Kolumne: Michael In Albon

Wenn Konkurrenten zusammen die Jüngsten schützen

Michael In Albon, 21. Juni 2016

In Vielem sind wir Konkurrenten, aber in einer Sache sind die Kollegen von Sunrise, Salt, UPC Schweiz und wir von Swisscom uns einig: Es braucht uns alle, um flächendeckend Aufklärung leisten und Hilfestellung bieten können, wenn es um den Medienkonsum  unserer Jungen geht. Dazu existiert die Brancheninitiative «Jugendmedienschutz» der asut (das ist der Branchenverband der Telekommunikation), welche 2008 zum ersten Mal verabschiedet worden ist.

Wenn sich die Telekommunikations-Anbieter zusammenschliessen, um ihre jüngsten Kunden zu schützen, ist die Reaktionszeit bedeutend kürzer.

Vergangene Woche wurde ihre Neuauflage kommuniziert. Und damals wie heute haben sich die vier Grossen freimütig bereit erklärt, sie zu unterzeichnen und einzuhalten.

 

 

Aber worum geht’s denn da genau?

 

Die asut hat bereits früh erkannt, dass ein gesetzlicher Rahmen nicht ausreicht, um einen Aspekt wie die Internet-Nutzung zu erfassen. Denn Gesetze sind wenig geeignet, um ausgeprägt dynamische Lebensbereiche zu regeln. Wenn sich aber die grossen Telekommunikations-Anbieter zusammen schliessen und sich selbst Regeln auferlegen, um ihre jüngsten Kunden bestmöglich zu schützen, ist die Reaktionszeit bedeutend kürzer. Die Branche kann rascher auf neue Herausforderungen reagieren und präzisere Antworten liefern. Und sie kann andere Wege beschreiten, als dies ein Gesetz kann. (Darum kann ich den Vorstoss von Frau Nationalrätin Amherd für einen Sexting-Artikel nicht unterstützen: Bis dieser Artikel Gültigkeit erlangt hat, werden wir Eltern bereits andere, neue Herausforderungen beantworten müssen.)

 

Die neue Brancheninitiative setzt darum auf Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den Telekommunikations-Anbieter. Damit diese klappt, verpflichten sich die Unternehmen, alle Kunden bestmöglich zu informieren, die Eltern auf neue Risiken aufmerksam zu machen und ihnen Hilfestellungen zu geben für einen nutzbringenden und massvollen Medieneinsatz im Elternhaus.


Eine «Brancheninitiative» ist – seien wir ehrlich – nichts, was man als Bettlektüre geniesst. Aus diesem Grund haben wir einen Flyer entworfen, der Beiträge der Branche und die Möglichkeiten der Eltern einfach und anschaulich zusammenfasst. Beispiele gefällig?

 

 

Beispiele aus der Broschüre Jugendmedienschutz  

 

 

«SURFT IHR KIND IM INTERNET, MACHT DER SCHULTERBLICK GANZ VIELES WETT.»

 

Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) führt eine stets aktualisierte Schwarze Liste mit Internet-Adressen, die wir konsequent sperren. Es handelt sich hierbei um Websites mit illegaler Kinderpornografie. Damit haben wir ein Instrument, das die grässlichsten Dinge im Netz von vorneherein ausschliesst.

Nichtsdestotrotz finden sich im Netz immer wieder Texte, Bilder und Videos, die nicht für Kinderaugen gedacht sind. Eine Filtersoftware kann helfen. Begleiten Sie Ihr Kind als Elternteil im Netz dennoch.

 

«KLÄREN SIE IHR KIND ÜBERS TEILEN AUF, DAMIT‘S NICHT SCHMERZT IM LEBENSLAUF.»

 

Weisen Sie Ihr Kind unbedingt auf die Gefahren hin, die ein unüberlegtes Versenden von zu privaten oder freizügigen Bildern oder Filmchen mit sich bringen. Auch die Anonymität der digitalen Welt muss ein Thema sein. Denn hier können sich Menschen mit niederen Absichten hinter freundlichen Pseudonymen verstecken.

Alle Internet-Anbieter beobachten den Markt aufmerksam und sprechen Risiken direkt an. So unterstützen wir Sie, Ihre Verantwortung bestmöglich wahrzunehmen. Gemeinsam schaffen wir das.


 

 

Politische Organe, die Eltern und die Internet-Provider setzen alles daran, dass die Erfahrungen im digitalen Raum positiv und sicher sind. Mehr zur Brancheninitiative finden Sie auf der Website von asut. Und lesen Sie, wie sich Swisscom ausserdem für Medienkompetenz bei Jung und Alt einsetzt.

 

Medienkompetenz-Experte

Michael In Albon ist Leiter «Schulen ans Internet» und Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom. Er verantwortet das Programm der Swisscom-Medienkurse, bei denen jährlich über 25'000 Personen teilnehmen.

 

Erfahren Sie mehr über die Medienkompetenz bei Swisscom.

 

 

 
Broschüre Jugendmedienschutz

Die Broschüre zeigt mit nützlichen Tipps, wie die Eltern ihre Kinder im Umgang mit elektronischen Medien begleiten können.

 

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