Aufgefallen

Gute Freunde, ein denkendes E-Bike und Lego als Prototyp

01

Automatisierung

Die Roboter übernehmen

Selbstfahrende Autos sind erst der Anfang. Roboter werden schon bald auch Brücken ganz alleine bauen oder Computerboards individuell bestücken können, wie die Beispiele der fliegenden Drohnen der ETH Zürich und der flinken Minibots von SRI International zeigen. In der Flying Machine Arena der ETH Zürich befestigen autonome Quadrocopter selbstständig Seile und weben netzartige Strukturen. Dabei arbeiten die Flugroboter auch bestens zusammen. Letzteres ist ebenfalls eine Spezialität der Mikroroboter von SRI International, welche unter anderem auch Apples Sprachsteuerung Siri entwickelt hat. Auf einer magnetischen Leiterplatte können Dutzende von kleinen Robotern mit Geschwindigkeiten von bis zu 35 cm pro Sekunde unabhängig voneinander und haargenau gesteuert werden und so gemeinsam mehrstufige Herstellungsprozesse von A bis Z durchführen. Ziel des von der Forschungsbehörde der US-Streitkräfte DARPA unterstützten Forschungsprojekts sind vollständig automatisierte, flexible Mikrofabriken etwa im Bereich der Computerelektronik oder der chemischen, medizinischen und biologischen Analytik.

Die fliegenden  ETH-Quadcopter in AktionDie Minibots arbeiten schnell und präzise

«Wir haben hier das Stromer ST2 und die App, mit der es zu steuern ist. Was kann man denn damit machen?» – «Also eigentlich alles – wie’s deinem Fahrrad geht.»

«eBike News» von der Fahrradschau Berlin (youtube)

04

Crowdsourcing

Dein Nachbar kann's!

Die Swisscom Friends sind aus mehrfacher Hinsicht ein spannendes Projekt. Die Crowdsourcing-Plattform zeigt zum einen, wie Unternehmen das Know-how der breiten Bevölkerung nutzen können, um ihren Kunden auch für kleine Bedienungs- und Reparaturprobleme einen optimalen Support aus der Nachbarschaft zu bieten. Zum anderen ist sie aber auch beispielhaft für die Zusammenarbeit zwischen einem innovativen Start-up und einem zukunftsgerichteten Grossunternehmen. Der Community-Marktplatz Mila, auf den Swisscom Friends aufsetzt, wurde von Manuel Grenacher gegründet, der unter anderem dafür am letzten Swiss ICT Award als Newcomer des Jahres ausgezeichnet wurde. In der laufenden Pilotphase konzentriert sich das Friends-Angebot noch auf den Grossraum Zürich. Ab Herbst wird es auf alle Ballungszentren ausgedehnt. Für eine schnelle Verbreitung wird nicht zuletzt auch das Buschtelefon sorgen, denn bis jetzt waren die Kundenreaktionen ausschliesslich positiv bis begeistert.

Die Swisscom Friends helfen bei ICT-Alltags-Problemen

05

Benutzerschnittstelle

Der Bildschirm nimmt Form an

Wird 3-D immer nur ein optischer Effekt auf einem flachen Bildschirm bleiben? Das MIT (Massachusetts Institute of Technology) demonstriert in einer zwar noch etwas grob pixeligen Auflösung –, wie Computerdisplays künftig wirklich dreidimensional und erst noch interaktiv werden könnten. Mit dem inFORM genannten System lassen sich per Internet Bälle balancieren, Designs modellieren oder komplexe Daten räumlich darstellen und manipulieren. Für die dritte Bildschirmdimension sorgen 900 dynamisch in der Höhe verstellbare Kunststoffstäbe. Die Bildinformationen werden mit einem Projektor auf die Stäbe projiziert. Erfasst werden die räumlichen Informationen mit einem Kinect-Sensor. Das Resultat ist ein faszinierendes Stab-Ballett. Wenn die Auflösung höher und die Gerätedimensionen Desktop-tauglich werden, könnten solche Bildschirme nicht nur die Gamer-Welt im Flug erobern. Mit dieser hochflexiblen Benutzerschnittstelle könnten beispielsweise auch Teams per Internet gemeinsam Designs verfeinern oder Instruktoren an virtuell generierten Objekten deren Funktion buchstäblich begreiflich machen.

Hier tanzen die 3-D-Stäbe

02

M2M-Innovation

Das E-Bike, das in der Wolke denkt

Mit dem ST2 hat der Schweizer E-Bike-Hersteller Stromer in Zusammenarbeit mit dem M2M (Machine-to-Machine) Collaboration Center von Swisscom eine Weltneuheit geschaffen. Der Elektrorenner ist über ein Mobilfunkmodul vernetzt und nutzt Cloud-Intelligenz für die Überwachung und die Steuerung per Smartphone. Mit einer App kann beispielsweise der Zustand von Batterie und Motor abgefragt, der Standort angezeigt oder der Diebstahlschutz aus der Ferne aktiviert und – wenn man das Bike für eine befreundete Person freigeben will – deaktiviert werden. Und das ist erst der Anfang, denn über die Cloud lassen sich App und Bike laufend mit zusätzlichen Funktionen und neuen Anwendungen upgraden.

Wie sich das ST2 per Handy steuern lässt

03

Energie

Die Cloud mit Regenwasser kühlen

Computer werden heiss. Das weiss jeder, der ab und an sein Laptop auf dem Schoss nutzt. In herkömmlichen Rechenzentren verbraucht die Kühlung der Computer denn auch fast gleich viel Energie wie das eigentliche Rechnen. Das heisst, für jedes Watt Rechenleistung werden gegen 2 Watt Strom benötigt. Mit dem neuen Rechenzentrum in Bern Wankdorf, in dem ab dem kommenden Herbst unter anderem die Cloud-Angebote betrieben werden, setzt Swisscom in Sachen Energieeffizienz neue Massstäbe: Statt 2 werden nur noch 1,2 Watt Strom pro Watt Rechenleistung benötigt. Möglich wird dies durch innovative Kühltechnologien. So wird das Rechenzentrum statt mit stromfressenden Kältemaschinen durch Umgebungsluft gekühlt, die punktgenau zu den erhitzten Stellen der Rechnerinfrastruktur geführt wird. An heissen Sommertagen arbeitet das neuartige «Free-cooling-Verfahren» zusätzlich mit hybriden Rückkühlern. Diese verdunsten in einer Zisterne gesammeltes Regenwasser, um die erhitzte Luft abzukühlen.

Der Bau des Rechenzentrums in Bern Wankdorf im Zeitraffer

06

3-D-Druck

Ein Lego-Turbo für den 3-D-Druck

3-D-Drucker können heute praktisch jedes Objekt mit fast beliebiger Genauigkeit fertigen. Ihr grosser Nachteil: Je genauer der Druck ist, desto länger dauert er. Der schichtweise Aufbau selbst kleiner Bauteile kann Stunden in Anspruch nehmen. Ein Projekt des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam verspricht nun massiv kürzere Druckzeiten – mithilfe von Lego. Indem die Grundstruktur mit den Spielbausteinen zusammengesteckt wird, müssen nur noch die spezifischen Elemente einer Form ausgedruckt werden. Das Konzept lässt sich natürlich auch mit anderen Bauelementen anstelle der genoppten Plastikklötzchen umsetzen. Interessant sind solche hybriden Ansätze vor allem für das Rapid Prototyping.

3-D-Druck meets Lego