Meta Navigation

StartUp Blog - Interview



Lea von Bidder, Co-founder and President Ava Science


INNOVATION

Lea von Bidder über Gender Diversity: "Man muss in der eigenen Organisation anfangen"

2015 hat sie die Swisscom Startup Challenge gewonnen und später erfolgreich ihr Business im Silicon Valley aufgebaut – nun wurde Lea von Bidder, CEO und Co-Founder vom Startup Ava, mit einem Platz in der Forbes Liste "Top 30 under 30" geehrt. Im Interview erklärt sie, weshalb sie sich für Gender Diversity einsetzt.

Pia Schneider, 13. Dezember 2017

Lea, du wurdest kürzlich von Forbes zu einer der Top 30 under 30 ernannt, Gratulation. Was bedeutet dir diese Auszeichnung?

Lea: Ich freue mich sehr darüber. Dies ist ein Preis für die grossartige Leitung von allen in unserem Team, die Ava über die letzten drei Jahre mitaufgebaut haben.

Du hast dich mehrfach zur Unterrepräsentation von Frauen im Startup-Umfeld geäussert. Wieso ist dir das Thema Frauenförderung wichtig?

Primär wichtig ist es für jeden Akteur, überhaupt einmal zu verstehen, wo die eigene Organisation, der eigene Betrieb oder das eigene Team bezüglich Gleichstellung steht. Und darauf aufbauend können sie sich überlegen, was die nächsten Schritte sein könnten für die individuelle Situation.

 

Als Gründer sollte man sich zum Beispiel die Teamzusammensetzung regelmässig anschauen und evaluieren, ob in einem Team mehr unternommen werden kann, um weibliche Kandidatinnen anzusprechen. Erst vor kurzem habe ich ein gutes Beispiel von einer Firma gehört, welche aus diesem Grund ihre zu männlich ausgerichteten Jobprofile umgeschrieben hat – mit Erfolg. Da stand zum Beispiel dieser Satz in der Jobbeschreibung:„We are looking for a tech superstar who likes to experiment such as building his own 'Gin Tonic mixing Robot' in his free time“ Auch ist es wichtig, dass speziell männliche Gründer nicht nur in ihrem, oft männlichen, Netzwerk rekrutieren.

 

Als Investoren sollte man sich sein Portfolio, aber auch seine Partner genau anschauen und neben finanziellen Zielen auch klar Diversity Zieleverfolgen. Man muss in der eigenen Organisation anfangen, das ist klar der erste Schritt.

Ava ist eine der ganz grossen Erfolgsgeschichten im Schweizer Start-up-Umfeld. Gab es auch mal Momente, in denen du am liebsten aufgegeben hättest?

Eigentlich nicht. Ich habe unendliches Glück mit so vielen talentierten Leuten an einem so zentralen Problem zu arbeiten. Es gibt immer Rückschläge, aber unsere Vision mit Ava ist wesentlich wichtiger als ein schlechter Tag.