Lernenden-WG der Swisscom

«Alles ging ganz schnell!»

Seit mehr als einem halben Jahr leben Christian Blättler und Natthakit Khamso in Bern zusammen: als «Lernenden-Wohngemeinschaft» der Swisscom. Die Idee dazu stammt von den beiden 20-jährigen selbst. Damit wollen sie auch andere Lernende dazu inspirieren, ihre eigenen Ideen schon in der Lehre zu verfolgen und Realität werden zu lassen.

Laura Graafen (Text und Fotos), 8. Mai 2016

«Hey, ich will da so eine App machen, in der alle Schüler und Lehrer zusammenkommen!» – Als Christian Blättler, Informatiklernender bei Swisscom im vierten Lehrjahr, das erste Mal mit dieser Idee zu Michael In Albon kam, war der Medienkompetenzexperte der Swisscom erstmal skeptisch. «Ich bin ja immer noch Lernender und konnte das nicht so rüberbringen», erinnert sich Christian. «In einem zweiten Anlauf habe ich ihn dann aber überzeugen können, dass wir das zusammen starten.» Das, das ist die App, die Christian zusammen mit einem anderen Lernenden entwickelt und programmiert: Schoolify. Die Grundidee der App ist, den Schulalltag und seine Prozesse digitaler zu gestalten. «Wir haben bei uns im Arbeitsalltag so viele Tools und in der Schule: nichts. Die Noten, die Absenzen – all das wird so unglaublich ineffizient geführt.»  

 

 

Die beiden Lernenden Christian (l.) und Nattha programmieren bereits ihre ersten Apps.

 

 

Mehr erreichen

 

Viele Lernende haben solche tollen Ideen, doch oft fehlt ihnen der Mut, die Motivation oder die richtigen Ansprechpartner, um ihre Ideen auch umzusetzen. «Die Rolle der Lernbegleiter ist zentral, besonders für die Motivation von uns Lernenden», sagt Natthakit Khamso, genannt Nattha, der mit Christian zusammen die Informatiklehre absolviert. «Unser Lernbegleiter hat uns immer gezeigt, dass wir mehr erreichen können und uns auch ermutigt, unsere eigenen Projekte umzusetzen.» Deshalb haben Christian und Nattha ein Projekt gestartet, um anderen Lernenden ihre Erfahrung weiterzugeben und sie in ihren coolen Ideen zu unterstützen: In der Lernenden-Wohngemeinschaft.

 

«Die Rolle der Lernbegleiter ist zentral, besonders für die Motivation von uns Lernenden.»

Natthakit Khamso

 


Das Ausbildungsmodell bei Swisscom

 

Bei Swisscom können die Lernenden sich ihre Ausbildung entlang ihrer Berufsbilder selbst zusammenbauen. Es gibt also bestimmte Bereiche, wie z.B. den Shop, den eine Detailhandelskauffrau auf jeden Fall während ihrer Lehre besucht haben sollte. Ansonsten können die Lernenden jedoch frei nach ihren Interessen Projekte auswählen. Die Projekte kann jeder Mitarbeiter, theoretisch auch Lernende selbst, ausschreiben. Weil in diesem Ausbildungsmodell die Vorgesetzten ständig ändern, gibt es die «Lernbegleiter» als fixe Bezugsperson für Lernende.

 

 

 

Nattha und Christian haben sich am ersten Tag ihrer Informatiklehre bei Swisscom kennengelernt. Die damals 16-jährigen verstanden sich auf Anhieb. «Wir haben so vor uns hin gesponnen: Eine WG mit Lernenden, das wäre doch total cool: zusammen an tollen Ideen arbeiten und so!» erinnert sich Christian. Über die Jahre wurde die Idee von der WG immer konkreter: Das Konzept von einer Zusammenarbeitsplattform entstand. «Man soll Ideen dort einfach vorstellen können, ohne dass sie sogleich demontiert werden», erklärt Nattha. «Wir haben es den Verantwortlichen in der Personalabteilung einfach mal vorgestellt. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell.» Das war vor etwas mehr als einem Jahr.

«Wir haben so vor uns hin gesponnen: Eine WG mit Lernenden, das wäre doch total cool: zusammen an tollen Ideen arbeiten und so!»

Christian Blättler

 

Erste Ansprechpartner

 

Seit einem halben Jahr wohnen Christian und Nattha nun schon in der Swisscom-Lernenden-Wohngemeinschaft mit Blick auf die Berner Altstadt. Beide haben den Auftrag den Coworking-Space in der WG zu betreuen. Sie sind die ersten Ansprechpartner für Lernende, die mit eigenen Absichten oder Plänen in die WG kommen. «Christian und ich unterstützen dann auf dem Weg zur konkreten Idee und verknüpfen sie mit den richtigen Leuten.» Ein Beispiel dafür liefert Christian mit seiner App Schoolify gerade selbst.

 

 

Der Coworking Space in der Lernenden-WG.

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Doch auch Nattha geht mit gutem Beispiel voran: Er hat eine App namens «Mealtime» entwickelt. «Letzten September habe ich die App sogar schon in der Swisscom lancieren können. Doch aufgrund von technischen Problemen musste ich sie dann wieder offline nehmen, und jetzt überarbeite ich sie.» «Mealtime» verknüpft Menschen mit ähnlichen Interessen, damit diese sich für ein Mittagessen treffen können. «In Zukunft soll man Mealtime mit seinem Xing- oder LinkedIn-Profil verbinden können und dann holt es die Infos automatisch raus», erklärt Nattha. «Die App hat so viel Potential. Wir probieren es jetzt erstmal bei Swisscom, aber danach könnte man sie wirklich für alle mit Xing- oder LinkeIn-Profil freischalten. Das ist meine grosse Vision.»

 

 

1/3 Die Startseite von «Mealtime». Nachdem der User seine Interessen und seine Verfügbarkeiten eingetragen hat, werden ihm verschiedene Gesinnungsgenossen für ein Mittagessen vorgeschlagen.

2/3 Auf der Startseite von «Schoolify» werden alle wichtigen anstehenden Ereignisse angezeigt. Mit einem Klick auf die Menüpunkte im oberen Bereich kann man sich zum Beispiel seinen Notenspiegel anzeigen lassen. Hier können auch Notenziele, die oft vom Ausbildungsbetrieb vorgegeben werden, eingetragen werden.

3/3 Im Menüpunkt Absenzen kann man seine Arztzeugnisse hinterlegen und per App direkt an seinen Lernbegleiter oder Lehrer zur Freigabe der Abwesenheit weitersenden.

1/3 Die Startseite von «Mealtime». Nachdem der User seine Interessen und seine Verfügbarkeiten eingetragen hat, werden ihm verschiedene Gesinnungsgenossen für ein Mittagessen vorgeschlagen.

 

 

Überraschend analog

 

Sowohl Nattha als auch Christian sind für die Lernenden-WG aus dem Elternhaus ausgezogen. Obwohl es für beide das erste Mal ist, dass sie alleine wohnen, ist die Wohnung blitzblank. Nattha grinst: «Der Putzplan läuft bei uns eher Freestyle. Wir brauchen eigentlich keinen, weil jeder einfach putzt, wenn er sieht, dass etwas dreckig ist.» Auch sonst läuft das WG-Leben der beiden Informatiker unkompliziert und überraschend analog ab. «Die einzige App, die wir zusammen zum Organisieren der WG verwenden, ist eine gemeinsame Einkaufsliste», erzählt Christian.

 

Für Christian und Nattha erleichtert das gemeinsame Wohnen die Zusammenarbeit.

 

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