Mädchen macht Freudensprünge auf Brücke
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Kindertracking per Smartwatch – Sinn oder Unsinn?

Immer wissen wo das eigene Kind ist, ständig ein Alarmknopf in Griffnähe – neue Gadgets bieten Eltern ganz neue Möglichkeiten, ihre Kinder zu schützen. Wir haben mit Experten und Polizei über den Einsatz der Kids Watch gesprochen.

Sobald Kinder laufen können, entdecken sie die Welt. Und die ist so spannend, dass nur ein paar unaufmerksame Sekunden in einer Menschenmenge genügen – und das Kind ist verschwunden. Gadgets bieten Eltern jetzt ganz neue Möglichkeiten ihre Kinder zu schützen. So zum Beispiel die Movetime Family Watch MT40.

Von aussen gesehen ist sie eine farbenfrohe Kinderuhr. In ihr drin aber steckt ein veritabler Schutzengel: Die Uhr verfügt nämlich auch über einen Alarmknopf – und zeigt den Eltern, wo sich ihr Kind befindet. Balsam auf die verängstigte Seele von Eltern mit sehr kleinen Kindern. Doch sind solche Kinderuhren überhaupt sinnvoll? Und wenn ja, bis zu welchem Alter?

Michael In Albon, Swisscom Jugendmedienschutz-Beauftragter und Peter Buchschacher von der Kantonspolizei Bern kommen beide zum gleichen Schluss: Für Kleinkinder ist die Uhr durchaus sinnvoll – spätestens beim Kindergarteneintritt sollte man damit auch wieder aufhören – «auch damit rechtzeitig eine Entwicklung in Richtung Eigenverantwortung ausgelöst wird», wie Michael In Albon betont.

Denn die werde für weit mehr als nur für den Schulweg benötigt, etwa auch beim Umgang mit digitalen Medien – der gleichzeitig einsetzt. Wobei es in der realen, wie in der virtuellen Welt darum geht, Gefahren auch richtig einschätzen zu können. Und genau bei diesem Punkt verweist Polizist Buchschacher auf die Diskrepanz zwischen häufig besprochenen Gefahren und realen Risiken. «Den bösen unbekannten Mann, der auf dem Schulweg Kinder entführt, gibt es so gut wie nie. Hingegen finden gerade Missbräuche häufig im familiären Umfeld statt, also an Orten und von Personen, bei denen per se keine Gefahr vermutet wird.»

Fragen Sie Michael

Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom und Medienkompetenz-Experte, beantwortet Ihre Fragen zum Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag.

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10 Kommentare zu “Kindertracking per Smartwatch – Sinn oder Unsinn?

  1. Und wie gesundheitsschädigend ist den dies, genügt es nicht wenn kinder tag und nacht schon von w’lans, handys und funkantennen etc. unter dauerbestrahlung stehen. ÜBER 500’000 menschen in der schweiz wissen es, da sie unter diesen strahlen leiden, hilfe für diese menschen kommt von nirgendwo. Man hätte das Wissen, es mindestens einiges zu verbessern, aber es kostet und die betreiber wollen ja nur gewinn einsacken, somit wird alles einfach unter den tisch gekehrt, gelogen und betrogen. Und solange das volk mitmacht und nicht merken will, was da abgeht, sind auch wir die schon geschädigten machtlos. Wir liessen uns in eine situation manöverieren, die unglaubliche tragische situationen an den tag bringen werden. Die digitaliesierung ist eine weitere tragödie, sie bringt nur ein einziges positives resultat, noch mehr geld in die kassen der betreiber. Und wir werden weiter als spinner hingestellt, das ist die krone der frechheit.

    1. Lieber Gro,
      wir verstehen deine Sorge um die nächste Generation. Über die Jahrzehnte wurden mehr als tausend Studien zu Mobilfunk und dessen Auswirkungen auf Mensch und Natur gemacht und es konnte kein wissenschaftlicher Beleg für eine Schädlichkeit gefunden werden. Für 5G werden ähnliche Frequenzbänder benutzt, wie für die bereits bestehenden Technologien und darum ist davon auszugehen, dass auch 5G nicht schädlich sein wird. Ausserdem gelten in der Schweiz 10 Mal strengere Grenzwerte als in den meisten anderen europäischen Ländern, sprich die Schweizerinnen und Schweizer sind doppelt vorsorglich geschützt.
      Ein lieber Gruss, Tanja, für die Redaktion.

  2. Loslassen, Vertrauen aufbauen. Tracker lösen keine Probleme, sondern befriedigen nur die Neugierde der Erwachsenen.
    Wehe das Kind realisiert die Überwachung.

  3. Unser grösserer Sohn geht jetzt in den Kindergarten und wir haben ihm tatsächlich eine Uhr gekauft, mit der er im Notfall mit uns Kontakt aufnehmen kann. Klar könnten wir seinen Weg überwachen, tun wir aber nicht. Uns geht es nur darum, ihn orten zu können, wenn er mal nicht auffindbar ist. Er fand sich nämlich auch schon gross genug und ist einfach nach Hause gelaufen, obwohl ich im Kindergarten war und noch 2 Minuten mit der Betreuerin gesprochen habe. Will wissen, welche Mutter sich da nach 30 Minuten suchen keine Sorgen gemacht hätte. Bahnübergang, Fluss in der Nähe, vielbefahrene Strassen und tatsächlich Vorfälle mit einem auffälligen, unbekannten Mann… Es fragt sich also immer, für was und wie/wann man etwas einsetzt. Ein Glas Wein ist auch gesund, eine Flasche wohl eher weniger.

  4. Was mir in diesem Artikel suspeckt ist und mich sehr zum nachdenken bringt, ist die Aussage “ Spätestens beim Eintritt in den Kindergarten sollte man damit wider aufhören“ äääh wer bitte kauft seinem 2 oder 3 Jährigen Kind eine Uhr und dann noch soeine? Sorry aber kein Kind in dem Alter ist unbeaufsichtigt, alleine unterwegs!!! Also wofür die Uhr? Wenn dann doch eben wenn eine erste Selbstständigkeit erwartet werden muss!! Sprich AB dem Kindergarten ?

  5. Ein Jugendmedienschutz-Beauftragter erklärt den Elter wie sie ihrem Kind den Schulweg beibringen. Einem Kind, das noch nicht in den Kindergarten geht (ca.4 Jahre alt) eine Uhr kaufen?Die sind genau in dem Alter wo man sie eh nie aus den Augen lassen sollte. Unser Kind fährt im Schulbus mit.Da wäre es ev gut dass man in finden kann falls er den Bus verpasst weil er sich nach Schulschluss ablenken lässt und mit anderen Kindern spielt.Sorry Swisscom aber hier habt ihr einmal mehr versagt.Kümmert euch um euer Kerngeschäft die Telekommunikation und nicht um gut gemeinte Ratschläge zur Kindererziehung.

    1. Hallo Lexu,
      Die Aussage, die ich im Video mache, sagt ziemlich genau das Gegenteil. Lassen Sie mich erklären: Die Gefahr solcher „Helferlein“ besteht hier: Zum einen können sich Eltern der Verantwortung entledigt fühlen – „die Uhr kontrolliert ja“; zum anderen empfindet sich das Kind in einer trügerischen Sicherheit – „meine Eltern werden mich ja dann mit der Uhr schon finden“. Ein solches Gadget mag in gewissen Konstellationen Sinn machen, aber zu meinen, damit könnten Eltern ihre Erziehungsaufgabe an eine Uhr abgeben, wäre unverantwortlich.

      Swisscom ist ein wichtiger Treiber der Digitalisierung. Dass die aktuelle Entwicklung nicht nur positive Effekte hat, sondern – wir sehen es an diesem Dialog – auch neue Fragen aufwirft, ist nicht nur Ihnen, sondern auch uns bewusst. Die Augen vor den Risiken abwenden? Das würde nicht der Haltung von Swisscom entsprechen. Darum leisten wir uns einen Jugendmedienschutz-Beauftragten, der die Herausforderungen und Gefahren direkt anspricht. Und ja: die Ratschläge sind gut. Und gut gemeint 😉

  6. Bitte kaufen Sie dieses Produkt (Movetime Family Watch) auf keinen Fall. Der eigentliche Zweck das Kind zu tracken ist hier nicht gegeben, da der Akku selbst ungebraucht nach sehr kurzer Zeit leer ist. Wird die Uhr vom Kind z.B. fürs Spielen gebraucht hält der Akku keine drei Stunden. Die Uhr ist gekauft und dann hängen Sie bei der Swisscom noch in einem Abo fest, dass sie erst nach einem Jahr künden können, obwohl sie die Uhr für den eigentlichen Zeck (Ortung des Kindes) gar nicht nutzen können. Dies ist Kundenhinterführung von der schlimmsten Sorte! Bitte kaufen Sie diese Uhr auf keinen Fall.

    1. Liebe Frau Lauscher,
      wir bedauern, dass Sie mit der Movetime Family Watch schlechte Erfahrungen gemacht haben. Bezüglich Akku hatten wir bisher noch keine anderen Rückmeldungen. Sobald das GPS aktiviert ist, braucht die Uhr mehr Akku, doch 2 Stunden finden wir doch sehr kurz. Und ja, für dieses Abonnement gibt es eine Mindestlaufzeit, das ist üblich. Für weitere Fragen empfehlen wir Ihnen unseren Kundendienst: https://www.swisscom.ch/de/privatkunden/hilfe/kontakt.html.

      Freundliche Grüsse aus der Redaktion, Tanja Kammermann

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