Computer, Calls und Kids:  Homeoffice während Corona
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Computer, Calls und Kids: Homeoffice während Corona

Während ein Virus die Welt in seinen Klauen gefangen hält, geht es für uns darum, den Alltag so gut es geht zu meistern. Die Evolutionsstufen eines ganz persönlichen Homeoffice-Daseins – beschrieben in fünf Songs.

Montag, 16. März 2020: Lockdown. Aus den global-viralen Rauchzeichen wird ein Feuer, das sich in einer landesweiten «ausserordentlichen Lage» entzündet – Restaurants geschlossen, Läden dicht, «School’s out». Wobei die Schule nicht in Stücke gesprengt wird, wie es Schockrocker Alice Cooper in den 70er-Jahren auf der Bühne gerne dozierte. Der Unterricht findet digital statt. Alain Berset und seine Experten empfehlen zudem, sich, sofern möglich, auf wochenlanges Homeoffice einzustellen, den ÖV zu meiden und das Haus nur noch zum Einkaufen zu verlassen. Als erste Reaktion google ich nach Hüten, die so gross sind, dass in ihnen alles Platz findet – meine Familie mit den beiden Kids, mein Job, ich.

Woche #1: «Wind of Change»

Grafik von Klaus Meine, Sänger der Scorpions

Ich fahre ins Büro, hole den Bildschirm ab und richte mich im Homeoffice-Reduit ein. Für mich als IT-Idiot eine mentale Herausforderung, zumal ich bürointern den zweifelhaften Ruf jenes Mitarbeiters habe, bei dem es regelmässig «eigenartige» PC-Probleme zu lösen gibt. Aber der Stachel dieses hausgemachten geistigen Skorpions sticht nicht zu. Alles klappt auf Anhieb, sogar der Schritt ins digitale Klassenzimmer mit allen Programmen, Files und Links, die der Lehrer für die Erstklässler bereitgestellt hat. Technisch gesehen bin ich also bereit. Bei der geistigen Umstellung ist noch kein «Wind of Change» spürbar. Es ist eher ein Herantasten an die neue Situation: Am Morgen Home-Schooling, am Nachmittag Homeoffice, so die Arbeitsaufteilung in unserem Haushalt.

Woche #2: «It’s a long way to the top …»

Grafik von Brian Johnson, Sänger von ACDC

Im Grunde genommen würde ich mich ja als Mensch bezeichnen, der in Extremsituationen ziemlich gut funktioniert. Mein etwas pathetisches Motto, das ich mir – frei nach John F. Kennedy – für die kommende Zeit notiert habe, lautet deshalb: Frag dich nicht, was dein Arbeitgeber für dich tun kann, sondern was du für deinen Arbeitgeber tun kannst. Zusammenstehen, Gas geben, abliefern – auch in schwierigen Zeiten. Allerdings hinterlassen die morgendlichen Schulübungen, inklusive der nervlichen Herkulesaufgabe, gleichzeitig eine Zweieinhalbjährige in Schach zu halten, bereits zur Tageshälfte deutliche Spuren im Nervenkostüm. Nach dem Mittagessen bin ich derart platt, dass die beruflichen Pflichten ziemlich stark leiden. Frei nach AC/DC: «It’s a long way to the top if you wanna home office».

Woche #3: «I just called to say…»

Grafik von Sänger Stevie Wonder

Nebst diesem grausigen Käferding, das die Welt in Atem hält, gibt es inzwischen noch einen zweiten mit «C» beginnenden Begriff, der in meiner persönlichen Unwort-des-Jahres-Hitparade einen Spitzenplatz ergattert: der sogenannte «Call». Was ist ein Call? In erster Linie handelt es sich dabei um einen Anglizismus allererster Güte. Heute wird also nicht mehr angerufen, nein, es findet ein Call statt. Kamera an, Mikrofon auch – wir «callen». Und es funktioniert. Wobei: Während Soul-Gott Stevie Wonder in seinen Calls Liebe verbreitet, ist die Quintessenz jener Calls, die mich erreichen eher die folgende: «I just called to say it’s deadline». Easy, inzwischen bin ich produktiv.

Woche #4: «Holiday»

Grafik von Sängerin Madonna

Das verlängerte Osterwochenende steht bevor, eine Art Ferienvorfreude kommt auf. Die Zuverlässigkeit der Woche 3 mutiert zum arbeitstechnischen Murks, die erste Corona-Müdigkeit macht sich in der Familie breit – flächendeckend. Am Gründonnerstagabend ist einiges in meinem beruflichen Pflichtenheft noch tiefrot, Madonna mia. Ach, ich mach das rasch über Ostern, lüge ich mich an und geniesse dann einige sonnige Tage ohne Home-Schooling, ohne Homeoffice. Sich nach dem Ostermontag wieder auf all die Calls und Deadlines zu konzentrieren, fällt einigermassen schwer. Aber ich finde die Eier auch nach den Feiertagen und starte nach dem Ostermontag beschwingt in den Alltagswahnsinn.

Woche #5: «Bleibt alles anders»

Grafik des deutschen Sängers Herbert Grönemeyer

Längst ist klar, dass die «ausserordentliche Lage» noch etwas andauert. Nun, ist eine Extremsituation noch eine Extremsituation, wenn man sich inzwischen daran gewöhnt hat? Auf ein, zwei, drei Wochen oder Monate mehr oder weniger kommt es auch nicht mehr an. Klar, ich bin in der glücklichen Lage, dass ich für meine Arbeit im Grunde nur einen Computer und ein Telefon brauche. Und alles funktioniert. Selbständige, Kurzarbeiter oder Restaurantpersonal: Andere trifft es härter, deshalb gibt es auch in der Woche 5 nichts zu meckern. Ich nehme weiterhin, was und wie es kommt. Vorerst bleibt ohnehin alles anders.

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