Wenn’s mal drauf ankommt
So wird dein Handy zum Helfer für Ersthelfer
Fast jedes moderne Smartphone hat sie standardmässig an Board – ohne spezielle App oder zusätzlichen Download: die Funktion für Ersthelfer, die sich im Notfall um dich kümmern, ohne dass sie dich kennen. Doch viel zu viele Leute nutzen das praktische Feature (noch) nicht. Am besten, du richtest es grad ein – oder checkst, ob deine Angaben alle noch auf dem neusten Stand sind.

Bei einem Notfall sind Ersthelfer froh, wenn sie etwas über dich in Erfahrung bringen können.
Bild: Adobe Stock
Ein ganz normaler Tag. Du bist unterwegs, vielleicht mit dem Velo in der Stadt oder einfach zu Fuss auf einem Spazierweg. Dann plötzlich passiert’s: Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, ein Sturz – oder ein Kreislaufkollaps. Von jetzt auf gleich liegst du am Boden. Du bist nicht mehr ansprechbar, und der Aufprall auf den harten Untergrund hat zu allem Übel noch eine Wunde am Kopf verursacht. Passanten reagieren schnell, jemand ruft den Notruf 144. Wenig später treffen Rettungskräfte ein. Sie sichern die Situation, prüfen deine Vitalwerte – und stehen vor einer entscheidenden Frage: Wer bist du? Und in dem Zusammenhang: Was müssen wir über dich wissen? Genau hier kommt dein Smartphone ins Spiel.
Denn dein iPhone oder Android-Smartphone kann in solchen Momenten zum stillen und praktischen Helfer werden. Es liefert Rettungskräften wichtige Informationen, direkt über den Lock-Screen oder durch langes Drücken der Ein-/Aus-Taste – ohne dass dein Gerät entsperrt werden muss, also ohne, dass die Ersthelfer den Sperrcode deines Telefons kennen. Sie gelangen so sofort zum Wesentlichen:
- deinem Namen
- deinem Alter
- deiner Blutgruppe
- allfälligen Allergien von dir (z. B. gegen Medikamente)
- bestehenden Erkrankungen
- wichtigen Medikamenten, die du einnimmst
- Notfallkontakten, die informiert werden sollten
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Sanitäter oder eine Ärztin zum Beispiel sofort über eine Penicillin-Allergie von dir im Bilde ist und eine falsche Medikation vermeiden kann. Dass eine bekannte Vorerkrankung allenfalls deinen plötzlichen Zusammenbruch erklären könnte. Oder dass man deine Partnerin, deinen Partner oder sonst jemanden deiner Liebsten informieren kann, allenfalls auch, um noch mehr über dich zu erfahren oder wichtige Fragen zu stellen.
«Notfallpass» oder «Notallinformationen» immer griffbereit
Um zu diesen im Notfall wichtigen, auch medizinisch relevanten Informationen zu gelangen, drückt man auf dem Sperrbildschirm des Smartphones auf «Notfall» oder «Notfall/SOS» (geräteabhängig) und wählt dann «Notfallpass» (iPhones) oder «Notfallinformationen» (Android-Geräte). Schon werden sie angezeigt. Aber natürlich nur, wenn du sie vorher mal erfasst hast. Wir zeigen dir, wie das geht.
iPhone: «Notfallpass» einrichten
- Öffne die Health-App
- Tippe oben rechts auf dein Profilbild
- Wähle «Notfallpass»
- Tippe auf «Bearbeiten»
- Erfasse dann deine Daten:
- Name, Geburtsdatum
- Krankheiten / medizinische Hinweise
- Allergien
- Medikamente
- Blutgruppe
- Scrolle zu Notfallkontakte
- Tippe auf «Kontakt hinzufügen»
- Wähle Personen aus deinem Adressbuch aus
- Ganz wichtig: Aktiviere «Im Sperrzustand anzeigen»
- Tippe auf «Fertig»
Hier findest du übrigens aktuelle iPhone-Angebote von Swisscom.
Android: «Notfallinformationen» einrichten
Bei Android variiert die Bezeichnung je nach Gerät und Hersteller leicht. Häufig findest du sie unter «Sicherheit & Notfall» oder «Notfallinformationen».
Typischer Weg (z. B. bei Pixel, Samsung oder Oppo):
- Öffne die Einstellungen
- Gehe zu «Sicherheit & Notfall»
(oder: «Notfallinformationen», «Sicherheit», «Notfallhilfe», …) - Tippe auf «Medizinische Informationen» oder «Notfallinformationen»
- Erfasse deine Daten, genau gleich wie beim iPhone
- Füge Notfallkontakte hinzu
- Aktiviere (je nach Gerät): «Anzeige auf Sperrbildschirm» oder «Zugriff ohne Entsperren»
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Keine falschen Bedenken
Im Alltag und insbesondere im digitalen Umfeld gilt für gewöhnlich (zurecht): Man sollte möglichst wenig Informationen über sich frei zugänglich machen. Die Notfallfunktion ist frei zugänglich, bildet hier aber die Ausnahme. Denn im Fall der Fälle kann es hilfreich, ja gar lebensrettend sein, schnell die richtigen Informationen zur Hand zu haben als Ersthelfer. Hinzu kommt, dass dieselbe Funktion für einen ehrlichen Finder oftmals auch die einzige Möglichkeit ist, um ein verlorengegangenes wieder dem rechtmässigen Besitzer zurückgeben zu können – indem man eine Person aus den Notfallkontakten anruft. Die Funktion ist also definitiv hilfreich – sowohl im Notfall als auch im Fall eines Verlustes.
PS: Hast du gewusst, dass man gewisse Nummern in der Schweiz von jedem Smartphone aus immer wählen kann – auch ohne Entsperren des Geräts (und teils sogar ohne eingelegte SIM-Karte)? Hier die Übersicht:
- 144 Sanität / Rettungsdienst
- 117 Polizei
- 118 Feuerwehr
- 1414 Rega (Luftrettung)
- 112 Europäischer Notruf
Egal in welcher Situation oder Lebenslage: Bei uns im Swisscom Online-Shop findest du alles, was du daheim und unterwegs brauchst. Und mit unserem Mobile-Abo und Internet-Abo bleibst du stets sicher verbunden – im besten Netz der Schweiz.
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Gemeinsam mehr wissen
Kennst du Apps oder Tools, die im Notfall ebenfalls nützlich sind? Teile deine Erfahrungen oder Tipps mit der Community! Wir freuen uns auf deinen Beitrag.

