Von der analogen Registrierkasse zum digitalen Kassensystem
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Die Registrierkasse: von der Diebstahlsicherung zum digitalen Tausendsassa

Vor mehr als 140 Jahren wurde die erste Registrierkasse in den USA patentiert. Seither ist viel passiert: Früher waren die Kassen bis zu 50 Kilogramm schwer und konnten nur Einnahmen zusammenzählen, heute haben sie in einer Hand Platz und können viel mehr als nur kassieren oder die Tageseinnahmen mit einem Klick abrechnen.

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James Ritty führte je nach Quelle ein Kaffeehaus oder einen Saloon an der South Main Street in Dayton im US-Bundesstaat Ohio. Weil die Tageseinnahmen nie mit den Verkäufen übereinstimmten, verdächtigte er seine Angestellten, ihn zu bestehlen. Er überlegte lange, wie er das verhindern konnte. Auf einer Seereise nach Europa fiel ihm ein Apparat auf, der die Umdrehungen der Schiffsschraube zählte und protokollierte. Das brachte ihn auf die Idee, eine Kasse zu entwickeln, die das Geld vor Dieben schützen und gleichzeitig alle Einnahmen registrieren und addieren konnte.

Das erste Patent

James und sein Bruder John, ein Mechaniker, tüftelten lange an dieser Idee. Am 4. November 1879 meldete James eine erste Registrierkasse zum Patent an. Die Bargeldschublade konnte nicht ohne Klingeln geöffnet werden. Die Beträge wurden über Tasten eingetippt und gut sichtbar angezeigt. Revolutionär war aber, dass die Kasse alle Zahlungen mechanisch addierte und so den Tagesabschluss massiv vereinfachte: Am Abend musste der Kassenbestand mit der Summe auf dem Registrierband übereinstimmen, am nächsten Morgen konnte die Registrierkasse wieder auf null gesetzt werden.

Kasse machten andere

James gründete eine Firma über seinem Kaffeehaus an der South Main Street. Mit Bruder John und seinem Schwager John Birch entwickelte er ein zweites und ein drittes Modell. Viele Ladenbesitzer misstrauten aber ihren Maschinen. Darum verkaufte James seine Firma für 1000 Dollar an Jacob H. Eckert, der sie wenige Jahre später für 6500 Dollar an John H. Patterson weiterverkaufte, einen Händler aus Coalton in Ohio. Patterson benannte die Firma in National Cash Register (NCR) um und entwickelte die Registrierkassen, die bisher bloss das Bargeld sicher aufbewahrten und die Tageseinnahmen zusammenzählten, weiter.

01 Autographic Register neu 2
Eine der ersten Kassen ohne Geldschublade aus den 1880er-Jahren, produziert von der Autographic Register Company in New York. Die Verkäuferin musste den Betrag auf den Papierstreifen schreiben und die Kurbel drehen, bis der Kunde den Betrag unter der Glasplatte sieht. (Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum; CC BY-NC-SA)
02 National Cash Register neu 2
1884 kaufte John H. Patterson James Rittys Firma von Jacob H. Eckert und benannte sie in National Cash Register Company um. Diese National-Registrierkasse aus der Jahrhundertwende steht heute in einem Eisenwarenladen in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama. (Bild: Carol M. Highsmith Archive, Library of Congress)
03 NCR 422 neu 2
Das Modell 422 wurde Anfang des 20. Jahrhunderts produziert und war jahrzehntelang die Standardkasse von NCR. Sie war sehr stabil und wurde vor allem im Einzelhandel eingesetzt. (Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum / Jan Braun; CC BY-NC-SA)
04 Anker Modell 1 neu 2
Das Anker-Modell 1 mit vernickeltem Bronzegehäuse im Jugendstildekor steht auf einem Eichenuntersatz. Die Hebelkasse wurde 1903 von der Anker-Werke AG für den italienischen Markt produziert. (Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum / Jan Braun; CC BY-NC-SA)
05 Hines neu 2
Rechenmaschinen des britischen Konstrukteurs James Hines waren eine Alternative zu den grösseren Registrierkassen. Die Menge wurde mit dem Rad an der Seite eingestellt, der Preis mit den Tasten. (Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum; CC BY-NC-SA)
06 NCR 333 neu 2
Das Modell 333 von NCR wurde zwischen 1908 und 1925 produziert. Sie war einfacher und schneller zu bedienen als andere Kassen und druckte Kundenquittungen. Die Kasse ist aus Messing gefertigt und wiegt 50 Kilogramm. (Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum; CC BY-NC-SA)

Prunkvolle Schmuckstücke

1892 stellte Patterson ein Modell vor, das Quittungen druckte, bald darauf die erste Kasse mit mehreren Addierwerken für grosse Restaurants und 1906 die erste Kasse mit einem Elektromotor. Im goldenen Zeitalter der Registrierkassen wurden die Kassen immer grösser und prunkvoller. Es gab sie in vielen Ausführungen, Formen und Farben, aus Holz, Eisen, Messing, Silber oder gar Gold, einige mit Intarsien. Sie waren 30 bis 40 Kilogramm schwer oder noch schwerer, ohne Bargeld. Heute sieht man sie nur noch selten. Manche funktionieren noch, die meisten sind bloss Dekoration, eine Erinnerung an früher.

Kassen mit Touch-Bildschirmen

In den 1980er-Jahren ging die Zeit der Registrierkassen langsam zu Ende. 1986 entwickelte Atari das erste Kassensystem mit berührungsempfindlichem Bildschirm. Anfang der 1990er-Jahre übernahmen Kassen mit dem Windows-Betriebssystem immer mehr Computerfunktionen. Die Programme liefen lokal auf den Kassensystemen und die Kassen wurden miteinander verknüpft, beispielsweise für Laden- oder Restaurantketten. Zu Beginn der 2000er-Jahre kamen die ersten cloudbasierten Kassensysteme auf den Markt.

07 Nixdorf 710 neu 2
1972 integrierte Nixdorf erstmals einen Computer in ein Kassensystem. Das System 710 bestand aus Rechner, Tastatur, Anzeige, Kassenschublade sowie Drucker und speicherte alle Kassenvorgänge auf Magnetband. Die Preise wurden zentral erfasst und aktualisiert, das Personal musste nur die Artikelnummer eintippen. (Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum/Sergei Magel; CC BY-NC-SA)
08 Nixdorf POS 2000 neu 2
Das Computerkassensystem 2000 von Nixdorf konnte modular ausgebaut und mit einer Bildschirmkasse erweitert werden. Das innovative POS-System wurde von 1986 bis 1990 produziert. (Bild: Heinz Nixdorf MuseumsForum; CC BY-NC-SA)
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Inzwischen setzen immer mehr Bars, Beauty- oder Coiffeursalons, Geschäfte und Restaurants auf cloudbasierte Kassenlösungen am Point of Sale (POS, Verkaufspunkt). Platzsparende Tablets und Kartenleser haben die schweren Registrierkassen abgelöst. Moderne Kassensysteme wie Business POS von Swisscom können viel mehr als nur kassieren und abrechnen. Ihre Kunden oder Gäste können zum Beispiel mit einer Karte oder mit TWINT bargeldlos bezahlen und online einen Termin vereinbaren oder Tisch reservieren. Und Sie können Kundenwünsche und Gästevorlieben sammeln, Verkaufsrenner erkennen, Bonus- oder Treueprogramme verwalten, das Warenlager bewirtschaften, Einkauf und Inventar steuern oder den Onlineshop aktualisieren. James Ritty würde staunen, was aus seinen Registrierkassen geworden ist.

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