Wie Swisscom Manager Marc Werner arbeitet
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Wie Swisscom Manager Marc Werner arbeitet

Marc Werner leitet seit Januar 2016 den Geschäftsbereich Sales & Services Swisscom und ist seit 2014 Mitglied der Konzernleitung.

 

«Meine Arbeitstage sind mit Meetings verplant. Dort bringe ich mein Wissen und meine Kompetenzen ein. Als Leiter des Geschäftsbereichs Sales & Services bei Swisscom und Mitglied der Unternehmensleitung habe ich eine breitere Sicht und oftmals auch mehr Informationen als die übrigen Sitzungsteilnehmer. Das heisst, ich kann die Lösungsvorschläge fachlich hinterfragen, wodurch wir gemeinsam zu besseren Ergebnissen kommen.

Ich habe meine Arbeitsorganisation so weit optimiert, dass ich meine Arbeitszeit möglichst produktiv nutzen kann. Deshalb mache ich während eines Meetings auch keine Notizen. Die wesentlichen Punkte werden ohnehin im Protokoll festgehalten. Wichtige Aufgaben behalte ich in meiner Inbox und im Kopf, das menschliche Hirn hat genügend Kapazität dafür.

 

Delegieren mit Vertrauen

Viele Arbeiten kommen ohnehin nicht bis zu mir, sondern werden von den Kolleginnen und Kollegen direkt erledigt. Umgekehrt delegiere ich Aufgaben so weit wie möglich zu unseren Fachleuten. Das macht nicht nur die Arbeit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spannend, die mit Interessantem betraut werden und Verantwortung übernehmen können. Sondern auch mir bleibt mehr Zeit für meine eigentlichen Aufgaben. Das Wichtigste ist, ideale Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen, damit diese ihren Job so gut wie möglich erledigen können. Dazu zählen etwa, die Strategie zu definieren und operationalisieren und die richtigen Leute auf die richtigen Positionen zu setzen und sie zu unterstützen. Wir sind eine «People-Organisation», das heisst, es geht darum, dass die Mitarbeiter auch unter erschwerten Bedingungen ein möglichst gutes Umfeld vorfinden und jeden Tag hoch motiviert zur Arbeit kommen.

Dieses Delegieren setzt allerdings Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. «Kontrollfreaks» sind ohnehin nicht mehr zeitgemäss. Es ist keine Qualität, alles selbst erledigen zu wollen und dafür 18 Stunden am Tag zu arbeiten.

Ich suche immer den effizientesten Weg: E-Mails beantworte ich selbst, wenn das Delegieren mehr Aufwand benötigen würde. Ich arbeite nach dem Pareto-Prinzip, also der 80/20-Regel: Es geht darum, die Arbeit so gut wie nötig zu erledigen, nicht hundertprozentig perfekt. Der Mehraufwand für die letzten 20 Prozent ist oft zu wenig wertstiftend – Ausnahmen bestätigen die Regel.

 

Treppe statt Lift

Energie für die Arbeit hole ich, indem ich gesund lebe und esse und regelmässig Sport treibe. Das funktioniert auch im Alltag. Ich fahre mit dem Zug zur Arbeit und gehe zu Fuss zum Bahnhof. Im Büro nehme ich die Treppe statt den Lift. Ich bin aber kein Prinzipienreiter, man muss das Leben ja auch noch geniessen können.

Und natürlich bringt es meine Funktion mit sich, dass ich manchmal auch am Wochenende arbeiten muss. Ich reserviere mir dafür einen Zeitblock, während dem ich konzentriert arbeite. Ansonsten bleibt der Computer ausgeschaltet.

 

Abschalten ist wichtig

Am Ende eines Arbeitstags rekapituliere ich den Tag. Ich frage mich jeweils, was passiert wäre, wenn ich heute nicht gearbeitet hätte. Wenn ich mit meiner Arbeit einen Mehrwert erbringen konnte, gehe ich mit einem guten Gefühl heim. Es ist ohnehin wichtig, egal auf welcher Stufe, dass man nach einem Arbeitstag befriedigt Feierabend machen kann.»

 

Aufgezeichnet von Andreas Heer

 


Wie sich Marc Werner organisiert

Keine To-do-Liste, sondern:

  • Wichtige Aufgaben im Kopf behalten
  • Halbwichtige Aufgaben delegieren
  • Unwichtige Aufgaben vergessen

E-Mail:

  • Keine Ordnerstruktur, sondern Suche nutzen
  • Mails von oben nach unten abarbeiten, also neueste zuerst
  • Attachments nicht separat ablegen

Arbeitsorganisation:

  • Tools wie Notebook und Smartphone schnell und effizient nutzen, beispielsweise dank Zehnfingersystem und Tastenkürzel
  • Alles nur ein Mal anfassen
  • Zeit nutzen und dort arbeiten wo man gerade ist – sei es im Zug oder sonst wo
  • Nur relevante Personen in Aufgaben involvieren

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