Sorgenfreier Spass mit Drohnen
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Sorgenfreier Spass mit Drohnen

Die Luftaufnahmen sind fantastisch: Berge, Seen, Städte – alles in bester Qualität, gestochen scharf und hochaufgelöst. Das kann heute jeder Hobbyfilmer mit Hilfe einer Drohne selbst drehen und im Internet veröffentlichen. Doch wie stehts mit den Regeln fürs Filmen und der neuen Drohnenregulierung ab 2021?

Schon günstige Drohnen ab rund 200 Franken sind heute mit einer Kamera ausgestattet. Wer um die 1000 Franken investiert, fotografiert hochauflösend und filmt in 4K. Das alles bequem über die Smartphone-Steuerung. Kein Wunder, steigt der Absatz von Fotodrohnen laufend.

Aber: Wer ein solches Fluggerät benutzt, muss sich über die Rechtslage im Klaren sein. Gerade bei Luftaufnahmen bewegt sich der Hobbypilot unter Umständen rechtlich auf dünnem Eis. Geregelt ist die Nutzung von Drohnen einerseits im Datenschutzgesetz (Filmaufnahmen und Fotografie) und andererseits in den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zivilluftfahrt (Flugbestimmungen). Auf Januar 2021 tritt eine neue Drohnenregulierung in Kraft. Das müssen Sie wissen, um auch im nächsten Jahr noch sorgenfrei zu fliegen.

Brauche ich eine Bewilligung für die Drohne?

Die meisten handelsüblichen Drohnen für den Privatgebrauch fallen ab 2021 in die sogenannte offene Kategorie. Sie betrifft Fluggeräte zwischen 250 Gramm und 25 Kilogramm Gewicht. Unter- und Obergrenze wurden also gesenkt. Die neue Drohenregulierung verlangt zudem, dass diese Drohnen registriert sind und die Piloten eine Prüfung absolvieren. Das nimmt den Drohnen die Anonymität und soll dazu beitragen, gefährliche Flugmanöver zu verhindern. Wie diese Verfahren genau ablaufen, ist noch nicht festgelegt.

Eine nützliche Anlaufstelle gerade für Neo-Piloten ist der schweizerische Verband ziviler Drohnen. Er bietet unter anderem einen Verhaltenscodex für einen sicheren Drohnenflug und ein freiwilliges Drohnenregister.

Wo darf ich mit der Drohne fliegen?

Für Drohnenflüge gibt es zumindest eine sehr klare Restriktion: Im Umkreis von fünf Kilometern um eine Flugpiste ist der Einsatz generell verboten. Das gilt auch für Kleinflugplätze, etwa von Segelflugzeugen.
Grössere Flughäfen wie Zürich, Bern und Genf besitzen zusätzlich eine Kontrollzone. Sie erweitert den Verbotsbereich und erlaubt Flughöhen bis maximal 150 Meter. Wobei in der offenen Kategorie ab 2021 die Flughöhe ohnehin auf 120 Meter beschränkt wird. Diese Kontrollzonen decken zudem praktisch die ganzen Stadtgebiete grösserer Schweizer Städte ab. Eine genaue Übersicht liefert die Drohnenkarte von Swisstopo. Sie ist eine wichtige Anlaufstelle vor jedem Flug.

Der Überflug von Personengruppen benötigte bisher eine einfach zu erlangende Bewilligung. Mit der neuen Regulierung wurde diese Bewilligungsmöglichkeit für die offene Kategorie gestrichen. Ein solcher Überflug ist also nicht mehr gestattet.

Einige Drohnenhersteller wie Marktführer DJI haben verbotene Gebiete zudem direkt in ihre Fluggeräte eingebaut. Mit diesem Geofencing stoppt die Drohne, wenn sie auf einen solchen virtuellen «Zaun» stösst. Die Verbotszonen können weitergehen als die schweizerische Gesetzgebung, wie ein Drohnenpilot in der «Aargauer Zeitung» berichtet.


Die neue Drohnenregulierung ab 2021: das Wichtigste in Kürze

Brauche ich eine Bewilligung für die Drohne? Drohnen, die bisher keine Bewilligung brauchten, fallen neu in die offene Kategorie. Bis zu einem Gewicht von 25 Kilogramm (bisher: 30 Kilogramm) ist im Sichtflug keine Bewilligung nötig. Die Drohne muss aber registriert sein.
Brauche ich eine Prüfung, um eine Drohne zu fliegen? In der offenen Kategorie ist für Drohnen ab 250 Gramm eine Prüfung nötig – dies gilt auch für Drohnen unter 250g, sofern die Drohne eine Kamera hat. Das Mindestalter liegt bei 12 Jahren. Für Drohnen unter 900 Gramm und zwischen 4 und 25 Kilogramm reicht eine Onlineschulung und -prüfung (Kategorien A1 und A3, Drohnenklassen C1 und C3). Bei Modellen zwischen 900 Gramm und 4 Kilogramm (Drohnenklasse C2) ist ein Fernpiloten-Zeugnis nötig. Es enthält zusätzlich eine Theorieprüfung und einen selbst deklarierten praktischen Teil.
Wie hoch darf ich mit meiner Drohne fliegen? Neu gilt in der offenen Kategorie generell eine maximale Flughöhe von 120 Metern. Flüge in grösserer Höhe fallen in die Kategorie «speziell» und benötigen eine Bewilligung des BAZL.
Darf ich mit meiner bisherigen Drohne überhaupt noch fliegen? Seit dem 1. Juli 2020 müssen Drohnen über ein CE-Gütesiegel und/oder eine Klassenmarkierung verfügen. Für alle anderen Drohnen gelten Übergangsbestimmungen bis voraussichtlich Ende 2022. Diese Fluggeräte fallen in die jeweilige offene Kategorie mit der zusätzlichen Einschränkung, dass die Distanz zu Personen respektive bebautem Gebiet grösser ausfallen muss als bei klassifizierten Drohnen.
Darf ich Menschenansammlungen überfliegen? Mit Drohnen in der offenen Kategorie dürfen ab dem 1. Januar 2021 keine Menschenansammlungen überflogen werden – auch ist es nicht möglich wie bisher eine Bewilligung des BAZL dafür einzuholen.

Was darf ich fotografieren?

Sobald mit der Drohne gefilmt oder fotografiert wird, kommt das Datenschutzgesetz zum Zug. Grundsätzlich gilt: Niemand darf ohne seine Einwilligung fotografiert oder gefilmt werden, sofern er oder sie auf der Aufnahme erkennbar ist. Nicht abschliessend gesetzlich geregelt ist das Überfliegen von Privatgrundstücken. Die Drohne muss so hoch fliegen, dass keine Personen auf den Aufnahmen erkennbar sind.

Wer einen geselligen Anlass aus der Luft fotografieren möchte, muss mit der neuen Drohnenregulierung einen Sicherheitsabstand zu unbeteiligten Personen einhalten. Dieser variiert nach Gewicht der Drohne. Als unbeteiligt gilt jede Person, die nicht explizit eine Einwilligung gegeben hat.

Die rechtlichen Bestimmungen gelten auch, wenn beispielsweise ein Makler Luftaufnahmen von einer Immobilie macht, die er zum Verkauf ausschreiben möchte. Gefilmte Personen müssen auch ausdrücklich darüber informiert werden, wenn die Bilder irgendwo gespeichert oder gar veröffentlicht werden. Die gespeicherten Daten müssen gemäss dem Datenschutzgesetz vor fremden Zugriffen angemessen geschützt werden.

Die rechtlichen Grundlagen zu Drohnenaufnahmen erläutert die Website des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten ausführlich.

Worauf muss ich beim Streaming achten?

All diese Gesetze einzuhalten, ist mit einem Live-Stream – also einer Direktübertragung – ins Internet fast unmöglich. Lediglich Streams aus grosser Höhe garantieren, dass keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Dessen sind sich vermutlich viele Drohnenpiloten gar nicht bewusst.

Wann brauche ich eine Versicherung für die Drohne?

Wer eine Drohne mit einem Gewicht von über 500 Gramm betreibt, muss zwingend eine Haftpflichtversicherung im Umfang von mindestens einer Million Franken abgeschlossen haben. Dieses Gewicht dürften die meisten Kameradrohnen erreichen.

Auch mit einem gezielten Fussball-Kick lässt sich eine nervige Drohne abschiessen. Video: Youtube/KOR Creative

Aktualisierte Version eines Artikels vom März 2018.

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17 Kommentare zu “Sorgenfreier Spass mit Drohnen

  1. Ich lasse ständig Drohnen fliegen, du es meistens um Burgen, Kirchen und Landschaften aufzunehmen. Die Zuschauer spalten sich meistens in zwei Gruppen. Die die es gut finden und Interesse zeigen und die Anderen welche voreingenommen sind.

    1. So ist es leider, wobei ich sagen muss, dass es viiiel mehr positive feedbacks gibt als negative und einige es halt je nach Ort kritisch sehen, meistens da wo ich fliege jedoch nicht. Das kann ich so auch verstehen. Würde ein Copter vor meinem Zimmer fliegen fände ich das auch nicht ganz so toll. Leider meinen viele, wir haben die besten Kameras mit 50000mm auf unseren Coptern. Da sind leider auch die Medien schuld! In realität erkennt man ab mehreren Metern höhe eine Person nicht mehr eindeutig

  2. dieser 5km kreis um flugplätze is kompletter schwachsinn !

    demnach dürfen in der stadt luzern keine drohnen in die luft !

    1. Kein Schwachsinn, realität bzw. Gesetz. Nur: Halten sich alle an die Geschwindigkeitsforschrigten auf den Strassen? Genau und so ist es auch bei allem anderen. Jeder der ohne Bewilligung fliegt (die man übrigens kriegen kann vom Flugplatz) riskiert eine Anzeige mit saftiger Strafe wenn der Flugplatzchef dies mitkriegt

  3. Guten Tag ich finde es eine frechheit das ein Drohnenpilot dazernd fast jeden Tag über unser garten fliegt übers Pool wo kinder baden und Fotos macht oder Filmt
    Sowas sollte verboten werden den sowas ist Belästigung

    1. Guten Tag Frau Hildenbrand
      Können Sie den Piloten ausfindig machen? Ich empfehle Ihnen, das Gespräch zu suchen. Nach geltender Gesetzeslage ist das wohl ein Verstoss gegen die Privatsphäre. Sie müssen keine Aufnahmen in Ihrem Garten dulden.
      Freundliche Grüsse aus der Redaktion des Swisscom Magazins
      Andreas Heer

  4. Ich habe eine Frage: ich habe eine Drohne gekauft und wusste bereits diese Infos bis auf die Privatsphäre denn, dass keine Menschen gefilmt werden sollte war zwar klar aber die Frage lautet: darf ich auf einem Bauer-Feld auf dem Lande die Drohne zum lernen fliegen testen ohne den Bauern zu fragen ? In der Umgebung wo ich wohne herscht eine Drohnenangst und das wusste ich nicht. Alle die ich bis jetzt angefragt habe, lehnen es ab.. heisst das das ich die Drohne nie fliegen darf ?

    1. Guten Tag Herr Litschi
      Wenn das Feld frei zugänglich ist, sollte das kein Problem sein. Bitte achten Sie aber darauf, dass Sie kein hohes Gras niedertreten oder Saat (ist aktuell weniger ein Problem ;-). Ich lasse die Drohne in solchen Gebieten jeweils von einem Feldweg aus fliegen.
      Freundliche Grüsse aus der Redaktion
      Andreas Heer

  5. Schade wird nicht auf die Seite des BAZL und die Drohnenkarte bei Swisstopo verwiesen dafür Halbwahrheiten verbreitet wie dass das Überfliegen von Privatgrundstücken verboten sei. Das stimmt schlicht nicht, es ist ein bisher undefinierter Rechtsbegriff, dass der Eigentümer sich Rechte an der Luft über dem Grundstück hat soweit es seinen Interessen dient. Anwälte aus Basel haben die Höhe dazu, mal auf ca 20-30m AGL festgelegt. Es ist daher nicht verboten, sonst bitte die Quelle dafür nennen.

    1. Hallo Rolf
      Danke für die Präzisierung. Das Überfliegen von Privatgrundstücken ist rechtlich tatsächlich nicht klar geregelt. Ich habe den Artikel entsprechend angepasst.
      Freundliche Grüsse aus der Redaktion
      Andreas Heer

  6. Guten Tag miteinander
    Ich befasse mich seit kurzem mit dem Thema Drohnen und da ich alles richtig machen will, hätte da einige Fragen, welche ich mittels Internet nicht beantworten kann. Hat vielleicht jemand der bereits Erfahrungen mit Drohnen gemacht hat die Zeit sich meinen 2 – 3 Fragen zu stellen? 🙂

    1. Guten Tag Herr Hug

      Wir helfen gerne! Senden Sie doch Ihre dringendsten 2-3 Fragen an folgende E-Mail-Adresse: Content.Desk@swisscom.com! Dann verlinken wir Sie mit einem unserer Drohnen-Experten.

      Beste Grüsse
      Für die Redaktion
      Tessa Meier

  7. Ich bin seit etwas mehr als einem Jahr an einem Ort wohnhaft, wo ein ca. 17 jähriger Junge mit seiner Drohne herumfliegt.
    Schon nach dem 1. Flug suchte ich das Gespräch mit ihm, gab ihm zu verstehen, dass ich mich extrem in meiner Privatsphäre gestört fühle.
    Nach genau 10 Tagen wurde wieder um das Wohnhaus geflogen, ich hielt mich mit reklamieren zurück.
    Aber heute wurde die Drohne zum dritten Mal geflogen, was mich bewog den Eltern ein WhatsApp zu schreiben mit der Bitte, ihrem Sohn meine Situation nochmals zu erklären.
    Schon beim ersten Gespräch mit ihm, gab ich ihm zu verstehen, dass Personen die die Drohne sehen in diesem Moment nicht erkennen können, werde ich nun gefilmt oder fotografiert und so eine grosse Verunsicherung entsteht.
    Nun während ich dieses Schreiben verfasse, rief der Vater des betreffenden Sohnes an und äusserte sich sehr kritisch zu meinen Beweggründen, sprich, ist absolut uneinsichtig.
    Ich vermute, weil es bei diesen Nachbarn um wohlhabende Leute handelt und ich nur ein Mieter bin, sie sich von einem Mieter sicher nicht in die Erziehung ihres Sohnes reinreden lassen.
    Nun muss ich mir das wirklich gefallen lassen, dass ist meine Frage.
    Ich suchte das Gespräch, war zu jedem Zeitpunkt anständig in Schrift und jetzt auch am Telefon.
    Was für Möglichkeiten habe ich noch?
    Beste Grüsse
    Hans-Peter
    PS
    Hatte vor Jahren selber eine Modellfluggruppe gegründet und später das Gleitschirmbrevet erlangt, also ich liebe alle was mit Fliegen zu tun hat, ab heute – fast alles ;-))

    1. Guten Tag Herr Galliker
      Das ist eine knifflige Frage 😉 Gemäss aktueller Regulierung dürfen Sie innerhalb der Flugverbotszone fliegen, aber nicht höher als 150 Meter und „vernünftig“: https://www.bazl.admin.ch/bazl/de/home/gutzuwissen/drohnen-und-flugmodelle/faq-rpas.html. Ich würde mich aber trotzdem beim Flughafenbetreiber informieren.
      Mit der neuen Regulierung ist es gemäss FAQ des BAZL verboten: https://www.bazl.admin.ch/bazl/de/home/gutzuwissen/drohnen-und-flugmodelle/Europaeische_Drohnenregulierung_uebernommen.html.
      Freundliche Grüsse aus der Redaktion
      Andreas Heer

      1. Korrekt, knifflig ist diese. Beim BAZL steht „Gebiete in unmittelbarer Nähe zu Flughäfen zu meiden haben“, nicht aber verboten. Es geht ja nicht darum, dass über einen Flugplatz geflogen wird aber innerhalb des 5km Radius jedoch am Rande ca. 200m. Dort kommt kein Flugzeug in die Quere und schon gar nicht unter 150m und sonst hat das Flugzeug wohl sonst schon schwerwiegende Probleme.
        Die Frage ist für viele Interessant und nach wie vor unbeantwortet.

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