Unterwegs

Den entscheidenden Tick direkter in den Prozessen

Mit der Apple Watch drängen Wearables in die Unternehmen. Das Spektrum der möglichen Businessanwendungen ist breit. Der kleine Bildschirm ist dabei nicht nur für die Usability eine grosse Herausforderung.

Daniel Meierhans

«Unsere persönlichste Technologie!» So preist Apple die Watch an und trifft damit den Kern der smarten Uhr: Sie ist ein ständiger Begleiter, der buchstäblich immer an der Hand ist. Genau das macht sie auch für den Einsatz in Unternehmen attraktiv. Mit der Watch steht ein Tool zur Verfügung, mit dem man viel direkter und zuverlässiger mit den Mitarbeitenden interagieren kann, weil es nicht in der Tasche oder auf dem Pult liegen gelassen wird. Und auch die Mitarbeitenden können mit der cleveren Uhr in praktisch jeder Situation sofort handeln, ohne erst ein Gerät aus dem Hosensack fischen zu müssen. 

 

Watch macht Wearables zum Massenphänomen

Laut einer internationalen Studie des amerikanischen Mobile-Computing-Spezialisten MobileIron wird die grosse Mehrheit genau das tun. 95 Prozent der privaten Wearable-Käufer beabsichtigen nämlich, diese auch geschäftlich zu nutzen. Und was sie wollen – das hat die Smartphone-Erfahrung gelehrt –, werden sie mit oder ohne Segen ihres Arbeitgebers tun. Unternehmen sollten sich darum möglichst schnell mit den Möglichkeiten der smarten Uhren auseinandersetzen. 

 

Dies umso mehr, als Wearables mit der Apple Watch zu einem Massenphänomen werden. Anhand prognostizierter weltweiter Verkaufszahlen von 10 bis 30 Millionen Stück kann mit bis zu 300’000 Schweizern gerechnet werden, die bis Weihnachten ihr Handgelenk digital aufrüsten. Längerfristig liegt das Potenzial bei rund 1 Million Smart-Watch-Usern. Mit Watch-Apps verschafft man sich damit Zugang zu einem Viertel der aktiven Bevölkerung.

«Die grösste Herausforderung stellt dabei der kleine Bildschirm dar. Die Apps müssen genau auf die Bedürfnisse der Anwender passen.»
Schweizer kennen Schweizer besser

Das macht den cleveren Zeitanzeiger nicht nur für Kundeninteraktionen interessant, indem Anbieter quasi hautnah an ihre Käuferschaft herankommen. Genauso unmittelbar lassen sich per Watch auch die Mitarbeitenden in die Prozesse einbinden. Die grösste Herausforderung stellt dabei der kleine Bildschirm dar. Die Apps müssen genau auf die Bedürfnisse der Anwender passen. Jede überflüssige Funktion und jeder zusätzliche Schritt wird sich direkt in einer tieferen Nutzungsrate niederschlagen. Für Schweizer Unternehmen ist aber genau das auch eine grosse Chance. Sie kennen die lokalen Vorlieben und Gewohnheiten genau und können darum ihre Apps umso intuitiver gestalten. 

 

Grundsätzlich gilt: Aufgrund der engen Platzverhältnisse auf dem «Zifferblatt» ist Action angesagt. Benachrichtigungen und das direkte Auslösen von Handlungen stehen im Vordergrund. Verantwortliche können im Bedarfsfall sofort alarmiert, Mitteilungen auch in Situationen, die eine gewisse Diskretion verlangen, zu den Empfängern gelangen oder Mitarbeitende zeitnah und zuverlässig disponiert werden.

 

Passepartout, Lotse und Gestensteuerung

Mittels Apps mutiert der persönliche Begleiter aber auch zum Passepartout, mit dem sich nicht nur Türen öffnen und Zutrittsrestriktionen zu Räumen, Anlagen oder Computersystemen nutzerfreundlich umsetzen lassen. Genauso effizient lassen sich auch alle Arten von Bezahlvorgängen oder Checkpoint-Kontrollen per Watch erledigen. Dazu kommt die Möglichkeit, im Serviceumfeld Zeiten und Leistungen per Uhr mit minimalem Aufwand zu erfassen.

 

Ein grosser Vorteil der Watch: Die Hand kann immer noch für etwas anderes gebraucht werden. Apple nutzt etwa die sogenannte Haptic Engine, die einen sanft ans Handgelenk tippt, in Verbindung mit dem Kartendienst für Links-rechts-Anweisungen. Genauso lassen sich auch Lagermitarbeiter oder Spediteure ans Ziel lotsen. 

 

Innovative Anwendungsfelder eröffnen aber auch die anderen Sensoren und Aktuatoren. So lassen sich beispielsweise über die Beschleunigungssensoren Gestensteuerungen für Maschinen oder Geräte implementieren oder per Siri Sprachsteuerungen umsetzen. Zusätzlichen Raum für kreative Lösungen bieten die Steuerung über die Krone und der Bildschirm, der auf unterschiedlich starken Druck verschieden reagieren kann. 

 

Je schneller, desto besser

Zu all diesen Möglichkeiten addiert sich ein nicht zu unterschätzender Marketingaspekt: Unternehmen, die Smart Watches einsetzen, werden sowohl von ihren Kunden als auch von den Mitarbeitenden als innovativ wahrgenommen. Aber nicht nur deshalb lohnt es sich, als Unternehmen möglichst schnell Watch-Apps zu lancieren. Der kleine Bildschirm bedeutet einen umso grösseren Konkurrenzkampf zwischen den Apps. Je später man mit einer Anwendung auf das Handgelenk will, umso härter wird der Verdrängungskampf.

Hier erfahren Sie, wie speziell Schweizer Unternehmen ihre Chancen packen können, was sie dabei beachten sollten und welche ersten Schritte sie möglichst schnell einleiten müssen:

Die Apple Watch als Digitalisierungsmotor

Die Chance packen

Die Apple Watch eröffnet Unternehmen vielfältige neue Möglichkeiten. Erfahren Sie, wie speziell Schweizer Unternehmen ihre Chancen packen können, was sie dabei beachten sollten und welche ersten Schritte sie möglichst schnell einleiten müssen:

Die Apple Watch als Digitalisierungsmotor