Kolumne

FCZ, Fans und Facebook

Finn Sulzer, 30. November 2015

Dass die Nutzung von Social-Media-Kanälen einen mittlerweile festen Bestandteil im Alltag vieler Internetnutzer darstellt, kann längst nicht mehr bestritten werden. Nicht nur deshalb gewinnen die sozialen Medien auch für den FC Zürich zunehmend an Bedeutung. Neben einer einladend und professionell gestalteten Webseite dienen Facebook, Twitter, Instagram und Co. einem Fussballclub als elektronisches Aushängeschild sowie ideales Kommunikationsmittel und Sprachrohr.  
 
Um die Bindung zu den eigenen Fans zu verstärken und die Fan-Gemeinde zu festigen und zu vergrössern, will der FCZ in Zukunft die Social-Media-Kanäle noch intensiver bewirtschaften. Wir versuchen, den Fans einen Mehrwert zu bieten und ihnen positive Geschichten rund um den FC Zürich zu erzählen, sodass die Marke FCZ in den sozialen Medien noch besser wahrgenommen wird. 

Bleibt der sportliche Erfolg des Clubs über eine gewisse Zeit aus, werden Social-Media-Kanäle von den Fans zunehmend als Ventil gebraucht, um Frust abzulassen. 

Dieses Unterfangen gestaltet sich allerdings nicht immer einfach. Zwar verfügt die Fussball-Branche gegenüber anderen Geschäftszweigen über den Vorteil, dass sie von Spannung und Emotionen geprägt ist und die wichtigsten Kunden die Fans sind. Genau diese Emotionalität ist es aber auch, die Probleme bereiten kann. Bleibt nämlich der sportliche Erfolg des Clubs über eine gewisse Zeit aus, werden Social-Media-Kanäle von den Fans zunehmend als Ventil gebraucht, um Frust abzulassen.  


Auf den Online-Plattformen schwindet sodann der Grat zwischen kritischen und konstruktiven Kommentaren, und die Statements der Fans werden stattdessen aggressiv, beleidigend und es wird nicht selten, ohne die näheren Hintergründe zu kennen, direkt auf den Mann geschossen.  
 
Als Beispiel wären hier die Kommentare zu nennen, welche erzürnte «Fans» anfangs der Saison 2015/2016 nach den ersten Partien auf unseren sozialen Medien abgesetzt hatten, in denen unser damaliger Trainer Urs Meier zum Teil wüst beschimpft wurde. Solche Griffe in die unterste Schublade duldet der FCZ in keiner Weise. Die Kommentare wurden umgehend gelöscht und die entsprechenden Personen auf der Seite blockiert. Bleibt es bei vereinzelten negativen Beiträgen, ist dies nicht weiter tragisch.

Social-Media-Kanäle stellen für den FCZ aber ein ideales Kommunikationsmittel dar, um die Nähe zu den Fans aufrechtzuerhalten und ihnen einen Mehrwert zu bieten.

Problematisch wird es hingegen, wenn sich die Fans online zu Gruppen zusammenschliessen und ein sogenannter Shitstorm, d.h. ein Sturm der Entrüstung entsteht. Aufgrund der Geschwindigkeit und der viralen Verbreitung der Nachrichten im Internet drohen dann im schlimmsten Fall sogar Imageschäden für einen Fussballclub. Wichtig ist es deshalb, solche Entwicklungen mit Krisenpotential frühzeitig zu erkennen, ihnen zur richtigen Zeit entgegenzuwirken und sie falls nötig und möglich zu unterbinden.  
 
Eine weitere Herausforderung besteht darin, differenzierte, spannende und auf die Fans zugeschnittene Inhalte zu generieren und über die einzelnen Kanäle zu verbreiten. Dabei muss sich ein Verein zuerst einmal grundlegend die Frage stellen, auf welchen Online-Plattformen seine Fans momentan unterwegs sind und wie er sie dort bestmöglich abholen kann. Gemeinhin zeichnet sich ein Trend in Richtung Bild und Video ab.  
 
Dazu ein kleines Beispiel: Als der Finne Sami Hyypiä intern als neuer Cheftrainer feststand, entschieden wir uns, den Fans diese Trainer-Rochade als erstes mitzuteilen, noch bevor wir die Medien mittels einer Medienmitteilung über diese Neuigkeit ins Bild setzten. Wir nahmen ein 19-sekündiges Video auf, in welchem Hyypiä sich kurz vorstellte und den Fans eine Grussbotschaft hinterliess. Danach publizierten wir es auf unserem Facebook-Kanal – ein voller Erfolg. Bis dato wurde das Kurzvideo über 20 000-mal aufgerufen und es wurden insgesamt knapp 90 000 Personen damit erreicht. Ein Rekordwert in unserer Social-Media-Geschichte. Ergo sollte auf jeder Social-Media-Plattform mit möglichst viel Bild- und Videomaterial gearbeitet und den Fans exklusive «Primeure» geboten werden.  
 
Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass die Betreuung der einzelnen Plattformen zwar sehr zeitintensiv und teilweise nervenaufreibend ist, müssen sie doch rund um die Uhr überwacht werden, damit Shitstorms verhindert werden können. Social-Media-Kanäle stellen für den FCZ aber ein ideales Kommunikationsmittel dar, um die Nähe zu den Fans aufrechtzuerhalten und ihnen einen Mehrwert zu bieten. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen und freuen uns darauf!

 

 

 

Über den Autor

 

Finn Sulzer absolvierte nach seiner Maturität am Realgymnasium Rämibühl in Zürich ein Bachelor-Studium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft mit Nebenfach Recht, welches er im Januar 2015 erfolgreich abschloss. Seit Februar 2015 gehört der 23-Jährige zum Kommunikations-Team des FC Zürich.