkreter, neuer Dienst, der den Nerv der Zeit trifft.

 

Mit neuen Räumen, fancy Offices, schickimicki Design oder Shabby Chic alleine ist es nicht getan. Die Einstellung zum Thema Innovation muss stimmen. Innovation ist kein Zufall, sondern ein Handwerk, das man erlernen kann. Human Centered Design (HCD) ist eine Methodik, die sich ganzheitlich mit diesem Handwerk auseinandersetzt. Sie basiert auf der Überzeugung, dass Innovation das Ergebnis einer menschenorientierten, agilen Arbeitsweise ist. Demgemäss ist das einzige Ziel von Innovation, Mehrwert zu schaffen. Mehrwert für Menschen – dank Erlebnissen, die begeistern. Eine inspirierende Umgebung zur Zusammenarbeit ist ein fester Bestandteil einer gesunden Innovationskultur – auch nachzulesen in der Literatur zum Thema.

 

Inzwischen bin ich wieder unterwegs, stehe noch ganz unter dem Eindruck einer inspirierenden Umgebung und interessanten Begegnungen – und bin voll mit neuen Ideen, die ich nun im SBB-Ruheabteil weiterspinne.








Ruggero Crameri begleitet seit vielen Jahren Swisscom auf dem Weg zur grenzenlosen Zusammenarbeit. Mit Leidenschaft unterstützt er Organisationen und ihre Mitarbeitenden dabei, in neue, smarte Arbeitswelten einzutauchen.

Sein erklärtes Ziel: das Leben von Menschen zu vereinfachen und dabei Nutzen für Unternehmen zu stiften. Zusammen mit seinem Team erfindet Ruggero die Arbeitsplatzkonzepte von morgen, mischt Generationen auf und erfindet Regeln neu.




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