Workstream Collaboration: Kommunikations-Tools im Überblick

Team Collaboration Tools

Welche Collaboration-Plattform für welchen Zweck?


Für die Zusammenarbeit im Unternehmen gibt es zahlreiche Tools. Doch was taugen Slack, Unify Circuit, Microsoft Teams, Cisco Webex Teams und Beekeeper? Ein Überblick.


Text: Adrienne Fichter/Andreas Heer,, aktualisiert am 29. Mai 2019




Chatten, Liken, Kommentieren: Die Kommunikationsformen aus den sozialen Netzwerken und dem Privatleben halten Einzug in die Business-Welt. Collaboration-Plattformen für Unternehmen sind ein boomender Markt. Sie haben zum Ziel, die Produktivität zu steigern, die Zahl unnötiger E-Mails zu drosseln und dadurch Zeit einzusparen. Teams kommunizieren weltweit über diese unternehmensinternen Netzwerke und lösen Probleme in Echtzeit miteinander. Kommunikations- und Projektmanagement-Elemente verschmelzen miteinander. Welches die derzeit wichtigsten Kollaborationslösungen sind, zeigt diese Übersicht.


Slack

Der Messaging-Charakter von Slack ist offensichtlich. Das Tool ist vor allem bei Grossunternehmen und Start-ups beliebt. Diese Popularität gründet auf der intuitiven Usability – und dem breiten Repertoire an Emojis. Elemente, die man aus der privaten Unterhaltung in Messenger-Apps wie WhatsApp kennt, lassen sich im Geschäftsumfeld zur spielerischen Kommunikation anwenden.

Die Kommunikation ist in Slack in Form von Kanälen individuell organisiert. Das bedeutet, dass jeder Benutzer je nach Aufgabe andere Kommunikationen sieht. Die Kanäle lassen sich für private, bilaterale oder öffentliche Konversationen nutzen. Die Kommunikation selbst funktioniert ähnlich wie bei Twitter oder WhatsApp. So lassen sich beispielsweise Arbeitskollegen in einem Beitrag erwähnen. Neben der Möglichkeit, Dateien hochzuladen, lassen sich auch Notizen und Links zu Blog-Posts ablegen. Es ist jedoch keine gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten möglich.

Ein besonderes Merkmal sind die Slackbots, die man für kleine Aufgaben programmieren kann. Fallen gewisse Stichwörter in der Konversation, so meldet sich der Slackbot zu Wort und bietet seine Hilfe an. Slack eignet sich besonders gut für kleine Projektgruppen und wenn man sich schnell und unbürokratisch austauschen muss.

Ab einer gewissen Grösse kommt Slack aber an seine Grenzen. Beteiligt sich eine grosse Anzahl von Personen an einer Diskussion in einem Kanal, wird es schnell unübersichtlich. Debatten-Threads lassen sich kaum verfeinern. Wer über längere Zeit inaktiv war, muss die gesamte Debattenhistorie zurückscrollen. Ausserdem bindet die Plattform zwar Skype ein, ist jedoch nicht in ein grösseres Ökosystem eingebettet.

Beim gleichnamigen Unternehmen dahinter handelt sich um ein relativ junges Social Enterprise Start-up, das mit Risikokapital finanziert ist. Geld verdient das Start-up mit vergleichsweise teuren, kostenpflichtigen Abonnements. Die Nachhaltigkeit des Tools ist unter diesen Umständen nicht garantiert. Und trotz aller Fortschritte erfüllt Slack die Anforderungen der DSGVO nicht ganz.



Slack lehnt sich stark an Messaging-Apps wie WhatsApp an.


Microsoft Teams

Lange sah es so aus, als ob Microsoft den Anschluss an die Kommunikationswerkzeuge für Unternehmen verpasst habe. Nun hat der Grosskonzern neben der Integration von Yammer mit «Teams» auch selbst eine neue Lösung innerhalb der Office-365-Familie kreiert. Microsoft möchte damit nicht nur einfach ein Collaboration-Tool anbieten, sondern zur Drehscheibe für alle Arbeitsaktivitäten innerhalb eines Unternehmens werden. Microsoft Teams selbst ist nur im Rahmen eines Office-365-Gesamtpakets verfügbar.

Den Kern von Microsoft Teams bilden die sogenannten Workspaces, in denen sich bis zu 999 Personen austauschen können. Diese Arbeitsbereiche umfassen eigene Dateiablagen, einen Gruppen-Chat, ein Planungs-Tool und ein Notizbuch. Microsoft plant, die Funktionen von Skype for Business in Teams zu überführen. Entsprechend versteht sich das Collaboration-Tool mit Videokonferenzen und Screensharing und bildet damit alle gängigen Kommunikationsformen für Unternehmen ab.

Microsoft Teams kam erst nach Yammer und Slack auf den Markt und konnte so aufgrund der Erfahrungen der Kunden die besten und am häufigsten verlangten Features sofort einbinden. Verpasste Diskussionsstränge sind einfach abrufbar. Microsoft Teams vereinigt viele Merkmale anderer Plattformen und perfektioniert diese.

Microsoft integriert Teams zudem direkt ins digitale Whiteboard Surface Hub 2s. Projektgruppen profitieren so von zusätzlichen kreativen Möglichkeiten und können produktiver zusammenarbeiten. Microsoft baut den Funktionsumfang von Teams laufend aus und integriert verschiedene Arbeitsinstrumente wie etwa Planner. Erklärtes Ziel ist es, das Tool zu einem eigentlichen Collaboration-Hub auszubauen, mit dem Mitarbeitende fokussiert und effizient arbeiten. Mit Enterprise Connect for Teams lässt sich Microsoft Teams zudem in die Telefonie integrieren.

> Mehr zu Microsoft Office 365



Microsoft Teams bietet sogenannte «Workspaces» zur Zusammenarbeit.


Cisco Webex Teams

Bei Webex Teams handelt es sich um den Messaging-Dienst der gleichnamigen Produktpalette des US-Telekommunikationsanbieters Cisco. Wie bei Slack sind die einzelnen Chats – bilaterale Korrespondenzen oder Gruppenkonversationen – in Kanäle gegliedert.

Webex Teams ist dafür ausgelegt, dass Benutzer mit mehreren Endgeräten von verschiedenen Standorten aus arbeiten können. Das zeigt sich etwa in den smarten Benachrichtigungen: Wenn die App auf mehreren Geräten geöffnet ist, werden die Benachrichtigungen nur dorthin gesendet, wo die App auch aktiv ist. Webex Teams wartet mit einer Vielzahl weiterer Zusammenarbeitsfunktionen auf. Die Benutzer können sich via Videokonferenz unterhalten oder den Bildschirm für andere freigeben. Über einen Kalender lassen sich Meetings organisieren. Und dank einer Whiteboard-Funktion können Ideen in verteilten Teams in Echtzeit skizziert werden.

Webex Teams behandelt 1:1-Konversationen genau gleich wie Gruppen-Chats. Dateien können zwar hochgeladen und ausgetauscht, aber nicht gemeinsam bearbeitet werden. Aus diesen Gründen eignet sich das Tool vor allem als Besprechungslösung für fest bestimmte Gruppen. Gerade die Whiteboard-Funktion macht Webex Teams zu einem praktischen Tool für Meetings. Dazu bietet Cisco auch die Whiteboard-Hardware Webex Board an. Es eignet sich besonders für Präsentationen und die gemeinsame Ideenentwicklung. Das Webex Board ist ebenfalls in Ciscos Messaging-Lösung integriert: So können Gruppen im Konferenzzimmer Ideen entwickeln – während Abwesende das Geschehen über die Messaging-App auf ihrem Endgerät mitverfolgen.

> Mehr zu Cisco Webex



Cisco Webex Teams eignet sich für die Arbeit von mehreren Endgeräten aus und unterstützt das digitale Whiteboard Webex Board.


Unify Circuit

Der deutsche Anbieter Unify hat sich mit Unify Circuit zum Ziel gesetzt, alle gängigen Kommunikations- und Kollaborationsmittel in einem einzigen Tool zusammenzuführen. Entsprechend integriert es Communities, Telefonie, Videokonferenzen, Chat, Screen Sharing, Messaging und sogar IoT-Plattformen wie beispielsweise Siemens Mindsphere. Unify Circuit wird als Cloud-Service bezogen und funktioniert im Browser oder in einer App für Mobilgeräte.

In Meetings lassen sich ad-hoc Audioaufnahmen erstellen, Dateien hochladen und Bildschirme teilen. Unify Circuit legt dabei Wert auf einen guten Workflow: Jede Funktion lässt sich aus jeder anderen direkt öffnen. Das Tool lässt sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur wie eine traditionelle Telefonanlage integrieren und versteht sich mit Cloud-Speichern anderer Anbieter.

> Mehr zu Unify Circuit



Circuit unterstützt alle gängigen Browser und funktioniert auch innerhalb virtueller Desktops.


Beekeeper

Mit Beekeeper mischt auch ein Schweizer Unternehmen auf dem Markt für Kollaborationslösungen mit. Über die App richtet sich Beekeeper insbesondere an Mitarbeitende, die nicht im Büro arbeiten. So gelingt die interne Kommunikation etwa im Verkauf, in Hotels oder im Aussendienst. Zudem können auch Mitarbeitende ohne E-Mail-Adresse ins Netzwerk integriert werden.

Die Benutzeroberfläche erinnert stark an Messaging-Apps wie Facebook Messenger oder WhatsApp.

Beekeeper bietet aber nicht nur Echtzeitkommunikation, sondern auch Echtzeitanalysen über Mitarbeiterumfragen. So eignet sich Beekeeper auch als Tool zur Top-Down- oder Bottom-up-Kommunikation und stellt gerade für Personalverantwortliche ein effizientes Mittel zur Mitarbeiterbindung dar.

Über APIs (Programmierschnittstellen) ermöglicht Beekeeper die Integration von Dritthersteller-Systemen, beispielsweise von Swisscom eAlarm.



Der Beekeeper-Ansatz umfasst auch «digital Signage», beispielsweise für die Anzeige von Intranet-News innerhalb des Unternehmens.



Die Kommunikations-Tools im Vergleich


Web


Swisscom bietet eine Vielzahl an Produkten und Dienstleistungen, die neue, smarte Arbeitsformen möglich machen. Unsere Work Smart Coaches beraten Sie gerne und zeigen Ihnen, welche Tools für Ihr Unternehmen am geeignetsten sind.







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