Lang lebe das Smartphone – dem Portemonnaie und der Umwelt zuliebe
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Lang lebe das Smartphone – dem Portemonnaie und der Umwelt zuliebe

30 Metalle stecken in einem Handy. In der Schweiz sind aktuell über 6 Millionen Smartphones im Einsatz. Darum lohnt es sich, Sorge zum Mobiltelefon zu tragen. Mit unseren Tipps vom Handyexperten lebt Ihr Smartphone hoffentlich ein langes, glückliches Leben.

In der Schweiz waren am 1. Januar 2020 6,3 Millionen Smartphones in Betrieb, im aktuellen Jahr werden laut statista.ch schätzungsweise rund drei Millionen neue Smartphones verkauft werden. Die Mehrheit von 53,3 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer plant eine Nutzung ihres aktuellen Handys von zwei bis drei Jahren.

In der Herstellung braucht jedes Smartphone eine Menge Rohstoffe und Edelmetalle. Der Abbau dieser seltenen Stoffe geht zu Lasten der Umwelt. Smartphones können nicht im normalen Abfall entsorgt werden. Jedes Jahr fällt so – trotz Recycling – ein Haufen Elektroschrott an.

Wir haben mit einem Handyreparateur gesprochen und einige Tipps zusammengetragen, wie sie die Lebensdauer ihres Smartphones verlängern und so Ihren Beitrag leisten können:

Akku Illustration - Lang lebe das Smartphone

1. Akku

Der häufigste Grund, ein neues Smartphone anzuschaffen, ist vermutlich ein kaputter oder unzuverlässiger Akku. Um die Batterie langlebiger zu machen, lohnt es sich, das Gerät korrekt zu behandeln. 

Aufladen: Den sogenannten Memory-Effekt gibt es bei modernen Lithium-Ionen-Akkus zwar nicht mehr. Versuchen Sie trotzdem, die Ladung bei 10 Prozent zu beginnen und schon bei 90 Prozent zu stoppen. So beanspruchen Sie die Batterie nicht so stark, als mit einem gänzlich vollen oder leeren Akku. Generell sind dauerhaft hohe Ladezustände schädlich für einen Lithium-Ionen-Akku. Der Akku hält ausserdem länger, wenn die Bildschirmhelligkeit reduziert wird und der Stromsparmodus eingeschaltet ist. Auch mit dem Einschalten des WLAN wird weniger Batterie verbraucht. Nehmen Sie das Smartphone für den Aufladevorgang aus der Schutzhülle. So schützen Sie den Akku vor zu viel Wärme. Wollen sie Akku lagern, empfiehlt es sich, ihn auf ungefähr 40-60 Prozent der Ladung zu bringen und bei Temperaturen zwischen 0 und 15 Grad zu lagern.

Tipp 1: Überladung über Nacht verhindern

Kennen Sie Chargie? Hier sorgt eine Hardware dafür, dass Ihr Akku über Nacht nie zu 100 Prozent aufgeladen wird. In einer App können Sie den Grenzprozentsatz für den Akku festlegen. Sie können die volle Ladung sogar bis kurz vor dem Aufwachen verzögern. 

Tipp 2: Hilfreiche Diagnose-Apps

Wenn Sie Eigentümer eines iPhones sind, kann Ihnen die App iBackupBot bei der Diagnose des Akkus helfen. Mit dieser Anwendung, die für PC und Mac kostenlos verfügbar ist, könnt Sie viele Informationen zu Ihrem iPhone abrufen. Unter dem Menüpunkt „More Information“ können Sie sich unter anderem den Ladezyklus und die Kapazität des Akkus anzeigen lassen. 

Bei einem Android-Smartphone können Sie im Wählfeld des Telefons den Code *#*#4636#*#* eingeben, um detaillierte Informationen zu Eurem Akku zu erhalten. Wenn dies nicht funktioniert, kann Ihnen die App Battery von MicroPinch weiterhelfen, die zum Beispiel die Temperatur und den Status des Akkus anzeigt.

Das gibt Ihnen einen ersten Anhaltspunkt, wie der Zustand Ihres Akkus ist.

Akku ersetzen: Ist der Akku bereits zu defekt, empfiehlt es sich, diesen zu ersetzen. Oft ist das Smartphone nämlich deshalb so langsam, weil die Batterie zu schwach ist. Wenn Sie den Akku in einem zertifizierten Reparaturcenter ersetzen lassen, erhalten Sie wieder 6 Monate Garantie auf das Ersatzteil. 

Falls Sie ein älteres Smartphone besitzen, lohnt sich der Ersatz des Akkus finanziell nur, wenn sie diesen selber ersetzen. Dafür müssen Sie jedoch technisch etwas versiert sein. Wichtig: Beim Bestellen des Akkus im Internet auf gute Qualität achten und sich Spezialwerkzeug für Smartphone-Reparatur besorgen.

Falls Sie sich nicht sicher sind ob sich eine Reparatur bei ihrem Gerät lohnt können Sie hier Tipps vom Profi einholen.

Daten Illustration - Lang lebe das Smartphone

2. Daten

Daten minimieren: Ist der Arbeitsspeicher Ihres Handys voll, läuft das System deutlich langsamer. Teilweise stockt das Gerät oder es friert sogar ein. Daher gilt es, die Datenmenge möglichst gering zu halten. Ausserdem lohnt es sich grosse Apps (Facebook & Co) hin und wieder zu löschen. So kann der App-Cache entfernt werden, welcher Daten im Hintergrund herunterlädt und speichert. Handybeschleuniger-Apps oder Apps, die angeben, den Datenmüll zu löschen, empfiehlt der Experte nicht. Diese müllen das Handy nur mit Werbung zu.

Hitze und Kälte Illustration - Lang lebe das Smartphone

3. Hitze und Kälte

Hitze & Kälte meiden: Halten Sie Ihr Smartphone von Extremtemperaturen fern. Sowohl im Hochsommer oder im tiefsten Winter: Ihr Handy trägt Schäden von Überhitzung oder Unterkühlung davon. Das gilt auch für Hitze durch Laden: Sollte Ihr Handy also bei der nächsten Ladung heiss werden, machen Sie auf jeden Fall eine Ladepause. Hohe Temperaturen, vor allem mit hohem Ladezustand, führen zu irreversiblen Schäden. 

Laut Handyexperte kann ein Gerät kurze Zeit (höchstens 5 Minuten) 80 Grad Wärme oder auch kurze Zeit extreme Kälte aushalten. Falls das Gerät länger Hitze oder Kälte ausgesetzt ist, entlädt sich der Akku sehr viel schneller und nimmt mit der Zeit Schaden. Im äussersten Fall kommt es zu einer Notabschaltung.

Schutz von Beginn weg Illustration - Lang lebe das Smartphone

4. Schutz von Beginn weg

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Schützen Sie Ihr Smartphone von Anfang an mit passender Hülle und Panzerglasfolie. Dabei sollte der Schutz und nicht der optische Aspekt im Vordergrund stehen. Und je nach Lebensstil, Job oder Persönlichkeit braucht das Handy einen stärkeren Schutz.

Gerät reparieren lassen, verkaufen oder spenden

Falls alles nicht mehr hilft, können Sie Ihr Handy in einem Repair Center von Swisscom begutachten und allenfalls reparieren lassen. Falls nicht, können Sie das Handy gleich im Shop verkaufen oder für einen guten Zweck spenden. Mit unseren Wiederverwendungsangeboten leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

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