Kolumne: Kathrin Buholzer

Lernt Sprachen!

Das Smartphone nachhaltig und intelligent nutzen, anstatt Zeit damit zu vergeuden? Kathrin Buholzer hat die Lösung gefunden: Sprachlern-Apps.

Kathrin Buholzer (Text), Milan Hofstetter (Illustration), 31. März 2017

Hand aufs Herz: Wann habt ihr das letzte Mal etwas Schlaues mit eurem Smartphone gemacht? Schlau im Sinne von: wertvoll, nachhaltig, intelligent. Hmm ... Da muss man wirklich ein bisschen überlegen, oder?

Ein paar Pandabildchen auf Instagram geliked? In der Ikea rasch ein Foto vom Aufenthaltsort des Badezimmerschranks gemacht (damit man das Ding nachher auch im richtigen Regal suchen kann)? Dem Kind rasch geschrieben, dass man das weisse Shirt, das heute Morgen unauffindbar war («Mama, wo hast du das wieder hingelegt, es ist nicht in meinem Zimmer»), in diesem Zimmer gefunden hat? Sich durch ein paar Facebook-Gruppen geklickt, zum hundertsten Mal über ein Bild eines Schwangerschaftstests gestolpert und die Frage gelesen: «Was meint ihr, schwanger oder nicht?»

Seien wir mal ehrlich: Ganz oft vergeuden wir unsere Zeit, indem wir irgendwo ein bisschen rumsurfen.
Alles Dinge, die zwar nicht total unwichtig sind, aber wirklich nachhaltig und intelligent sind sie halt auch nicht. Seien wir mal ehrlich: Ganz oft vergeuden wir unsere Zeit, indem wir irgendwo ein bisschen rumsurfen. Ohne grossen Plan, nur aus lauter Gewohnheit. Geht es euch nicht auch so? Hängt ihr ohne eigentlichen Sinn und Zweck an eurem Smartphone und ärgert euch ein bisschen darüber?

Dann möchte ich euch gerne etwas sagen: Lernt Sprachen! Ja, ihr habt richtig gelesen. Es gibt mittlerweile so viele tolle Sprachlern-Apps. Kostenlose wie zum Beispiel Duolingo, kostenpflichtige wie busuu oder Babbel.

Letzte Woche hat mich der Ehrgeiz wieder gepackt, und ich hab mich mal wieder in die Sprachlern-App eingeloggt.

Letzte Woche hat mich der Ehrgeiz wieder gepackt, und ich hab mich – nach langer Abstinenz – mal wieder in die Sprachlern-App eingeloggt. Warum ich das gemacht habe? Der Schüleraustausch unserer Tochter «Deux langues – ein Ziel» war dafür sicherlich eine grosse Motivation. Denn diese Woche war eine Austauschschülerin aus dem Wallis drei Tage bei uns zu Gast. Da sie selber nicht so gut und vor allem nicht so viel Deutsch gesprochen hat, musste ich mich dafür etwas mehr bemühen und meine deutschen Fragen an sie auf Französisch übersetzen.


«Willst du noch Broccoli? Was macht ihr am Nachmittag in der Schule? Möchtest du noch duschen?» Einfache Sätze und leichte bis mittelschwere Konversation schaffe ich zum Glück ganz gut, und doch fehlen mir einfach viele Wörter. Und ständig «ääähhhm» und «öööhhhm» zu stottern, ist irgendwie auch nicht so toll.

Mutige können es auch an der Supermarktkasse probieren – denn es gibt auch Übungen, in denen man gut hörbar französische Sätze ins Mikrofon sprechen muss.

Deshalb habe ich mir in den Allerwertesten gekniffen und das Sprachlerntraining wiederaufgenommen. Nur fünf bis zehn Minuten am Tag und genau in den Situationen, in denen ich vorher einfach nur so auf dem Smartphone herumgedrückt habe. Auf dem Klo zum Beispiel, am Abend im Bett oder beim Kaffeetrinken auf dem Sofa. Mutige können es auch an der Supermarktkasse oder an der Bushaltestelle probieren – denn es gibt auch Übungen, in denen man gut hörbar französische Sätze ins Mikrofon sprechen muss.

Mittlerweile bin ich in meinem Auffrischungskurs schon bei den Adverbien angelangt. Ich kenne bereits wieder den Unterschied zwischen «autant, cependant und plutôt» – und es macht wirklich Spass.


Und wenn die Kinder streng gucken, wenn ich mal wieder am Handy rumdrücke, dann kann ich ohne schlechtes Gewissen sagen: «Du. Ich lerne Französisch. Imfall.»

 

Kathrin Buholzer

Für Storys beobachtet die Journalistin, Betreiberin der Elternseite elternplanet.ch und Mutter von 2 Kindern unsere alltäglichen Überforderungen im Umgang mit den neuen Medien und den digitalen Möglichkeiten.

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