Flexibel, multimodal, nachhaltig – wie sich unsere Mobilität verändert
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Flexibel, multimodal, nachhaltig – wie sich unsere Mobilität verändert

Digitale und technologische Innovationen verändern die Mobilität und ermöglichen neue Chancen. Unterwegssein wird einfacher und nachhaltiger: Künftig werden wir genau den Mobilitätsmix nutzen, der am besten zu uns passt. Und das mit Fahrzeugen, die das Klima nicht unnötig belasten: E-Mobilität steht vor dem Durchbruch.

Unsere Mobilität prägt Alltag, Arbeitswelt – und das Klima – wie wenig anderes: Erst die individuelle Mobilität und das bis in den letzten Winkel der Schweiz ausgebaute ÖV-System machen das tägliche Pendeln möglich. In den letzten Jahrzehnten haben wir uns daran gewöhnt, dass wir jederzeit in unser Auto, in den Zug oder ins Flugzeug steigen und spontan losreisen können: ans Meeting in der Stadt, zum Wandern in die Berge oder zur Konferenz nach London. Die Folge: Der CO2-Ausstoss ist in den vergangenen Jahrzehnten ins Unermessliche gestiegen. Trends wie Shared Mobility und Work Smart zeigen jedoch schon länger eine andere, nachhaltigere Richtung auf: E-Mobilität statt Verbrennungsmotoren, Homeoffice statt Pendeln, Videokonferenzen statt Fliegen, Sharing statt Besitzen, Mobilitätsmix statt eigenem Auto oder GA. Die Corona-Krise hat vielen dieser Trends zusätzlichen Schub verliehen.

Immer mit dem richtigen Gefährt unterwegs

Stefan Reber

Stefan Reber ist Leiter Purchasing & Mobility bei Swisscom. Seit über vier Jahren setzt er sich für eine nachhaltige und effiziente Mobilität ein. Heute beschäftigen ihn insbesondere die E-Mobilität sowie Zukunftstrends wie «Mobility as a Service».

«Ich wünsche mir eine flexible, bedürfnisgerechte und kostenoptimierte Mobilität», sagt Stefan Reber, Leiter Swisscom Mobility, «und eine nachhaltigere, denn der Klimaschutz wird zum immer dringenderen Thema.» Trends wie E-Fahrzeuge, «Mobility as a Service» oder «Door to door»-Lösungen, die sich seit einigen Jahren anbahnen, stimmen ihn optimistisch: «Wir werden künftig verschiedene Transportmittel teilen und kombinieren – und in jeder Situation mit genau dem Fahrzeugmix reisen, der am besten zu uns und zur Situation passt.» Eine Reise führe also beispielsweise mit dem E-Bike zum Bahnhof, mit dem Zug in die nächste Stadt, dann mit dem Sharing-Auto zum Geschäftstermin. Das Planen der Reise werde eine App übernehmen – von Tür zu Tür: «Es reicht dann, Start und Ziel einzugeben – und schon plant die App meine optimale Reise, reserviert Sharing-Fahrzeuge und bezahlt das Tram-Ticket.»

Diese Art zu reisen, spare nicht nur Ressourcen und Zeit, sondern schone auch das Klima, sagt Reber: «Es braucht nur noch einen Bruchteil der heutigen Autos. Die Leute nutzen das Auto nur noch dann, wenn es Sinn macht.» Bei den jungen Menschen in den Städten sei der Kauf eines Autos schon heute kein Thema mehr: «Sie holen sich ein Auto, wenn sie eines brauchen.»

Die Trends zum Sharing und zur multimodalen Mobilität werden auch die Geschäftswelt verändern, ist Stefan Reber überzeugt – auch Swisscom. Als Telekomunternehmen komme Swisscom ausserdem eine wichtige Rolle zu bei der künftigen Entwicklung der Mobilität: «Die Fahrzeuge der Zukunft müssen vernetzt sein, sie brauchen Konnektivität.» Auch für Trends wie Homeoffice oder Videokonferenzen, die dazu führen, dass die Menschen weniger unterwegs sind, seien ICT-Innovationen entscheidend.

Klimafreundlich und innovativ

«Wandel braucht Zeit», sagt Reber – und gerade deshalb sei es so wichtig, nicht nur neue Technologien zu entwickeln, sondern die Menschen an der Transformation teilhaben zu lassen und sie mit Anreizen für Neues zu motivieren. Im Hinblick auf den geplanten CO2-freien Fuhrpark der Swisscom testeten Swisscom Mitarbeitende verschiedene Elektroautos. «Wir sahen dadurch, wo die Herausforderungen liegen.» Die grösste Hürde stelle weiterhin das Laden der Fahrzeuge dar. Dafür sei die Auswahl an Fahrzeugen immer grösser. Gefreut habe ihn, dass am Ende des Tests auch die kritisch eingestellten Mitarbeitenden begeistert waren von den Elektroautos.

Stefan Reber ist überzeugt von der Elektromobilität: «Elektrofahrzeuge, die mit nachhaltigem Strom betrieben werden, weisen massiv tiefere CO2-Werte auf als herkömmliche Autos.» Ein weiterer Vorteil: Elektroautos sind kostengünstiger im Unterhalt sowie im Verbrauch. Zum Durchbruch brauche es nur noch wenig, ist Reber überzeugt: «Wenn hocheffiziente Batterien für gewohnte Reichweiten sowie schnelles und einfaches Laden sorgen, wird die breite Masse elektrisch unterwegs sein.»

Nachhaltigkeit in der DNA

Swisscom engagiert sich seit 20 Jahren fürs Klima – Nachhaltigkeit ist in ihrer DNA». Im Sommer 2020 wurde Swisscom gleich zweimal zum nachhaltigsten Telco-Unternehmen der Welt gekürt. Swisscom will das Thema weiterhin hochhalten und visionäre Ansätze und ambitionierte Ziele verfolgen. Erreichen will Swisscom dies mit folgenden Massnahmen:

  • CO2-neutrale Firmenflotte bis ins Jahr 2030: bis 2025 Halbierung der CO2-Emissionen, bis 2030 CO2-neutral. Miteinbezug der Mitarbeitenden, Aufklärung durch «Greenbag Lunches» sowie Motivation über finanzielle Anreize.
  • Entwicklung von Innovationen: z.B. mit autoSense, Startup für die Digitalisierung des Autos. Gemeinsame Partnerschaft mit Amag und Zürich Versicherungen.

Haben auch Sie Mut?

Fahren Sie viel zu viel Auto? Hetzen Sie von einem Termin zum nächsten? Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Mobilitätsgewohnheiten zu hinterfragen. Und das wichtigste: Haben Sie den Mut, sie zu verändern.

  • Die Digitalisierung bringt viele Tools und Innovationen mit sich, die uns ein nachhaltigeres Leben ermöglichen. Sitzung im Graubünden? Meeting in London? Müssen Sie da wirklich hin? Oder ginge es nicht auch online? Keine Mobilität ist noch immer das Beste fürs Klima. Das gilt insbesondere für jeden noch so kurzen Flug.
  • Tausende Menschen stehen jeden Morgen im Stau, auf dem Weg zur Arbeit. Während des Lockdowns haben sie gemerkt, dass es auch anders geht: von zu Hause aus. Bleiben Sie zumindest teilweise dabei! Der Effekt fürs Klima ist immens.
  • Führen Sie ein Unternehmen? Nehmen Sie Nachhaltigkeit ernst und motivieren Sie Ihre Mitarbeitenden als Vorbild, mit innovativen Ansätzen – und mit finanziellen Anreizen.
  • Schneiden Sie alte Zöpfe ab. Nur weil sie immer schon ein GA oder ein Auto hatten, heisst das nicht, dass Sie in Zukunft auch eines brauchen.
  • Lassen Sie sich von Mobilitätstrends, innovativen Tools und der jungen Generation inspirieren. Probieren Sie neue Verkehrsmittel aus, kombinieren Sie, teilen Sie.
  • Sie wollen nicht aufs eigene Auto verzichten? Wenn Sie beim nächsten Autokauf auf ein Elektroauto setzen, ist das auch nicht nötig.
  • Fürs Training ins Studio? Muss nicht sein – der Heimweg auf dem Rennvelo oder E-Bike ist genauso effektiv.

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2 Kommentare zu “Flexibel, multimodal, nachhaltig – wie sich unsere Mobilität verändert

  1. Finde gut, dass immer mehr Firmen zu Elektroautos umstellen. Jetzt muss einfach noch eine einfache und einheitliche Ladestationen hin (vielleicht was für Swisscom, in De habe ich gesehen dass die „deutsche Telekom“ schon daran arbeitet.

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