Aufgefallen

Vom Ende des Sitzens und Wachsen von Aktienstädten

01

Augmented Reality

Google Glass auf Steroiden

Sechs Jahre nach der Bewegungssteuerung Kinect verblüfft Microsoft mit einem weiteren, buchstäblich aufsehenerregenden Benutzer-Interface: HoloLens ist quasi Google Glass auf Steroiden. Statt nur einen flachen Bildschirm ins Blickfeld zu projizieren, spielt die futuristische Brille 3-D-Hologramme ein, die sich dann über Gesten oder per Sprache steuern lassen. Die Augmented-Reality-Technologie ist nicht nur der Traum jedes Gamers. Feen, Bösewichte oder Sportgegner stehen einem in der virtuellen Realität gegenüber. Man kann mit ihnen sprechen, kämpfen oder ihnen durch Gänge hinterherrennen. Genauso verfügt HoloLens aber auch für den Businesseinsatz über ein enormes Potenzial: Videoconferencing und Zusammenarbeit werden lebendig. Veränderungen an Objekten lassen sich im Raum visualisieren. Servicetechniker können sich zeigen lassen, was genau im Inneren einer Maschine nicht mehr funktioniert. Bildschirme und Funktionsknöpfe lassen sich beliebig im Raum platzieren …

Die faszinierenden Möglichkeiten von HoloLens

«Wir sitzen schon bald gar nicht mehr, denn sitzen tötet.»RAAAF (Rietveld Architecture-Art-Affordances), Holland

1/4 Die drei ICT-WG-Bewohner zu Hause bei der Arbeit: v.l. Thomas Petrig, Daniel Geppert und Johannes Neumaier.

2/4 Die Lampenschirme wurden gemäss Anleitung aus dem Internet aufs Holz aufgezeichnet. Jetzt folgt der nächste Schritt beim Produzieren: Lasern im Fablab Zürich.

3/4 Unsere digital produzierten Lampen leuchten – fantastisch!

4/4 iBeacons findet man in der WG überall, sogar in der Waschmaschine klebt ein «Leuchtfeuer».

1/4 Die drei ICT-WG-Bewohner zu Hause bei der Arbeit: v.l. Thomas Petrig, Daniel Geppert und Johannes Neumaier.

Project 365d

ICT-WG: «Die Zeit reicht kaum für alles»
Es ist Halbzeit in der ICT-WG von Swisscom. Was haben Thomas Petrig, Johannes Neumaier und Daniel Geppert bisher erreicht? Zeit, mit Designmanager Thomas Petrig eine kleine Bilanz betreffend «Project 365d» zu ziehen.
 
Jeweils am Freitag trimmt Ihr eure WG auf Zukunft. Wie muss ich mir das vorstellen?

Wir haben jeweils Fokusthemen und konkrete Projekte, die wir umsetzen. Darüber schreiben wir alle zwei Wochen einen Blogeintrag. Es besuchen uns auch Leute. Es interessiert sehr viele, was wir machen. Darunter befinden sich auch solche, die sich mit Heimautomatisierungslösungen beschäftigen oder die Router oder TV-Produkte von uns testen lassen wollen. Die Zeit reicht kaum für alles.

Was sind die wichtigsten Errungenschaften der ersten Monate?

Wir haben zuerst wochenlang unser Heim vernetzt, also einen Heimautomatisierungsserver mit einer openHAB-Lösung umgesetzt, Bewegungsmelder montiert und LED-Lampen eingebaut. Wenn wir nach Hause kommen, müssen wir keinen einzigen Lichtschalter mehr betätigen. Und drei Lampenschirme haben wir digital produziert, das heisst Bauplan aus dem Internet, Material aus dem Baumarkt und dann liessen wir die Lampenschirme im Fablab Zürich lasern. Dazu steuern und analysieren wir zum Beispiel die Waschmaschine mit mystrom. Als Nächstes werden wir Beacons installieren. Dank ihnen soll die Umgebung dann auf jeden von uns individuell reagieren können, indem diese «Leuchtfeuer» Signale abgeben.

Wie bleibt ihr auf dem neuesten Stand der Entwicklungen?

Ich bin bei Social Media sehr aktiv. Auf Twitter kann man nach Keywords suchen, so findet man heraus, worüber die Leute reden, was gerade aktuell ist. Ich schaue auch regelmässig bei Blogs wie Techcrunch, FastCo Design oder The Verge vorbei. Oder ich schaue mich in der Start-up-Szene um und beobachte, welche Projekte die Finanzierung schaffen, das zeigt uns, in welche Richtung es gehen könnte. Eine gute Quelle dafür ist Kickstarter.

dialogue begleitet die ICT-WG durch das Jahr und berichtet in jeder Ausgabe über das «Project 365d».

Zum Blog 365dVideo des Beleuchtungssystems Die ICT-WG auf Instagram

02

Visualisierung

Aktien wachsen als Wolkenkratzer in den Himmel

Gute Visualisierungen machen Daten nicht besser, aber verständlicher. Das Innovations-Lab des US-Finanzdienstleisters Fidelity Investments hat eine Virtual-Reality-Anwendung (VR) für Oculus Rift geschaffen, mit der man durch sein Anlageportfolio wie durch eine Stadt wandern kann. Die Höhe der Häuser zeigt in StockCity den Preis, die Grundfläche das Handelsvolumen der letzten 90 Tage und das Umlaufkapital. Künftig könnten beispielsweise auch Social-Media-Gerüchte über ein Unternehmen in Form von Vögeln, die sich auf dem Hausdach niederlassen, in das VR-Erlebnis integriert werden.

Die eigenen Anlagen als Virtual-Reality-Erlebnis

03

Erreichbarkeit

Abschalten und doch nicht weg vom Fenster

Der Mobilfunk hat uns von den Beschränkungen des Festnetzes und der Desktopcomputer befreit. Gleichzeitig raubt uns die dauernde Erreichbarkeit die notwendigen Ruheinseln im Tagesablauf, während denen wir abschalten, konzentriert arbeiten oder uns jemandem ganz persönlich widmen können. Genau das ermöglicht My Time von Swisscom. Mit der kostenlosen App lassen sich SMS, Anrufe und Benachrichtigungen gezielt blockieren. Ist man wieder online, zeigt My Time übersichtlich, was in der Zwischenzeit passiert ist. Zusätzlich hilft die App, sich der eigenen Phone-Gewohnheiten bewusst zu werden und diese gezielt zu verbessern. Anschauliche Grafiken zeigen zum Beispiel, wie oft das Gerät entsperrt wird, um Mails, Chats und News zu checken, welche Apps man wie nutzt oder wann man tatsächlich Smartphone-Pausen einschaltet.

So komme ich zu meiner Zeit

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Smart Work

Das Büro der Zukunft: ohne Stuhl und Tisch

Sind die aktuellen Bürolandschaften mit ihren Lounges und Kreativzonen nur ein Übergangsphänomen? Wenn es nach dem holländischen Architektenteam RAAAF (Rietveld Architecture-Art-Affordances) geht, werden wir schon bald gar nicht mehr sitzen, denn sitzen tötet, wie die Designer provozieren. Statt nun einfach Stehpulte zu propagieren, wollen sie zusammen mit der Künstlerin Barbara Visser die Stühle und Tische ganz aus der Arbeitswelt verbannen. Dafür wird der Büroraum vollkommen neu entworfen. Schräge Flächen zum Anlehnen, Absätze in der richtigen Höhe, um bequem stehen zu können, und ebene Flächen, auf denen gearbeitet werden kann, bilden ein kubistisch anmutendes Labyrinth aus Nischen, offenen Gängen und Plätzen. Besucher der Installation «End of Sitting» in Amsterdam, mit der das Konzept erstmals öffentlich vorgestellt wurde, fühlten sich in der geometrischen Landschaft wohl. Sie vermissten allerdings einige praktische Details wie Abstellflächen für die Kaffeetassen. 

So geht Arbeiten ohne Tisch und Stuhl