Stromsparbirne mit Flow
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Energie sparen mit IoT

Wenn die Arktis brennt und Gletscher als Sturzbäche ins Tal rasen, bleibt nicht mehr viel Zeit: Wir müssen unsere CO2-Emissionen senken. Neue Chancen bieten dabei modernste Technologien, die energieeffiziente Innovationen ermöglichen.

Solarbetriebene Roboter, die dank modernster Mobilfunknetze nur noch einen Bruchteil der heutigen Pestizidmenge versprühen. Heizungen, die dank dem Internet der Dinge (IoT) erst anspringen, wenn man auf dem Heimweg ist. Oder Wärmepumpen, die das Stromnetz ausgleichen, wenn die Sonne untergegangen ist – und so Stromspitzen auch mit erneuerbaren Energien abfedern können. All diese neuen Tech-Lösungen dienen einem Ziel: dem Klimaschutz und der Energieeffizienz.

Emissionen senken und smarte Lösungen entwickeln

Solche neuen Tech-Lösungen sind erst der Anfang. Res Witschi, bei Swisscom verantwortlich für die Corporate Responsibility, sieht im digitalen Fortschritt eine grosse Chance für den Klimaschutz: «So rasant sich das Klima verändert, so schnell entwickelt sich auch die Technologie und bringt neue Lösungen hervor, die uns ermöglichen, Energie effizienter zu nutzen.» Neue Technologien wie Smart Data, Künstliche Intelligenz oder Blockchain böten viele Chancen. Auch 5G werde dieser technologischen Entwicklung fürs Klima einen weiteren Schub verleihen. Und das sei wichtig: «Beim Klimaschutz läuft uns die Zeit davon. Wir müssen handeln. Sonst hinterlassen wir unseren Kindern einen Planeten, auf dem viele Menschen auf Wanderung sind, weil sie in ihrer Heimat nicht mehr überleben können.»

Res Witschi

Res Witschi ist Leiter Nachhaltigkeit bei Swisscom und seit über 20 Jahren Experte für Nachhaltigkeits-, Energie- und Umweltmanagement.

Als ICT-Unternehmen und Grossverbraucherin von Energie stehe Swisscom in einer grossen Verantwortung, sagt Witschi: «Wir müssen sowohl unsere Emissionen senken als auch smarte Lösungen entwickeln, mit denen unsere Kunden Energie einsparen können.» Eine Studie der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit Swisscom und dem WWF habe das Potenzial von ICT-Dienstleistungen für den Klimaschutz klar aufgezeigt. Auch eine neue internationale Studie, SMARTer2030, ist zum Schluss gekommen, dass ICT deutlich mehr Energie und Treibhausgase einsparen kann als sie selber verursacht.

Klimapositiv – mehr Energie sparen als nutzen

Auch Swisscom ist seit dem Jahr 2017 klimapositiv. Das bedeutet: Dank ICT-Lösungen von Swisscom sparen Kunden mehr Treibhausgase als Swisscom mit ihren Netzen, Rechenzentren, Immobilien, der Fahrzeugflotte und der ganzen Lieferkette verursacht. Halten also Swisscom Kunden dank schneller Internet-Verbindungen und innovativer Raumtechnik eine Sitzung per Videokonferenz ab, statt an einem Tag nach London zu fliegen und am nächsten nach Shanghai, reduziert dies massiv Emissionen. Und wenn Städte, Immobilien und Mobilität dank IoT smarter werden, wird Energie nur noch dann genutzt, wenn es wirklich nötig ist.

«Wir nehmen unsere Verantwortung seit über 20 Jahren sehr ernst», sagt Witschi – nicht umsonst erhalte Swisscom viele Auszeichnungen für ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen. Erst kürzlich wurde sie zum nachhaltigsten Telekomunternehmen der Welt gekürt. «Aber wir müssen dranbleiben», sagt Witschi. Denn ICT bringe nicht nur bessere Technologien hervor, sondern auch einen massiv höheren Datenverbrauch – und dieser brauche Strom. «Swisscom transportiert heute zum Beispiel im Mobilfunknetz in einer Woche so viele Daten wie vor zehn Jahren in einem ganzen Jahr.» Dass der Stromverbrauch von Swisscom seither kaum angestiegen sei, sei der immer effizienteren Technologie sowie weiteren Massnahmen zur Reduktion des Verbrauchs zu verdanken.

Mit Luft gekühlt

Levante und Scirocco heissen zwei dieser Massnahmen. In beiden Projekten spielt Luft die Hauptrolle: An den 5000 Antennen-Standorten des Swisscom Mobilnetzes soll sie künftig das technische Equipment, mit denen die Antennen betrieben werden, kühlen. «Bisher haben wir die Geräte mit Klimaanlagen, wie wir sie aus Hotels kennen, oder Kältemaschinen runtergekühlt», sagt Andreas Kindler, der als Corporate Responsibility Manager verantwortlich ist für die beiden Projekte. Statt der energieintensiven Klimakälte soll künftig frische Luft durch die Geräte-Kabäuschen wehen.

Andreas Kindler

Andreas Kindler ist bei Swisscom Experte im Bereich Energie- und Umweltmanagement.

Das Projekt Scirocco fokussiert dabei auf die Geräte in öffentlichen oder privaten Gebäuden, Levante auf Antennen-Geräte, die an Aussenstandorten in eigens dafür gebauten Häuschen stehen. Beide knüpfen an die Erfolgsgeschichte des Projekts Mistral an, mit dem Swisscom bereits vor über zehn Jahren alle Swisscom Telefonzentralen von Kühlung auf Lüftung umgestellt hat. «Die Umstellung ist nur ein Puzzleteil innerhalb aller Massnahmen für mehr Energieeffizienz, doch es ist ein wichtiger Schritt», sagt Kindler: «Wir sparen damit bis zu 90 Prozent der Energie für die Kühlung der Netze ein.»

Strom vom Dach

Ein weiteres Puzzleteil sei die eigene Stromproduktion. In der Schweiz sei das Potenzial für Solarstrom hoch, sagt der Stromexperte, «und auch Swisscom kann noch viel mehr Solarstrom produzieren.» Bereits heute produziere Swisscom auf mehreren Dächern Solarstrom. Nun wolle sie den Ausbau aktiv angehen – nicht zuletzt im Hinblick auf die zunehmende Elektrifizierung der Swisscom Fahrzeugflotte bis ins Jahr 2030. Nach dem Bau der komplexen Solaranlage auf dem Dach des Hauptsitzes in Worblaufen nimmt Swisscom wiederum die 5000 Mobilfunkantennen-Standorte ins Visier: Gemeinsam mit den Besitzern der Gebäude könnten Tausende Photovoltaikanlagen entstehen, die sowohl fürs Gebäude wie auch für die Antennen von Swisscom kostengünstigen und nachhaltigen Strom liefern. Es wäre eine Win-win-Situation für beide Seiten. Und für den Klimaschutz.

Nachhaltig, nachhaltiger, am nachhaltigsten

Swisscom engagiert sich seit 20 Jahren umfassend für die Nachhaltigkeit und wurde mehrmals für dieses Engagement ausgezeichnet. Diesen Sommer kürten sowohl das Magazin «World Finance», die Boston Consulting Group sowie Sustainalytics Swisscom zum nachhaltigsten Telekomunternehmen der Welt.

Ein wichtiger Grund: Swisscom engagiert sich für klimafreundliche Lösungen für ihre Kunden und ist gemeinsam mit den Kunden seit dem Jahr 2017 klimapositiv. Und sie setzt sich hohe Ziele: Bis ins Jahr 2025 will sie netto jährlich 500 000 Tonnen CO2 einsparen. Das heisst: Die Einsparungen, die die Kunden mit Swisscom Produkten erzielen, sind 500 000 Tonnen grösser als alle Emissionen inklusive der Lieferkette zusammen. Zusätzlich will Swisscom ihre Energieeffizienz um weitere 25 Prozent steigern. Dieses Vorhaben setzt viele Massnahmen voraus:

  • Effizientere Netze durch neue Architekturen, verbesserte Technologien und energieeffizientere Kühlung. Abbau veralteter Netze.
  • Intelligente Gebäude und effiziente Rechenzentren: Heizungen und Gebäude sanieren, Gebäude smart steuern, effizientere Beleuchtung.
  • Dienstleistungen und digitale Lösungen entwickeln, die den Menschen in der Schweiz einen klimafreundlichen Lebensstil ermöglichen: Work Smart, Smart City, Smart Energy, Smart Mobility, smarte Produkte.
  • Einsatz neuer Technologien wie Internet of Things, Robotik, Künstliche Intelligenz oder 5G für den Klimaschutz.
  • «Swiss Climate Challenge»: App zur Optimierung des CO2-Fussabdrucks. Partnerschaft mit Energie Schweiz, Engagement Migros und South Pole.

Tipps und Trends, wie auch Sie die Welt verändern

Denken Sie um!

Die Welt wird heiss und ungemütlich. Swisscom spannt deshalb entschlossen mit Politik, Wissenschaft, anderen Unternehmen und Kunden zusammen, um einen Beitrag zu den Klimazielen der UNO zu leisten und Energie effizienter zu nutzen.

Springen Sie auf? So packen Sie es an:

  • Sparen Sie Strom. Tipps finden Sie hier.
  • Werfen Sie elektronische Geräte nicht weg. Lassen Sie sie reparieren, geben Sie sie zurück, denn viele Rohstoffe sind wertvoll oder kaufen Sie ein Secondhand-Gerät.
  • Seien Sie smart und arbeiten Sie mit modernster Technologie von zu Hause aus.
  • Nutzen Sie neue Technologien im KMU, etwa für Videokonferenzen oder eine nachhaltigere Logistik.
  • Machen Sie Ihre Wohnung smart, damit sie nur noch dann heizt und kühlt, wenn Sie zu Hause sind.
  • Motivieren Sie andere. Bauen Sie Hürden ab. Machen Sie es Ihrem Umfeld, Ihren Kindern und Ihren Kunden möglichst einfach, nachhaltig zu leben. Oder motivieren Sie sie dazu – mit Informationen oder finanziellen Anreizen.

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