StartUp Blog - Interview





GRÜNDUNG

3 Fragen an…

Anita Scheidegger, Gründerin Oxygen Bar Thun, über die Geschäftsidee aus den USA und ihren Entschluss sich damit in Thun selbstständig zu machen.

28. November 2017

Frau Scheidegger, was macht Ihre Firma besonders?

In meiner Oxygen Bar können die Leute 95%-igen Sauerstoff in verschiedenen Duftrichtungen einatmen. Es ist ein Erlebnis, fördert gleichzeitig die Gesundheit und verbessert das Wohlbefinden. Das Konzept stammt aus den USA, meine Oxygen Bar ist die erste in der Form in der Schweiz. Das Geschäft ist gut angelaufen. Meine Kunden sind sehr unterschiedlich und kommen aus den verschiedensten Gründen bei mir vorbei: Einige kennen es aus Ferien in den USA, andere sind einfach neugierig und möchten es ausprobieren.

Warum haben Sie sich selbstständig gemacht und wie lief das ab?

Die Idee, mich irgendwann selbstständig zu machen, war schon immer da. Ich habe die letzten 17 Jahre bei Emmi Schweiz AG gearbeitet, habe auf der Arbeit immer viele Optimierungsvorschläge eingebracht – und hatte auch privat viele Ideen. Rückblickend auf die vergangenen Jahre als Angestellte habe ich mir dann die Frage gestellt: Möchtest du hier die nächsten 25 Jahre weiterarbeiten oder wäre es nicht an der Zeit, jetzt mal selber was auf die Beine zu stellen? In meinen letzten Ferien habe ich mich an die Oxygen Bars erinnert, die ich bereits vor 10 Jahre in Las Vegas gesehen hatte, und dachte: das ist es! Ich wollte immer etwas machen, was es in der Schweiz noch nicht gibt. Ich habe recherchiert und in Thun nach einer leer stehenden Ladenfläche gesucht. In Florida stiess ich auf einen passenden Lieferanten, der mir die Bar inklusive Equipment in die Schweiz liefern konnte. Ich habe dem neuen Vermieter meinen Businessplan geschickt und meinen Job bei Emmi gekündet... Das ging alles Schlag auf Schlag. Für die Gründung meiner Einzelfirma habe ich mir Unterstützung von Startups.ch geholt – die Beratung war sehr hilfreich. Am 21. Oktober feierte ich die Geschäftseröffnung. Natürlich gab es einige Herausforderungen für mich, aber zum Glück hat bisher alles geklappt. Seit meiner Gründung ist kein Tag wie der andere – es ist sehr aufregend und ich lerne dauernd Neues dazu.

Was ist Ihr Tipp für alle, die sich selbstständig machen wollen?

Wenn man ein Konzept hat, sollte man unbedingt abklären, ob es aus regulatorischen Gründen in der Schweiz erlaubt ist. Beim Budget aufstellen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es auf jeden Fall teurer wird als erwartet. Also: Budgetplan machen und gleich nochmals 50% dazu addieren. Dann gibt’s keine unangenehmen Überraschungen. Der dritte Punkt ist ein persönlicher: Man braucht viel Durchhaltewillen und muss wirklich an sich selber glauben. Ich hatte regional viel Resonanz in den Medien, nicht alle Reaktionen waren positiv. Ich habe einige negative Rückmeldungen von Personen erhalten, die mit meinem Geschäftsmodell überhaupt nichts anfangen konnten und mich auch persönlich angegriffen haben. Das hat mich getroffen, aber ich versuche, es nicht auf mich zu beziehen. Ich höre auch oft: Das ist ja sehr mutig von dir, dich selbstständig zu machen. Nicht zwingend. Man muss jedoch zu 100% davon überzeugt sein. Nur so kann es klappen.

In der Oxygen Bar in Thun sind Produkte von Swisscom im Einsatz

Gründerin Anita Scheidegger: "Ich bin privat schon immer Swisscom Kundin. Im neuen Geschäft habe ich auch einen Anschluss mit Swisscom TV benötigt. Die Swisscom Start-up-Beratung war vor allem eines: unkompliziert. Mein Berater Jonas Mettler hat mir verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt und ich habe genau das erhalten, was ich gewünscht habe. Ein paar Tage später kam auch gleich ein Mitarbeiter vorbei und hat alles installiert. Das hat sehr gut funktioniert."

StartUp-Berater Jonas Mettler: "Ich finde das Konzept der Oxygen Bar sehr interessant. Frau Scheidegger hatte bezüglich Produkte konkrete Vorstellungen und wir konnten beim ersten Gespräch direkt das richtige Produkt bestellen. Es war ein kurzer, einfacher und angenehmer Kontakt. Ich denke, dass Frau Scheidegger zwei Sachen besonders geschätzt hat: die schnelle Kontaktaufnahme und die rasche Inbetriebnahme des Anschlusses."