Willkommen im 3D Zeitalter!
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Willkommen im 3D Zeitalter!

 Was und wo ist das Metaverse? 

Mit der zunehmenden intelligenten Vernetzung und der damit einhergehenden Verlagerung von Aktivitäten in den virtuellen Raum stellt das Metaverse als Weiterentwicklung des Internets eine virtuelle Erweiterung unserer physischen Realität dar. Teil davon sind auch andauernde gemeinsam genutzte virtuelle 3D-Räume. «Fortnite» und «Second Life» geben uns bereits einen Vorgeschmack auf solche Welten. 

Digital und virtuell sind wir schon länger unterwegs. Wir schreiben Nachrichten in 1D, führen Zoom-Calls in 2D und gamen «Fortnite» in 2,5D. Virtual und Augmented Reality sind der Anfang von Technologien, die uns ein 3D-Leben und schliesslich eine vollständig immersive Realität, das Metaverse, ermöglichen möchten.

Was sich zunächst nach einem futuristischen Sci-Fi-Szenario anhört, ist gar nicht mehr so weit entfernt, wenn man bedenkt, dass wir seit Beginn der Pandemie von der Arbeit bis zum Konzertbesuch fast alle Tätigkeiten als Hybrid zwischen virtuell und real leben. Im Gespräch mit dem Co-Gründer von Imverse und Holo-Experten Javier Bello wird schnell klar, wieso unsere virtuellen Interaktionen schnellstmöglich auf 3D wechseln müssen.

Diese Kameras erfassen Ozan in Echtzeit und «holoportieren» ihn in den virtuellen Raum.
Ces caméras saisissent Ozan en temps réel et le «holoportent» dans l’espace virtuel.
Für dieses Live-Hologramm nehmen Kameras Ozan in Echtzeit auf und lassen ihn virtuell in 3D kommunizieren.
Für dieses Live-Hologramm nehmen Kameras Ozan in Echtzeit auf und lassen ihn virtuell in 3D kommunizieren.

Nachgefragt bei Imverse: So kommen wir ins Metaverse

Das Schweizer Start-up Imverse bringt uns mit ihrer 3D-Live-Hologramm-Technologie einen grossen Schritt in Richtung Metaverse. Dank ihnen sagen wir uns nämlich schon bald alle als Hologramm Hoi und Tschüss. Wir haben beim Co-Gründer und Holo-Experten Javier Bello nachgefragt und herausgefunden, warum ihn die Kommunikation in 3D so begeistert, was wir als Hologramme erleben können und in welche Sphären uns Hologramme noch transportieren werden. 

«Ein nahtloser Wechsel von der physischen Realität in virtuelle Welten ist unsere Zukunft.» 

Weshalb müssen wir jetzt den Switch in eine 3D-Welt machen? 

Javier Bello: Das menschliche Gehirn nimmt die Realität in 3D wahr und bildet sie ab. Die Technologie des 20. Jahrhunderts hat unsere digitalen Interaktionen und Inhalte auf 2D beschränkt, wodurch wichtige physische Elemente wie Interaktivität, das eigene Körpergefühl und der Ausdruck eingeschränkt oder gänzlich ausgelöscht wurden. So unverzichtbar Videokonferenzen im Zeitalter des Homeoffice geworden sind, so deutlich zeigen sich dort die Grenzen von 2D. Die unnatürlichen 2D-Austausche führen wegen der ständigen Umstellung von 3D auf 2D zu einer Überlastung des Gehirns, weswegen sich viele Menschen über «Zoom-Müdigkeit», eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne und emotionale Distanz beschweren.

Wie wechseln wir von unserer physischen Realität in das Metaverse? 

Javier Bello: In nicht allzu ferner Zukunft, wenn die Netzinfrastruktur noch besser ist, werden wir nahtlos zwischen verschiedenen 3D-Welten wechseln – von unserer physischen Realität zu verschiedenen virtuellen Umgebungen. Dort arbeiten wir in 3D zusammen an Projekten, geniessen Konzerte, tauschen uns aus, spielen und schalten dort auch Werbung und politische Kampagnen. Dieser «Switch» muss in Echtzeit und ohne Lags stattfinden und wird neben animierten 3D-Inhalten von authentischen Live-(Holo-)Darstellungen dominiert werden. Ich nenne diesen Vorgang auch «Holoportation».

«In Zukunft können wir Steinformationen ganz einfach durch Hologramm-Reisen erkunden.»

Wie sieht eine Hologramm-Interaktion im Metaverse aus? 

Umfrage

Javier Bello: Nehmen wir das Naturkundemuseum. Stellen Sie sich vor, ein Guide taucht mit seiner Museumsgruppe in die Flora und Fauna der Galapagosinseln ein. Während er die Auswirkungen des Klimawandels bespricht, zeigt die realitätsgetreue 3D-Umgebung im Schnelldurchlauf die Auswirkungen der Treibhausgase auf die Umgebung, in der sich die Gruppe befindet. Das ist keine abstrakte Führung mehr, sondern eine hautnahe, immersive Erfahrung mit emotionaler Wirkung, die in der Realität unmöglich so nachzustellen wäre.

Aber dort hört es nicht auf. Die Besuchenden können mit einer Art Fernsteuerung individuell den Blickwinkel wählen, aus dem sie die Szenerie betrachten möchten und beliebig auf Steine, Tiere, Strukturen und Pflanzen rein- und rauszoomen. Anstatt einen vorgegebenen Content serviert zu bekommen, steuert jede und jeder selbst aktiv den Konsum der Live-Inhalte und erhält dafür ein zutiefst fesselndes und personalisierbares Erlebnis.

Welche Player arbeiten gerade an einer 3D-Zukunft?

Javier Bello: Grosse Tech-Mitspieler wie Microsoft HoloLens und Microsoft Mesh, aber auch Facebook, Apple und Epic Games bauen gerade grundlegende Plattformarchitekturen für das Metaverse. Unser Ziel bei Imverse ist es, Live-3D-Inkarnationen voranzutreiben, um die Menschen im Metaverse körperlich und lebensecht abbilden zu können.

Bereit für die Chancen der vernetzten Welt

Der digitale Wandel verändert unsere Welt, macht vieles möglich und fordert uns alle auf eine andere Art und Weise. Mit der neuen Webserie «Shift» schauen wir genau hin, um herauszufinden, welchen Einfluss Technologie und Digitalisierung auf unseren Alltag und unsere Gesellschaft haben.

 

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