Sicher mit dem Handy durch die Fasnachtszeit
4 min

Sicher mit dem Handy durch die Fasnachtszeit

Schmutziger Donnerstag, Komischer Freitag und Rüüdiger Samstag — die Fasnacht ist für viele die schönste Jahreszeit überhaupt. Doch: Im Getümmel sind Wertsachen leichtes Diebesgut.

Dieser Artikel erschien erstmals im Februar 2017 und wurde von Laura Graafen aktualisiert.

Am Montag nach Aschermittwoch herrscht kurz vor vier Uhr morgens dichtes Gedränge in der Innenstadt von Basel. Endlich erklingt der Befehl, auf den die Fasnächtler seit fast einem Jahr sehnlichst gewartet haben: «Morgestraich — vorwärts marsch!» Der Fasnachtsumzug setzt sich in Bewegung: Fasnächtler und Zuschauer ziehen dichtgedrängt durch die Strassen. Aber unter die ausgelassene Menge mischen sich auch Personen mit ganz anderen Absichten. Gemäss Stadtpolizei Basel nimmt die Zahl der Taschendiebe an Grossanlässen wie der Fasnacht zu. Doch welche Massnahmen halten Diebe fern, und was bringt zwischen Pfeifern, Trommlern und Tambourmajoren Sicherheit?

Schützen Sie Ihre Daten!

Im Gedränge ist es ein Leichtes, ein Handy zu klauen und unbemerkt zu verschwinden. Das Hauptproblem beim Handydiebstahl ist aber heute nicht der Verlust des Geräts, sondern der Zugriff auf die persönlichen und geschäftlichen Daten — Adressen, Passwörter, E-Mails und dergleichen. Schützen Sie Ihr Handy bereits vor fremden Zugriffen? Falls nicht, sollten Sie das ändern — bevor Sie sich mit Ihrem Smartphone in das bunte Fasnachtstreiben stürzen.

Eine einfache Möglichkeit ihre Daten zu schützen, ist die Aktivierung Ihrer PIN-Abfrage für die SIM-Karte. Diese verwalten Sie in den Geräteeinstellungen. Lassen Sie diese grundsätzlich immer aktiviert. So kann das Handy nur mit dem festgelegten PIN-Code in Betrieb genommen werden. Nach dreimaliger Falscheingabe wird die SIM-Karte gesperrt. Sie benötigen nun den PUK-Code zur Freischaltung. Dieser wird beim Kauf der SIM-Karte mitgeliefert und ebenfalls im Kundencenter angezeigt.


Anleitung zum Schutz mit der PIN-Abfrage am Beispiel eines Android-Gerätes: einfach, aber effektiv!

Zudem sollte man sein Smartphone so einstellen, dass man vor Benutzung zu einer Bildschirm-Entsperrung gezwungen ist (Anleitung für Android; Anleitung für iOS). Dies schützt auch im Alltag vor allzu neugierigen Blicken. Die Bildschirmsperre kann in den Geräteeinstellungen verwaltet werden. Neuere Smartphones bieten verschiedene Möglichkeiten wie die Gesichtserkennung oder Wischgesten zur Sicherung.

Foto vom Dieb per Fernzugriff schiessen

Auch wenn man sich und sein Handy nun sicher glaubt, schadet es nicht, ein paar weitere Vorkehrungen für den Ernstfall, sprich: den Diebstahl Ihres Smartphones, zu treffen. Inzwischen bieten Betriebssysteme und kostenlose Sicherheits-Apps verschiedene Funktionen, um ein Gerät zu orten. Damit kann man seine Daten aus der Ferne sichern, das Smartphone per Fernzugriff sperren und mit etwas Glück ein Foto des Diebs schiessen.

Hilfreiche Apps

iOS: Wo ist?

Die App «Wo ist?» ist standardmässig auf dem iPhone installiert. Mit dieser können Sie Ihr Handy orten, sperren und Daten aus der Ferne löschen

Android: Mein Android-Gerät finden

Auch die Funktion «Mein Android-Gerät finden» finden Sie in den Einstellungen ihres Android-Gerätes.

iOS und Android: Lookout

Die App «Lookout» bietet neben einem Malwareschutz auch einen Diebstahlschutz. Bei Diebstahl erhält der Nutzer eine E-Mail mit Standortdaten und Foto aus der Frontkamera.

Handy geklaut: Sperrung oberstes Gebot

Trotz aller Vorsicht ist es doch passiert — das geliebte Smartphone ist weg. Lassen Sie die SIM-Karte umgehend sperren. Mit der Sperrung der SIM-Karte schützen Sie sich vor hohen Kosten und sorgen dafür, dass kein Dritter kostenpflichtige Dienste über Ihr Smartphone nutzen kann. Sperren Sie die SIM-Karte direkt im Swisscom Kundencenter oder geben Sie die Sperrung beim Kundendienst in Auftrag.

Mit dieser Anleitung sperren Sie einfach ihre SIM-Karte.

Eine Handyversicherung springt bei Verlust und Diebstahl des geliebten Smartphones ein — ein Polizeirapport wird von den Versicherungen in jedem Fall vorausgesetzt. Der Diebstahl sollte daher schnellstmöglich auf einem Polizeiposten angezeigt werden. Dort müssen Sie idealerweise die IMEI-Nummer Ihres Gerätes vorweisen. Denn: Ohne IMEI-Nummer kann ein aufgefundenes Gerät eventuell nicht zugeordnet werden.

Was ist die IMEI-Nummer?

Die IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identity) dient zur Identifizierung eines mobilen Telefongerätes wie Handy oder Tablet und ist auf der Kaufquittung von Swisscom ersichtlich.

Fragen Sie die IMEI-Nummer direkt über die Tastenfolge *#06# auf Ihrem Smartphone ab. Sie finden sie zudem im Swisscom Kundencenter. Notieren Sie sich die IMEI-Nummer und bewahren Sie diese immer getrennt von Ihrem Handy auf.

Übrigens: Die Folge eines Handydiebstahls kann der komplette Datenverlust sein. Ihre Kontakte sind dann ebenso weg wie die Videos der letztjährigen Ferien. Das muss nicht sein. Legen Sie in jedem Fall ein Backup an, um die wichtigsten Daten wie Kontakte, Fotos, Nachrichten und Videos automatisch in der Cloud zu sichern. Mit iCloud, Google oder Swisscom myCloud ist die Synchronisation sicher und schnell erledigt. Nur für den Fall. Nicht, dass auf den Schmutzigen Donnerstag der Handyfrei-Tag folgt.

Jetzt lesen