Digitale Assistenten im Alltag

Roboter – die perfekten Dienstleister?

Ob im Tourismus, im Verkauf, in der Pflege, in der Katastrophen-Rettung oder im trauten Heim: Roboter sind keine Zukunftsmusik, sondern bereits heute in diesen Bereichen im Einsatz.

Beat Hochuli (Text), 6. Juli 2016

Die Roboter sind mitten unter uns. Zwar noch nicht überall, aber neben den Industrierobotern in der Fertigungsindustrie sind sie zunehmend auch im Dienstleistungssektor anzutreffen. So setzen beispielsweise Unternehmen der Tourismusbranche auf die Services mobiler digitaler Angestellter.

 

 

Pepper, der Verkäufer und Lehrer

Eines der gegenwärtig eindrücklichsten Exemplare dieser Art ist der Roboter Pepper, der Gesten und Mimik von Menschen deuten kann, 19 Sprachen verstehen soll. Von der japanischen Firma SoftBank Robotics entwickelt, leistet er seine Dienste mittlerweile nicht mehr nur in Smartphone-Verkaufsläden seines Herstellers, sondern auch in den Nescafé-Shops in Japan.

 

Pepper statt Clooney: Der Roboter berät eine Nestle-Kundin in Japan. Video: Youtube/Nescafe X Softbank.

 

 

Bei Nestlé und seinen Franchise-Nehmern im Land der aufgehenden Sonne sind bereits 1000 Peppers «angestellt». Sie beraten die Kunden beim Kauf von Nespresso-Maschinen, Zubehör und Kapseln – und das zu einem Lohn (Leasing-Preis) von umgerechnet 1500 Franken pro Monat. Ein Pepper-Androide ist seit kurzem versuchshalber an der Soshi High School im japanischen Waseda als Assistent für Englisch und Informatik tätig – im Klassenzimmer, wo ihm die Schüler Fragen stellen können.

 

 

Smarte Butler und menschenähnliche Maschinen

 

 

Der digitale Butler A.L.O, der in Hotels, auf Kreuzfahrtschiffen und in Restaurants als Attraktion gilt, steht dem Roboter Pepper in nichts nach. Der von Aloft im Silicon Valley entwickelte A.L.O. arbeitet Zimmerservice, reagiert auf Kundenlob mit einem begeisterten Piepsen – und verlangt trotzdem kein Trinkgeld. Das Einzige, was er braucht, ist zwischendurch eine Steckdose zum Aufladen des Akkus.

 

 

Wie arbeitet ein digitaler Hotelangestellter? Der Roboter A.L.O. zeigt es. Video: Youtube/Engadget.

 

 

Mittlerweile haben die Pioniere Pepper und A.L.O. zahlreiche digitale Kollegen. Die meisten befinden allerdings noch im Versuchsstadium. Eine höchst interessante Erscheinung ist der kürzlich an einer Technologiemesse in Shanghai vorgestellte, menschenähnliche Roboter Jia Jia.

 

 

Der menschenähnliche Roboter Jia Jia soll Lachen und Weinen lernen. Video: Youtube/New China TV
 

 

Roomba, Rolling Bot und Henry



Auch im Haushalt halten Roboter vermehrt Einzug – auch wenn diese noch mit deutlich eingeschränkteren Fähigkeiten auskommen müssen. Beispiele dafür sind etwa der bereits etablierte Staubsauger Roomba der US-amerikanischen iRobot und der kugelförmige Wohnungsüberwacher und Haustier-Gespiele Rolling Bot des südkoreanischen Unternehmens LG.

 


Ein Pionier unter den heute verfügbaren Staubsaugerrobotern: Roomba von iRobot. Video: Youtube/iRobot.



Der Rolling Bot ist ausgerüstet mit Kamera, WLAN-Verbindung und einem Laser-Pointer, mit dem er mit der Katze spielen kann. Video: Youtube/hnmk guyh


Zahlreicher Forschungs- und Entwicklungs-Institute arbeiten an Robotern, die für Aufgaben in Pflege und Betreuung sowie für die Rettung von Menschen spezialisiert sind. So wird derzeit im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts der Altersbetreuungs-Spezialist namens Henry getestet – und die US-Militärforschungs-Agentur DARPA arbeitet kräftig an der Entwicklung von digitalen Helfern für Katastrophenfälle.

 


Der stählerne Rettungsroboter fürchtet sich weder vor feindlichen Geschossen noch vor Feuer. Foto: darpa.mil

 

 

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