Zwei Mädchen trinken an einem Brunnen.
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5G: Gefährlich oder nicht?

Was die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen betrifft, ist sich die Wissenschaft einig. 4G und 5G sind bezüglich Strahlung vergleichbar. Und beide bewirken keine Schäden.

Bergen Smartphones und Handyantennen ein Gesundheitsrisiko für die Menschen? Die Frage wurde schon vor 5G rege diskutiert. Darum erforschen Wissenschaftler weltweit bereits seit Jahrzehnten die Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen. Denn genau diese Felder dienen dem Mobilfunk als Träger, als Medium.

5G ist die neuste Generation der Mobilfunkstandards. 5G ist «das smarte Upgrade von 4G» und beruht auf der gleichen Grundtechnologie wie die Vorgängerstandards 4G und 3G. Sie alle nutzen ähnliche und sehr gut erforschte Frequenzen und halten jederzeit die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte ein. Ist man sich dieser physikalischen Tatsache bewusst, können Videos, die über Vogelsterben oder desorientierte Bienen berichten, als das bewertet werden, was sie sind: Fake News.

«Die Forschung konnte bis heute nicht konsistent nachweisen, dass Strahlung von Mobilfunk gesundheitliche Schäden bewirkt. Solange die Grenzwerte eingehalten werden, sind nach aktuellen wissenschaftlichen Kenntnissen keine gesundheitsrelevanten Wirkungen zu erwarten.»

Dr. Gregor Dürrenberger, Geschäftsleitung der unabhängigen Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation (FSM) an der ETH Zürich

1. Die Strahlenbelastung von 5G ist harmlos für Mensch und Tier

Der blaue Bereich zeigt Anwendungen mit nicht ionisierender Strahlung, der rote solche mit ionisierender.

In unserem Alltag sind wir einer Vielzahl an Strahlung ausgesetzt. Mehrheitlich handelt es sich dabei um nichtionisierende Strahlen (blauer Bereich der Grafik). In diesen Bereich gehört auch der Mobilfunk: von 2G bis und mit 5G. Es gilt folgender Merksatz: Nichtionisierende Strahlung hat nicht genügend Energie, um Moleküle im Gewebe zu verändern. Mobilfunk nutzt also eine technisch erzeugte und kontrollierte elektromagnetische Strahlung.

Ionisierende Strahlung hingegen (roter Bereich der Grafik) verfügt über genügend Energie, um Materie zu verändern. Das bedeutet, dass Elektronen aus der Hülle von Atomen und Molekülen herausgelöst werden. Das kann negative gesundheitliche Folgen haben. Darum nutzen wir Sonnencrème, um uns gegen UV-Strahlen zu schützen. Darum tragen wir Schutzkleidung, wenn wir geröntgt werden.

2. Staubsauger, Kühlschrank oder 5G: Elektrische und magnetische Felder sind Teil unseres Alltags

Kochherd, Kühlschrank und Staubsauger erzeugen niederfrequente Felder.

Nicht nur durch Mobilfunk sind wir elektromagnetischen Strahlen ausgesetzt. Alle elektrischen Geräte in unserem Alltag, ohne die wir uns unser Leben nicht mehr vorstellen können, erzeugen elektromagnetische Felder. Diese werden in zwei Gruppen eingeteilt: die hochfrequenten Felder und die niederfrequenten Felder. Mobiltelefone, drahtloses Internet (WLAN) oder die Mikrowelle erzeugen hochfrequente Felder. Kühlschrank, Induktionsherd, Stromsparlampen, Staubsauger, Eisenbahn- und Hochspannungsleitungen erzeugen niederfrequente Felder (vgl. Bild).

Wichtig zu wissen: Beide Felder (hochfrequente und niederfrequente) gehören gemäss dem heutigen Stand der Wissenschaft (vgl. Punkt 4) zu den für den Menschen ungefährlichen, nichtionisierenden Strahlen (vgl. Punkt 1). 

Sie möchten sich bewusst mit elektromagnetischen Strahlen von Alltagsgegenständen befassen? Zum Thema elektromagnetische Felder im Alltag gibt es vom Bundesamt für Gesundheit Faktenblätter mit hilfreichen Tipps zur Reduktion der Strahlenbelastung. So beispielsweise für Induktionskochherd, Mikrowellenofen oder Babyfon.

So verringern Sie die Strahlenexposition im Alltag

Wer die eigene Strahlenbelastung vorsorglich reduzieren will, hat dies wortwörtlich in der eigenen Hand. Egal ob 3G, 4G oder 5G – beim Mobilfunk gehen über 90 Prozent der Strahlung nicht von der Antenne aus, sondern vom Smartphone. Wer also die Belastung senken möchte, hält sich an diese einfachen Regeln:

☂ Telefonieren Sie mit Kopfhörern oder der Freisprechanlage. Das verringert die Exposition um bis zu zehn Prozent.

☂ Telefonieren Sie wenn immer möglich nur bei gutem Empfang – je schlechter der Empfang, desto stärker strahlt das Smartphone.

Weitere Tipps zum Thema Strahlenbelastung unterwegs und zu Hause haben wir für Sie in unserer Online-Broschüre zusammengestellt.

3. Die Schweiz schützt die Bevölkerung durch strenge Grenzwerte

In der Schweiz verfügen wir über zehnmal strengere Grenzwerte für Mobilfunkstrahlen, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Der Grenzwert für 5G bleibt in der Schweiz der gleiche wie für die aktuellen 3G- und 4G-Netze und muss für alle Technologien gemeinsam eingehalten werden. Swisscom als Mobilfunkanbieter ist dazu verpflichtet, konstant an das Bundesamt für Gesundheit zu rapportieren, um die Gewährleistung der Grenzwerte aufzuzeigen.

Die restriktiven Grenzwerte werden in der Schweiz durch das Vorsorgeprinzip des Umweltschutzgesetzes definiert. Es besagt, dass Emissionen von Mobilfunkstrahlen so weit zu begrenzen sind, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.

Warum also steht die 5G-Technologie unter Beschuss?

Als Anfang des letzten Jahrhunderts motorisierte Fahrzeuge Pferdekutschen aus dem Personenverkehr verdrängten, ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung – heute können wir uns eine Welt ohne Autos nicht mehr vorstellen. Technologischer Wandel wird immer von Verunsicherung begleitet. Was heute dazukommt: viral verbreitete Fake News. Ein Beispiel aus der Schweiz: Der Genfer Autor, Grafiker und Umweltaktivist Yvan Hostettler verbreitete letzten Sommer ein Bild einer kahlen Tanne – auf deren Spitze prangt eine Mobilfunkantenne. Dazu die Aussage «5G zerstört Bäume».

Das mittlerweile gelöschte Foto wurde über 6000 Mal auf Facebook geteilt. Das Bild wurde bald darauf als Montage entlarvt. Es handelte sich um einen Baum, in den ein Blitz eingeschlagen hatte. Hostettler gab gegenüber dem französischen Fernsehen zu, dass er die Fake News bewusst lanciert hatte, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema 5G zu lenken. Auch wenn das Bild gelöscht wurde, reiht es sich ein in eine lange Liste von Fake News, welche die Verunsicherung in der Bevölkerung schüren.

Dieser Artikel ist Teil einer Reihe zum Thema 5G. Denn das beste Mittel gegen Fake News sind Fakten, die zugänglich gemacht und auf den Tisch gelegt werden. Überzeugen Sie sich selbst, weshalb die Schweiz von einer vernetzten und digitalisierten Welt profitiert. ((Links zu Artikel 1a und 2a ggf. als Bild mit Headline ))

4. Die heutige 5G-Technologie ist genauso gut erforscht wie 4G und 3G

Frequenz-Band 1 (blau dargestellt): 600 MHz bis 6 GHz
Frequenz-Band 2 (rot dargestellt): grösser als 24 GHz = Millimeterwellenbereich (je höher die Frequenz, desto kleiner die Wellenlänge)

Im Februar 2019 versteigerte der Bund Frequenzen für die Einführung von 5G. Swisscom, Salt und Sunrise haben sich dabei je einen Anteil an freien Frequenzen am Frequenz-Band 1 gesichert. Die versteigerten Frequenzen liegen im Bereich 3,5 bis 3,8 GHz und sind somit in der gleichen Grössenordnung wie jene für 4G oder WLAN. Es handelt sich also um Wellen im Zentimeterbereich.

Diese Frequenzen und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper sind gut erforscht. Eine Arbeitsgruppe des Bundes, die sich intensiv mit Studien zum Thema 5G und Gesundheit auseinandergesetzt hat, kam Ende 2019 zum klaren Schluss, dass bei den heute verwendeten Mobilfunkfrequenzen Gesundheitsauswirkungen nicht konsistent nachgewiesen werden können.

Der Ausbau der 5G-Technologie im Frequenz-Band 2 ist in der Schweiz bis auf Weiteres nicht erlaubt. Es handelt sich bei diesen Frequenzen um Wellen im Millimeterbereich. Die Arbeitsgruppe des Bundes hielt Ende 2019 im Bericht über «Mobilfunk und Strahlung» fest, dass die Auswirkung von Wellen im Millimeterbereich auf den menschlichen Organismus von der Schweiz intensiv erforscht werden muss.  

Das meint die Internationale Krebsforschungsagentur?

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) stuft Mobilfunk (3G, 4G, 5G) als möglicherweise krebserregend für den Menschen ein. Diese Kategorisierung bedeutet, dass zusätzliche Forschung nötig ist, weil zu wenig Wissen vorhanden ist, um ein klares Urteil zu fällen. In diese Kategorie fallen allerdings noch etliche andere Stoffe oder Anwendungen: So bewertet die IARC auch den Saft der Aloe-Vera-Pflanze oder Essiggemüse (z.B. Kimchi) als möglicherweise krebserregend. Bisher gibt es für eine krebsfördernde Wirkung von Mobilfunk nur beschränkte Hinweise in Tierversuchen, aber keinerlei Anzeichen beim Menschen.

Die Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» des Bundes kommt zum Schluss, dass sich Gesundheitsauswirkungen wissenschaftlich nie mit absoluter Sicherheit ausschliessen lassen. Die Arbeitsgruppe hat deshalb auch beschrieben, für welche potenziellen Effekte weitere Forschung nötig ist.

Bereit. Mit Fakten und Wissen rund um 5G.

Mit der Einführung von 5G werden mögliche Gesundheitsrisiken des Mobilfunks breit öffentlich diskutiert. Aber ist Mobilfunk tatsächlich schädlich? Was tut Swisscom vorsorglich für unseren Schutz?

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